50 Jahre im Dienst der Sauberkeit

Die Geschäftsführer des Unternehmens, vl.: Stefan, Hermann und Bernd Thielen.
Die Geschäftsführer des Unternehmens, vl.: Stefan, Hermann und Bernd Thielen.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
1965 gründet Hermann Thielen die Gebäudereinigerfirma Gewa. Das Unternehmen mit Sitz in Oberhausen beschäftigt heute deutschlandweit 2300 Mitarbeiter.

Oberhausen.. Wenn der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer am Morgen die Staatskanzlei am Franz-Josef-Strauß-Ring 1 in München betritt, ist ein Oberhausener Reinigungsunternehmen dafür verantwortlich, dass der erste Mann Bayerns in saubere und ordentlich gepflegte Hallen kommt. Die Gewa, die Gesellschaft für Gebäudereinigung und Wartung, reinigt die Büroräume der gesamten Staatskanzlei des Freistaats.

Große Konkurrenz

„Laut Berufsgenossenschaft gibt es etwa 55.000 Gebäudereinigungsfirmen in Deutschland. Es herrscht große Konkurrenz am Markt“, sagt Gewa-Geschäftsführer Stefan Thielen. Sein Unternehmen ordnet er unter die Top 30 der Reinigungsdienstleister in Deutschland ein. Das Familienunternehmen hat zurzeit etwa 2300 Mitarbeiter und neben der Zentrale in Oberhausen unter anderem Standorte in Berlin, Köln und Düsseldorf. In Mannheim und München sind die größten Zweigstellen.

Das Portfolio ist groß: von Glas- und Fassadenreinigung bis hin zu Industrie- und Spezialreinigungen. „Eine Spezialreinigung wäre zum Beispiel das Twister-Verfahren, bei dem mit Diamantenpads kalkgebundene Steine abgeschliffen werden“, erklärt Thielen.

Vater Hermann Thielen hat das Unternehmen 1965 mit drei Partner gegründet. Anfangs führten die Freunde das Geschäft noch nebenberuflich. „Wir kümmerten uns vor 8 oder nach 18 Uhr um die Firma“, erzählt Thielen senior. Dass Hermann Thielen in die Reinigungsbranche gegangen ist, verwundert mit Blick auf seinen damaligen Spitznamen nicht. „Sie haben mich Thieli die Putzfrau gerufen. Meine Mutter verstarb, als ich zehn war, ab da habe ich ihre Aufgaben zu Hause übernommen“, erinnert er sich. Erster Kunde war ein Oberhausener Krankenhaus. Thielen putzte damals dort noch selbst an seinen freien Samstagen.

Teams putzen auch bei Aldi

Nach und nach vergrößerte sich der Kundenstamm. 1972 kam etwa das Oberhausener Maschinenbauunternehmen Gutehoffnungshütte, später dann das Bökelbergstadion, die ehemalige Spielstätte von Borussia Mönchengladbach, oder die gesamten Forschungszentren vom Handyanbieter Nokia dazu. Heute putzen Teams der Gewa bei Aldi-Filialen, dem Max-Planck-Institut, der Volksbank Rhein-Ruhr, der Awo oder eben bei Horst Seehofer in München.

Nachdem 1992 der letzte Gründerpartner des Seniorchefs aus dem Geschäft ausschied, gelangte die Firma ganz in Familienbesitz. Stefan Thielen und Bruder Bernd übernahmen je 37,5 Prozent des Unternehmens, die restlichen 25 Prozent blieben beim Vater. Das Geschäft hat sich seit den Anfängen verändert. Früher seien viele Jobs durch Weiterempfehlungen zustande gekommen. Heute bewirbt sich die Gewa auf ausgeschriebene Aufträge. „Am Ende steht und fällt aber nach wie vor alles mit der Putzkraft vor Ort“, sagt Stefan Thielen. Bei allen Bemühungen um Neukunden, wichtig sei vor allem auch die Kundenbindung und deren Zufriedenheit. „Unsere Dienstleistung soll ohne Komplikationen ablaufen. Wir wollen der gute Geist im Hintergrund sein. Wenn man nichts hört, ist meistens alles gut.“