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Schlager-Festival

40.000 Schlagerfans feierten auf Socken bei Oberhausen Olé

16.06.2013 | 09:53 Uhr
Mickie Krause und Kollegen heizten den Schlagerfans bei Oberhausen Olé ein.Foto: Carsten Walden

Oberhausen.  Ein kleines bisschen Mickie-Krause-Horror-Show bei Oberhausen Olé: Der Schlagerbarde bringt Zehntausende Fans dazu, ihre Schuhe auszuziehen. Schon zuvor heizten Michael Wendler, DSDS-Siegerin Beatrice Egli und DJ Ötzi ein. Selbst ein heftiger Regenschauer konnte das Schlager-Woodstock nicht abkühlen.

Der Bass wummert und lässt die Wasserperlen auf klitschnassen Regenjacken vibrieren. Einige basteln dünne Programmhefte zu provisorischen Hüten. Doch alle Bemühungen am Samstagnachmittag bei Oberhausen Olé einem heftigen Regenschauer zu entgehen, sind zum Scheitern verurteilt. Der Regen kommt kurz, aber hinterlässt einen bleibenden Eindruck: Zehntausende Fans - 40.000 insgesamt laut Veranstalter - feiern Schlager-Woodstock mit Pfützen, Matsche und allem, was dazu gehört. Notfalls auch mit Gassenhauern wie „Zehn nackte Frisösen“.

Regina Müller (31) aus Essen hat vom Auftritt des singenden Lindenstraßen-Ex Willi Herren nicht viel mitbekommen. „Wir haben uns unter die Dachkante des Bierwagens verkrochen“, sagt sie.

Auf T-Shirts steht "Endstation Wendler"

Mit sieben Freundinnen feiert sie Junggesellinnenabschied. Auch wenn es eher wie eine vorweggenommene Taufe aussieht. Auf ihren T-Shirts steht „Endstation Wendler“ und die Frauen feiern, wie die Regentropfen fallen. Wer braucht schon Willi Herren, wenn sich gleich noch elf weitere Popschlager-Künstler das Mikrofon in die Hand geben. „Das haben wir unserer Uschi zur Hochzeit geschenkt“, sagt Regina Müller und greift zur Geldbörse. Die nächste Runde steht an. Aber zicke-zacke. Vom dicht umlagerten Bierwagen schallt es zurück: „Schade, Regen, alles ist vorbei!“

Begeisterte Fans bei Oberhausen Olé

Nach dem Nass kommt die Sonne. Willi Herren lässt sich hinter der Bühne schon mit Fans fotografieren. Vorher noch pudelnass, wirkt er jetzt frisch geföhnt. Es macht Klick. Die Erinnerungsfotos wandern ins Album. Autogrammjäger erklären: „Jedes Foto wird nach dem Buchstaben des Nachnamens sortiert!“ Es geht Schlager auf Schlager. Die meisten Sänger nehmen sich Zeit.

Oberhausen Olé - Zwölf Interpreten für knapp 15 Euro

Zwölf Interpreten, zwölf Stunden Musik für nicht einmal 15 Euro im Vorverkauf. Ein Kampfpreis, der jedem konkurrierenden Veranstalter die Zornesröte ins Gesicht treiben müsste. Macht das Flat-Rate-Schunkeln nicht die Kurse kaputt? Veranstalter Markus Krampe sieht es anders: „Da gibt es keinen Ärger, obgleich momentan in der Szene eine deutliche Marktbereinigung stattfindet , was sicher auch am Preis-Leistungsverhältnis liegt.“ Kürzlich wurde eine Schlagersause im Dortmunder Westfalenpark mangels Erfolg abgesagt. Längst ist der Popschlager ein großes Geschäft. Doch nur noch die etablierten Festivals füllen sich automatisch, so wie die Olé-Reihe. Von einer Krise möchte Krampe trotzdem nichts wissen. „Gefeiert wird eigentlich immer!“

Der Partymacher ist zum sechsten Mal in Oberhausen , mittlerweile gibt es die feierfreudige Zusammenkunft der Schlagerbarden in immer mehr großen Städten – Bonn, Dortmund und auch Leipzig, wo am 6. Juli Sänger wie Jürgen Drews, Mickie Krause und DJ Ötzi auftreten sollen.

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Kommentare
17.06.2013
18:48
Ähm...
von mellow | #16

"Schlager-Woodstock"?
Jetzt ist aber mal gut mit den Plattitüden, ja?

17.06.2013
15:42
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #15

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

17.06.2013
12:49
40.000 Schlagerfans feierten auf Socken bei Oberhausen Olé
von peterlustiglebt | #14

Diese ballermannparade ist überflüssig u. reine volksverdummung. Es gibt auch gute musikevents (hier schon angesprochen), die eine daseinsberechtigung haben. Oberhausen olé... ohjemine *grins*

17.06.2013
10:02
liricherjung | #10
von michelino | #13

(...)..#9 Stellen sie sich vor, es gibt auch BONN OLE, oder LEIPZIG OLE, wir da auch das Klischee über Manta fahrende Friseusen bedient?...(...)
Nein, das ist der Unterschied! Mit dem Ruhrgebiet verbindet man Frisösen und Mannis, mit Bonn oder Leipzig nicht, obwohl sie mit Sicherheit auch dort zu finden sind.

Juicy Beats, Maiday, Ruhr in Love oder Sundance passen besser zum Revier, weil sie für ein hippes Ruhrgebiet stehen. Schlagerveranstaltungen, oder besser gesagt, Ballermannfestivals gibt es schon in diversen Hallen des Ruhrgebiets, da bedarf es keines massigen Openairs wie Oberhausen Olé. Einen Schlagermove hingegen könnte ich mir gut vorstellen, da hier auch wirklich Schlagermusik im Vordergrund steht.

17.06.2013
09:21
40.000 Schlagerfans feierten auf Socken bei Oberhausen Olé
von aberlouer | #12

Wir meiden das Centro schon an "normalen" Tagen, aber an solchen Tagen sogar großräumig. Leider kann man der akustischen Umweltverschmutzung nur bedingt entgehen.

17.06.2013
09:17
40.000 Schlagerfans feierten auf Socken bei Oberhausen Olé
von liricherjung | #11

...Schlagerfan und nur Gelegenheitshörer, über Bekannte bin ich bei diesem Oberhausen Ole gelandet, und hatte es mir ehrlich gesagt schlimmer vorgestellt! Lässt die -zumeist jugendlichen- doch feiern, haben wir früher auch nicht anders gemacht! Insgesamt eine gut organisierte Veranstaltung, bis auf einige Bierwagenteams, bei denen lief nur ein dünens Rinnsal aus dem Fass, die kamen gar nicht nach mit den Bestellungen, die Preise (4 EUR für ein 0,4 Wasser) fand ich unverschämt, aber irgendwie muss wohl der Eintritt von knapp 15 EUR quersubventioniert werden....

17.06.2013
09:13
40.000 Schlagerfans feierten auf Socken bei Oberhausen Olé
von liricherjung | #10

was manche hier für einen Dünnpfiff schreiben, ist schon herrlich:

#9 Stellen sie sich vor, es gibt auch BONN OLE, oder LEIPZIG OLE, wir da auch das Klischee über Manta fahrende Friseusen bedient?

#5 Ziehen Sie aufs Land, da hört man nichts, und man hat noch frische Landluft der gut gedüngten Felder gratis!

#2 hhm, interessante Verbindung zw. Solarien und Schlagerfans, habe aber viele blasse Zuschauer gesehen, vermutlich gehen die erst noch diese Woche zum Solarium?

#1 Schantallsche, das die Gäste etwas eher gehen ist wohl der Tatsache geschuldet, das man nicht mit zehntausenden anderen an der ÖPNV-Haltestelle CentrO stehen will, haben wir auch so gemacht, Gewalttätige gab es nur sehr, sehr vereinzelt und punktuell, nicht mehr als bei einem Fussballspiel oder beim Karneval!

Wenn wir keine anderen Probleme haben als uns über (harmlose) Schlagerfans bzw. Leute aufzuregen, die einfach nur feiern wollen, dann muss es uns ja ziemlich gut gehen!

Übrigens, bin absolut kein ...

16.06.2013
22:10
40.000 Schlagerfans feierten auf Socken bei Oberhausen Olé
von michelino | #9

Musikfestivals ziehen grundsätzlich oben beschriebene Nebenwirkungen nach sich, aber diese Veranstaltung braucht keine Mensch. Leider wird wieder nur das auswärtige Klischee übers Ruhrgebiet, wo nach hier nur Frisösen und Mantafahrer leben, bestätigt. Schade für Oberhausen und das Revier!

16.06.2013
20:00
40.000 Schlagerfans feierten auf Socken bei Oberhausen Olé
von Smartsurfer | #8

#7: also "normale Leute" ist offenbar ein dehnbarer Begriff. Ich war gestern zwar nicht am Hauptbahnhof, aber auf der Promenade im Centro. Also wenn das normal sein soll..... Ich bin jetzt kein Gegner oder Hasser dieser Veranstaltung - an sich finde ich das gut, dass in Oberhausen so eine große Veranstaltung stattfindet - aber das war von den Leuten her doch eher Ballermann und nichts anderes.

16.06.2013
18:56
40.000 Schlagerfans feierten auf Socken bei Oberhausen Olé
von schlimmerFinger | #7

Ich war auch am Oberhausener Hauptbahnhof, kann aber die Wahrnehmung einiger Schreiber hier nicht bestätigen. Es waren viele Leute dort, es wurde Bier getrunken und es gab zu wenig Mülleimer, wodurch auch Flaschen zu Bruch gingen. Es gab aber keine Volltrunkenen und es war auch niemand zugedröhnt. Es gab weder Pöbeleien noch Schlägereien, sondern einfach nur gut gelaunte Menschen. Und den Eindruck, den ich am Bahnhof gewonnen habe, bestätigt die Bilderserie das WAZ über diese Veranstaltung. Auch dort sind, wie man so schön sagt, völlig normale Leute zu sehen.

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