Ein Zeichen für die Zeche
Hunderte Benefiz-Läufer absolvierten am Wochenende tausende Kilometer für das 2010-Projekt „Schachtzeichen”.
Auf den ersten Blick haben sie ja eher weniger gemein, Dauerläufer Lukas in seinem verschwitzten Schalke-Trikot, zwei Reiter hoch zu Ross, Ex-800-Meter-Weltmeister Willi Wülbeck und der wuselnde Jack-Russel-Terrier mit den kurzen Beinen. Am Wochenende aber verband sie alle eines: der Gedanke „Wir sind das Revier!” Unter diesem Motto liefen fast 700 Teilnehmer am Samstag und Sonntag rund um das In Hostel Veritas an der Essener Straße. Ziel des Benefiz-Spektakels: Geld für das Ruhr-2010-Projekt „Schachtzeichen”.
Neben Ultra- und Profiläufern gab es am Wochenende auch genügend Hobby-Sportler, bei denen der Spaß an der Freud' im Mittelpunkt stand. Foto: Hayrettiin Özcan
Foto: WAZ FotoPool
Damit im Mai nächsten Jahres möglichst viele Zechen Zeichen kriegen und ehemalige Schächte mit großen, gelben Helium-Ballons markiert werden können, hieß es für die Teilnehmer des „24-Stunden-Kultur-Run” rennen, rennen und nochmal rennen. Schließlich gab's für jede absolvierte Runde eine Ein-Euro-Spende (mindestens); hatte man sich einen Sponsor besorgt, gab's obendrein Bares für jeden gelaufenen Kilometer.
Vergütete Schlaflosigkeit
So sponserte etwa Hostel-Chefin Christina Antwerpen Ultra-Läufer Jörg Schranz mit zehn Euro pro Kilometer. Und da der Oberhausener mit 110 Kilometern ein echtes Pfund rausgehauen hat, wird der Griff ins Portemonnaie dementsprechend tief. Oberbürgermeister Klaus Wehling sponserte auch. Keinen Läufer, dafür aber die gestresste Hostel-Chefin: Für jede Stunde, die sie nicht geschlafen hat, gibt's zehn Euro. Steigt jetzt der Kaffeekonsum im Hause Antwerpen? „Auf jeden Fall”, sagt die 2010-Begeisterte. 34 Stunden ohne Schlaf waren es bereits am Sonntag Nachmittag, und Christina Antwerpen machte nicht den Eindruck, als ob sie sich mit weniger als 48 Stunden zufrieden gäbe.
Irgendwie ist die Idee ja schon verrückt, zumal das Hostel das Spektakel nicht einmal für den eigenen Ballon veranstaltete (dessen Finanzierung steht bereits seit längerem durch die Firma Haniel), sondern für das Projekt allgemein. „Wir wollen, dass 2010 ein Riesenerfolg wird”, begründet Christina Antwerpen ihr Engagement. Und: Es hat sich gelohnt! Mehr als 2000 Zuschauer waren gekommen, um die fast 700 Läufer zu bejubeln, ernsthafte Profis ebenso wie solche mit Stöckelschuhen an den Füßen oder Bierkästen im Arm. Extrem gut kamen auch die Mitglieder des „Theater Paulinchen” an, die in Pinguin- und Giraffen-Kostümen an den Start gingen.
Herzlichkeit und Enthusiasmus
Das Drumherum mit Bühnenprogramm, Bimmelbahn und Bierstand bewies ein Mal mehr die Herzlichkeit und den Enthusiasmus der Gastgeber und sorgte für die Spendierlaune: Die Finanzierung für eineinhalb Ballons (einer kostet etwa 5000 Euro) ist gesichert, es soll aber in den nächsten Tagen noch einiges an Geld dazukommen, wenn die Sponsoren ihre Kilometerabrechnungen bekommen.














