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Lesung

Noah Sow spricht über Rassismus

27.11.2009 | 18:31 Uhr

Zu Intoleranz ruft Noah Sow in „Deutschland Schwarz Weiss” auf – Intoleranz gegen Rassismus.

Die Autorin Noah Sow kam zur Lesung in die Mediathek gegen Rassismus und Diskriminierung. Dabei hatte sie ihr neues Buch "Deutschland schwarz-weiss"; Foto: Irmine Skelnik

Die Autorin las am Donnerstagabend in der Mediathek gegen Rassismus aus ihrem Buch.

„Es ist leichter ein Atom zu zertrümmern, als ein Vorurteil”: Mit diesem Zitat von Albert Einstein steigt Noah Sow in ihre Buchvorstellung ein. Sie warnt die rund 70 Zuhörer, dass sie in der kommenden Stunde mit vielen Vorurteilen konfrontiert würden. Die Autorin berichtet zunächst von ihrer Heimat, einem Land in dem ihre Großmutter mit 16 Geschwistern aufwuchs, der Nachbarstamm bis vor kurzem noch bemalte Kinderschädel aufstellte und ein Teil der Bevölkerung bis 1994 noch keinen Telefonanschluss hatte. Mit ihrer Aufzählung weckt sie die Vision eines Landes im tiefsten Afrika und überrascht dann: „Ich bin in Bayern geboren”. Sie löst auf: In Tirol sei es tatsächlich üblich gewesen, kleine bemalte Schädel ins Regal zu stellen und in Ostdeutschland waren nach der Wende viele der Haushalte noch ohne Festnetz.

Noah Sow will mit ihrem Buch aufklären – vor allem über unbewusste Rassismen. „Eines der ungefährlichsten Wörter unserer Sprache ist schwarz”, sagt sie über die Einordnung von Menschen, wenn es sie denn mal geben müsse. Dem gegenüber stehe „weiß”. Viele würden „schwarz” für falsch halten, weil die Hauptfarbe die eine oder andere Schattierung von braun hätte. „Ihr Weißen seid eigentlich auch rosa”, gibt sie zu bedenken. Weiße Menschen würden sehr viele Farbnuancen auf ihrer Haut vereinen. Im Sozialisationsprozess hätten sie aber gelernt, die Herkunft von Menschen ihrer eigenen Hautfarbe nicht zu hinterfragen. Anders sei das bei Schwarzen.

Sow beschreibt in ihrem Buch meistens humorvoll Vorurteile, mit denen auch sie oft zu kämpfen hat. Sie zeigt auf, dass auch oberflächlich nett Gemeintes, wie der Begriff „exotische Schönheit” dazu führen kann, dass man sich als Außenseiter fühlt.

Irmine Skelnik

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