41 Erstklässler in Oberhausen erhalten eine Absage

„Uns fehlen noch drei Räume.“ Schulleiterin Christel Ostermann setzt auf die Unterstützung der Stadt.
„Uns fehlen noch drei Räume.“ Schulleiterin Christel Ostermann setzt auf die Unterstützung der Stadt.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Kinder werden auf andere Grundschulen umverteilt. Die Zahl der i-Dötzchen schrumpfte gegenüber 2014 um 79 Kinder auf 1625.

Oberhausen.. Für 1625 Erstklässler (Stand März 2015) beginnt nach den Sommerferien der Ernst des Lebens. Verteilt werden die i-Dötzchen an den insgesamt 33 Oberhausener Grundschulen auf 69 Klassen. Und obgleich die Anmeldezahlen um 79 Kinder geringer ausfallen als noch im Vorjahr (1704), kommen auf so manche Grundschule einschneidende Veränderungen zu.

Die städtische Brüder-Grimm-Schule an der Lothringer Straße ist nur eine davon. In den letzten drei Jahren stieg die Schülerzahl dort sprunghaft an. „2011 gingen hier noch rund 160 Kinder zur Schule – im kommenden Schuljahr sind es bereits 295“, sagt Schulleiterin Christel Ostermann. Bis auf zehn Kinder kämen alle aus ihrem Schulbezirk. „Der ja bekanntermaßen sehr kinderreich ist.“

Möglichst schnell eine Lösung finden

Dazu kommt, dass die Eltern mit der Betreuung ihres Nachwuchses offensichtlich zufrieden sind. „Das ergab zumindest unsere aktuelle Umfrage“, freut sich Ostermann.

Im kommenden Schuljahr bietet die Brüder-Grimm-Schule deshalb erstmals vier statt der bislang üblichen zwei Eingangsklassen an. Doch die Freude darüber ist getrübt: „Uns fehlen noch immer die dafür nötigen zwei weiteren Klassenräume.“ Auch ein zusätzlicher Raum für das offene Ganztagsangebot sei noch nicht in Sicht. „Die Stadt hat uns aber zugesichert, hier möglichst schnell eine Lösung zu finden“, hofft Ostermann nun.

Nur noch zwei Eingangsklassen

Ganz andere Sorgen plagen die Grundschule am Siedlerweg in Osterfeld – die im Vorjahr noch dreizügig fuhr, diesmal aber nur noch zwei Eingangsklassen im Angebot hat. „In unserem Umfeld leben halt immer weniger Kinder“, heißt es aus der Schule. 49 Anmeldungen gingen für das Schuljahr 2015/16 dort bislang ein. Im Vorjahr waren es 59. Die Wahrscheinlichkeit aber, dass am Siedlerweg eine integrative Klasse eingerichtet wird, ist hoch. Sechs Eltern haben ein Verfahren zur Feststellung von Förderbedarf beantragt, drei weitere könnten dazu kommen.

Mit Inkrafttreten des neuen Schulrechtsänderungsgesetzes können diese Antragsverfahren für Kinder der Eingangsphase jetzt nur noch durch die Eltern und nicht mehr durch die Schule eingeleitet werden. Nach den bislang eingegangenen Anträgen geht die Stadt davon aus, dass im kommenden Schuljahr insgesamt sechs integrative Klassen gebildet werden können.

Hart für Eltern und Kinder: 41 künftige i-Dötzchen (45 Kinder im Vorjahr) erhielten keinen Platz an ihrer Wunsch-Schule. Allein die Robert-Koch-Schule musste etwa 24 Ablehnungen aussprechen, weil ihr die nötigen Räume fehlen. Weil viele Eltern aber die Erich Kästner-Schule als Zweitschule angaben, werden dort nun zwei Eingangsklassen gebildet – obgleich dort die Gesamtanmeldezahl von 42 auf aktuell 31 Kinder geschrumpft war.