Jugend : Das Druckluft wird aufpoliert
Das Jugend- und Kulturzentrum Druckluft erhält für 1,67 Mio Euro ein neues Gesicht. Die Ausschreibungen laufen.
Christoph Kaiser, Leiter der Einrichtung (rechts), und Daniel Sprycha, zuständig für Kultur.
Foto: WAZ FotoPool
Die Ausschreibungen laufen: Bis Dezember sollen die Aufträge vergeben sein. Ab Januar 2010 erhält das Jugend- und Kulturzentrum Druckluft ein neues Gesicht. 1,67 Mio Euro lassen sich Bund, Land und Stadt das Aufpolieren kosten.
„Zeit wird's”, sagt Christoph Kaiser. „In spätestens fünf, sechs Jahren hätte sich das Holzhaus, in dem unsere Jugendarbeit stattfindet, sonst in seine Bestandteile aufgelöst”, so der Leiter des Zentrums. Das Gebäude sei während des Zweiten Weltkrieges als Zwangsarbeiterbaracke genutzt worden.
„Später wohnte dort ein älteres Ehepaar, das uns immer total toll unterstützt hat”, erinnert sich Kaiser noch gut. Der Mann habe Kurt geheißen. In Erinnerung an den inzwischen Verstorbenen trage das Gebäude seinen Namen: „Kurts Haus” werde nun ebenfalls renoviert und um 90 Grad gedreht. „Dadurch erhalten wir einen größeren Vorplatz für das Hauptgebäude”, freut sich Kaiser. In Letzterem – samt Werkräumen übrigens die letzten Reste der alten Zeche Concordia I – warte auf den Sanierungstrupp die Hauptarbeit. „Wir heizen noch immer mit Öl – das ist teuer”, räumt Kaiser ein. Eine Erdwärme-Pumpe, neue Fenster und eine komplette Fassadendämmung sollen künftig Energie und Geld sparen.
Erfolgsrezept
1979 gingen die Jugendlichen auf die Barrikaden: Auch in Oberhausen gab es kaum Freizeitmöglichkeiten für sie.
In einer Diskussion, an der hunderte von Jugendlichen teilnahmen, forderten sie von den Stadtpolitikern ein selbstverwaltetes Zentrum. „Dem damaligen Jugenddezernenten Hugo Baum ist es zu verdanken, dass die Idee tatsächlich umgesetzt wurde”, erinnert sich Druckluft-Leiter Christoph Kaiser. Als Heimat des Zentrums sei zunächst sogar die Umkleide des Stadion Niederrhein im Gespräch gewesen. „Zum Glück entschieden sich alle Beteiligten für das seit Jahren leerstehende heutige Drucklufthaus, Am Förderturm 27”, so Kaiser. Das Hauptkonzept des Hauses ist zugleich sein Erfolgsrezept über nunmehr fast 30 Jahre geblieben: „Wir helfen den jungen Leuten dabei, ihre eigenen Ideen umzusetzen.”
Während die räumliche Aufteilung des Haupthauses erhalten bleiben soll, geht es bei den Werkstätten ans Eingemachte: „Da werden einige Wände fallen, bis aus den alten Gruppenräumen ein großzügiges Cafe´ mit Anschluss an die Veranstaltungshalle entsteht.” Ein kleinerer Seminarraum sei vor dem Cafe´ geplant, Sanitäranlagen zwischen Cafe´ und Halle. „Bislang mussten wir auf WC-Container zurückgreifen”, erzählt Kaiser. Trommler, Taucher, Jugendclub Courage, Konzert- und Cafe´gruppen, Arbeitslosenselbsthilfe und alle anderen Nutzer der alten Gruppenräume würden umgesiedelt, erhielten neue Quartiere. „Verlassen muss uns aber niemand, wir haben an alle gedacht”, versichert Kaiser.
Vor der Veranstaltungshalle ist eine neue, große Außenbühne geplant. „Auch das Außengelände wird neu begrünt und gestaltet.”
Handlungsbedarf bestehe außerdem bei der Bewegungshalle. „Da dort nach wie vor Sport- und Theaterveranstaltungen stattfinden sollen, erhält die Bewegungshalle künftig endlich Duschen, Toiletten und Umkleideräume.”
Passend zur Neugestaltung des Zentrums verändert sich auch das inhaltliche Konzept: „Gemeinsam mit dem Jugendamt und dem Stadtteilbüro Lirich haben wir eine stärkere Anbindung an unseren Stadtteil Lirich beschlossen”, erläutert Christoph Kaiser. Druckluft werde damit eine Anlaufstelle für junge Leute mit Migrationshintergrund, vor allem aus der Bebelstraße.





1 Kommentare
Coole Sache,
wer mehr übers Druckluft erfahren möchte kann ja mal auf www.BottropLive.Blogspot.com gehen.
Grüße:
Martin:-)