200 Talente beim Casting für „Das Supertalent“ in Oberhausen

Anmelden für das Casting für die RTL-Show „Das Supertalent".
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Foto: Kerstin Bögeholz
Was wir bereits wissen
Über 200 Bewerber präsentierten am Wochenende hinter verschlossenen Türen ihr Talent, um für die RTL-Show "Das Supertalent" ausgewählt zu werden.

Oberhausen.. Wo sieht man sonst schon Männer in Damenstrumpfhosen und auf Stöckelschuhen, mit hautengen Leggins und weiblichem Hüftschwung? Auch sie gehörten zu den vermeintlichen Talenten, die am Wochenende im Hotel NH an der Düppelstraße ein und aus gingen. Der Fernsehsender RTL hatte Samstag und Sonntag Interessierte zum ersten Casting, zur Vorauswahl, für die neue, neunte Staffel seiner Show „Das Supertalent“ eingeladen. Gesendet wird ab Herbst.

Jeweils acht Stunden nahm sich das Casting-Team Zeit, um die Talente zu sichten. Die mussten sich zunächst beim Betreten des Hotel-Foyers regis­trieren lassen. Anschließend war Geduld gefragt, bis sie zum ersten von maximal zwei Auftritten von wenigen Minuten Dauer in einen benachbarten Hotelraum gebeten wurden.

In den Vorjahren waren es Zehntausende von Bewerbern. Über 200 Interessierte gaben jetzt auch an der Düppelstraße ihre Visitenkarte ab. In der gediegenen, von Teppichen gedämpften Hotel-Atmosphäre lief das unaufdringlich ab. Unruhe kam nur auf, wenn sich gleich ganze Gruppen, so ein Trupp kostümierter Mädels, anmeldeten.

Rockmusik auf der Geige

Tamara Sidorova aus Düsseldorf gehörte zu den ersten, die ihre beiden dreiminütigen Auftritte hinter sich gebracht hatten. „Die Geige ist meine große Liebe“, schwärmte die 55-Jährige Russin mit der dunklen Sonnenbrille. Seit 50 Jahren ist das ihr Instrument. Neuerdings spielt sie in Düsseldorf in einer Rock-Formation mit. Sie will Jugendlichen zeigen, dass das auch mit so einem klassischen Instrument geht. „Ich habe auf der russischen Geige Gas gegeben“, berichtete sie von ihren beiden Vorspielen. Beim zweiten Mal gab es Probleme mit dem Verstärker, ärgerte sie sich. Zur Rückfahrt waren beide aber schon wieder fertig verstaut.

Wie sich diese Vorspiele gestalteten, blieb geheim. Zutritt dazu bestand nicht. Tamara Sidorova berichtete, vor etwa zehn Personen gespielt zu haben.

Die beiden Freunde Marvin Breuer (19) aus Bottrop und Sebastian Fröhnert (18) aus Gelsenkirchen hofften, als Travestiekünstler den Sprung in die Show zu schaffen. Breuer hatte eine Helene-Fischer-Imitation vorbereitet und war­tete jetzt auf sein zweites Vorspiel. Das blieb Fröhnert nach dem ersten Auftritt erspart, besagte aber nicht, dass er schon durchgefallen war. „Ich hab’ es bei DSDS schon mal bis zu richtigen Jury gebracht“, erzählte der Blonde mit den lockigen Haaren und der beigen Damen-Handtasche am Arm.

Mit der Riesenpuppe zum Vorspiel

Roger Nkoum aus Moers erfüllte seiner Tochter Jacky Rovina (5) den Wunsch, am Casting teilzunehmen. „Sie kann sich und anderen Rastazöpfe flechten“, erzählte der gebürtige Kameruner. Selbstbewusst verschwand die Kleine mit einer riesigen Puppe im Arm im Vorspielzimmer. An ihr demons­trierte sie dort ihr Können. Nachher berichtete sie ihrem Vater, dass sie vor allem ausgefragt worden sei. Der aber war nach dreistündigem Warten froh, wieder die Heimreise antreten zu können.