14 Jahre Gefängnis für Oberhausener Reiterhof-Schützen

Foto: WAZ

Edgar T. bleibt den Richtern ein Rätsel. Weil der 64-Jährige aus dem Oberhausener Stadtteil Osterfeld im Prozess vor dem Landgericht Essen eisern schwieg, bleibt es unklar, warum er am 12. Juli 2014 auf seine Chefin und deren Zwillingsschwester schoss und beide lebensgefährlich verletzte. Keine Probleme hatte das Schwurgericht am Dienstag aber, die Schüsse auf dem Reiterhof in Gelsenkirchen rechtlich einzuordnen: 14 Jahre Gefängnis für zweifachen Mordversuch.

„Dank der Zeugen haben wir ein selten präzises Bild vom objektiven Geschehen“, lobte Richter Andreas Labentz vor allem die Schwestern, die sehr anschaulich erzählt hätten. Klar sei, dass Edgar T., der seit Jahren Hilfstätigkeiten für die 51 Jahre alte Chefin verrichtet hatte, am 12. Juli sehr verärgert gewesen sei.

Morgens sei Edgar T. in Arbeitskleidung auf dem Reithof erschienen. Er sei weggefahren und mittags sehr gereizt gewesen. Er ging wieder, kam gut gekleidet zurück. Das Gericht wollte nicht zuviel spekulieren. Labentz: „Vielleicht diente das Sakko an diesem warmen Sommertag nur dazu, die Pistole zu verstecken.“

Er bat seine Chefin um ein Gespräch, wurde wegen einer Reitstunde mit Kindern vertröstet. Erst um 17.40 Uhr kam es zur direkten Begegnung der beiden. Ansatzlos schoss er ihr zweimal in den Bauch, nur auf Armlänge entfernt von ihr.

Als ihre Schwester herbei eilt, schießt er auch auf sie. Mit einer Bauchwunde, lebensgefährlich verletzt wie ihre Schwester, sackt sie zusammen. Er lädt laut Urteil durch, aber die Waffe funktioniert nicht mehr. Dann fährt er nach Hause. In seiner Oberhausener Wohnung trinkt er Alkohol, lässt sich kurz danach widerstandslos festnehmen.