150.000 Jecken feiern Stadtprinz Marco I.
15.02.2010 | 12:09 Uhr 2010-02-15T12:09:00+0100
Zwei Herren im Schlafanzug und herunterhängender Bommelmütze stapfen bedröppelt durch den Schnee. Gefühlskälte beim großen Jeckenumzug am Sonntag in der Innenstadt? Mitnichten, nur wenige Meter weiter reckt eine junge Dame einen Plüsch-Bären mit einer „I love“-Aufschrift in die Höhe. Das Wurfmaterial hat es in sich. Die Karnevalisten zeigen am Valentinstag Herz.
Rund 100 Einheiten, darunter 61 Fahrzeuge, setzen sich am Sonntagmittag in Bewegung. Damit ist der närrische Lindwurm gegenüber dem Vorjahr sogar noch minimal gewachsen. Trotz des Schneefalls und der Kälte strömen nach Veranstalterangaben 150.000 Jecken and die Straßenränder - und die dick verpackten Bären, eingeschnürten Hasen und flauschigen Hühner frieren nicht. Kostüme mit Fell und Federn sind ein Renner. Nur ganz Mutige zeigen bei den schrillen Kostümvarianten ihr Beine - kurze Röcke als Mutprobe.
Rom und die Ruhr 2010 bewegt die Narren in diesem Jahr thematisch am häufigsten. Da haben die Baumeister aus Vondern Stadtprinz Marco I. gleich ein ganzes Kolosseum in Miniatur auf seinen Prinzenwagen gebaut. Die Vonderner selbst legen ein Wildschwein auf den Grill. Als Gallier sind sie dem römischen Regenten samt Hofstaat eilig auf den Versen. Der Elferrat der Alten Oberhausener Karnevalsgesellschaft hat eine Taktik für den närrischen Kampf parat: „Wir Gallier der AOK wissen’s genau. Wir schlagen die Römer mit Helau, Helau!“ Streitwagen und Kutschen passen gut ins Bild. Zumal der Weg zum Schnee-Schlitten nicht weit ist. Die Alstadener Bären schicken auf ihrem Frauenwagen vorsichtshalber gleich lauter Eisbären ins Rennen. Das ist: cool!
Ein Renner ist die Kutsche der KG Blau-Gelb St. Marien. Mit der Konfetti-Handkanone erobern die Marianer nicht nur die Rathaus-Kurve im Sturm. Auch wenn der Oberbürgermeister aus Pappe diesmal auf dem Wagen fehlt: Ein Hingucker allemal.
Politisches zücken dafür die Senatoren der Großen Osterfelder Karnevalsgesellschaft, obgleich ausschließlich auf Bundesebene. „Die Renten sind sicher“ oder „Mehr Netto vom Brutto“: Die Versprechen der Politiker werden karnevalistisch zerpflückt. Denn: „Narren glauben alles!“ Auf eine Hommage an ihren Stadtteil konzentrieren sich die Styrumer Löwen: „Seit 100 Jahren als Stadtteil dabei, mit viel Humor und Narretei!“
Wäre da noch die Kulturhauptstadt. Die Königshardter kommen als Bergleute und setzen auf die kulturellen Höhepunkte de Stadt: „KGK und Ruhr 2010, die Erfindung der Zukunft hier wird sie entstehen.“ Die KG Wagaschei hat sich ihren geografischen Standort zu Nutze gemacht. Die Alstadener malen „ihren“ Fluss auf den Wagen: „Ruhr 2010 - Am Strom der Zeit.“ Bei den Buschhausenern ist die Narretei als ein Teil der Kulturlandhschaft fest verankert: „2010 feiert unsere Kultur 3 x 11 Jahre Karneval pur.“
Ein harmonischer Zug endet mit dem Aufwären bei zahlreichen Zugbällen. Nur den Liricher Müllschluckern ist noch immer nicht kalt: „Wir feiern Karneval bis die Fetzen fliegen!“ Auf ihrem Wagenmotiv wirbeln ausziehend Anziehend bunte Hemden und Kostüme durch die Luft. Da wird einem warm ums Herz.

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meine kleine Monique und mein schatz links auf dem bild.
lg chrissi