9000 Tanzwütige feiern in Oberhausen Party "Project Y"

Wild feiern wie im Film. Oder so ähnlich. Jeweils knapp 3000 Partygänger machten in der Oberhausener Arena bei „Project Y“ an drei Nächten mit.
Wild feiern wie im Film. Oder so ähnlich. Jeweils knapp 3000 Partygänger machten in der Oberhausener Arena bei „Project Y“ an drei Nächten mit.
Foto: Heinrich Jung
Was wir bereits wissen
Knapp 9000 Tanzwütige feierten in Oberhausen die Arena-Party „Project Y“. Eine wilde Teenie-Komödie diente als Vorbild. Am Ende brannte ein Dekohaus.

Oberhausen.. Wenn Jannik wirft, macht es Pong. Manchmal. Meistens prallt der Tischtennisball auf den Hallenboden und verfehlt die aufgestellten Bierbecher. Für das Partyspiel „Beer Pong“ lockern viele in der König-Pilsener-Arena reihenweise den Wurfarm. Es geht ums Prost.

Jeder Pong-Becher mit Gerstensaft muss bei der Pfingst-Partyreihe „Project Y“ getrunken werden. So wie im Film „Project X“, bei dem „Beer Pong“ sicher noch die harmloseste Form der Anarchie ist.

Project Y orientiert sich an wilder Kino-Komödie

„Ein epischer Film“, findet Jannik (Episch = Superlativ eines Sachverhalts). In der US-Komödie laden drei High-School-Loser zur Hausparty ein, die so sehr aus dem Ruder läuft, dass am Ende Vaters Wagen im Pool landet, das Hausdach brennt und die Nationalgarde ausrücken muss.

Riesenparty Wer jetzt an ausufernden Facebook-Partys denkt, liegt nicht so falsch. Genau das soll „Project Y“ nicht sein, obwohl sich die Party übers Netz ebenso rasend schnell herumsprach, 58.000 Anmeldungen sammelte und laut Veranstalter knapp 9000 Karten innerhalb von zweieinhalb Minuten verkaufte.

Mehr Security in der Halle

„Zerstört wird hier nichts, es geht um das Lebensgefühl amerikanischer Hauspartys“, sagt Gastgeber Dustin Burchart. „Wir haben mit der Party einen Nerv getroffen.“ Dies sei doch geordnete Eskalation (Eskalation = Steigerung von Feiern). Stundenlange Rudelbildungen vor den Türen bleibt aus. Zerbrochene Flaschen hinterlassen dennoch Spuren. Drinnen werden die 18 bis Mitte 20er von der Security beäugt. Die Veranstalter ergänzten das Sicherheitspersonal um ein Drittel.

Viele drängeln sich um das eingeschossige Kulissenhaus, auf dessen Balkon der DJ zum „Hinnnnnsetzen“ animiert und Papierschnitzesalven in die Menge schießt. Hinnein dürfen nur VIPs, manche Bezirzungsversuche junger Mädels beim Sicherheitsmann schlagen fehl. Einige zitieren aus dem Film: „Das sind doch mehr als 100 Leute?“ „Klar, ist immer mit Begleitung!“ Knapp 3000 feiern jeweils am Freitag, Samstag und Sonntag im Innenraum. Sie hüpfen zu Scooters „Maria, Maria“ und schütteln sich beim Filmsoundtrack „Pursuit of Happiness“ von Kid Cudi durch.

Feuersäulen wie auf der Leinwand

„Ich bekomm’ echt ‘nen Entenparka“, sagt Laura (Entenparka = Gänsehaut). Filmschnipsel flackern über riesige LED-Leinwände. Sie meint aber das Hallenfeuerwerk. Am Ende steht das Dekohaus in Flammen. Drehbuchgerecht wie im Kino. Die Feuersäulen erscheinen und verschwinden auf Knopfdruck.