Windkraft für die Waschküche
10.03.2009 | 19:03 Uhr 2009-03-10T19:03:00+0100Neuenrade. Der Wind pfeift ganz schön um das Haus von Günter Schmidt. „Darum heißt das ja hier auch Oststraße”, schmunzelt der Neuenrade. Und daher könnte sich die kleine Windturbine auf dem Dach des Hauses auch bezahlt machen.
In der Hönnestadt dürfte Schmidt der erste sein, der die Öko-Energie für den Eigenverbrauch erzeugt. Was tun, wenn die private Rentenversicherung fällig wird und plötzlich ein Batzen Geld auf dem Konto landet? Jedenfalls nicht bei der Bank lassen, war sich Günter Schmidt sicher – verunsichert durch die Krise und möglichen Zugriff des Finanzamtes. Dann lieber investieren. „Dafür habe ich dann auch einen Gegenwert”, sagt Günter Schmidt. „Ein bisschen Idealismus” sei aber auch dabei gewesen, Strom und Wärme aus erneuerbaren Energieformen zu beziehen. Die kleine Turbine, die schlicht an einem Masten auf dem Dach installiert wird, bringt am Tag bis 600 Watt Leistung. Wenn man bedenkt, dass ein Kühlschrank allein 100 bis 200 Watt verbraucht, eine Waschmaschine sogar um die 600 Watt, kann Günter Schmidt künftig allein durch die Windkraft schmutzige Wäsche waschen.
Das Rad dreht sich
auch in der Nacht
„Wenn Jörg Kachelmann ein bisschen Wind bringt”, schränkt Schmidt ein wohlwissend, dass solche Energiegewinnung den Naturgewalten unterliegt. Gegenüber Solarkollektoren habe das Windrad den ungemeinen Vorteil, dass es sich auch nachts dreht, wenn der Wind dann bläst.
Doch auch die Sonnenergie will er bald anzapfen, lässt 15 Quadratmeter Kollektoren auf die Südseite des Daches setzen. Die Sonnenenergie soll die Heizung und Warmwasseraufbereitung unterstützten. Hauptsächlich geleistet wird die von einem Scheitholzkessel im Keller. Der wiederum ist in den Wintertagen abgesichert durch eine Gastherme.
Als Umweltaktivist würde sich der Neuenrader nicht bezeichnen, aber schlau gemacht hat er sich schon: Beim Verbrennen von Holz werde nicht mehr CO2 ausgestoßen, als ein lebender Baum aufnehme.
Rentiert sich aber die Investition, die insgesamt einen fünfstelligen Eurobetrag verschlingt? „Ich hätte mir auch ein Auto kaufen können”, sagt Günter Schmidt – aber dessen Wert würde nach kurzer Zeit dahinschmelzen. Dass sich die Investition in die alternativen Energieformen armortisiere, werde er womöglich nicht mehr erleben, gibt der 69-Jährige zu. „Aber das ist ja auch etwas für die Nachwelt.”
10:35
600 Wh pro Tag kann nicht sein, das wäre eine Leistung von 25 W, ausreichend für eine kleine Glühlampe. Vielleicht meinen Sie doch 600 W Maximalleistung, das bedeutet 600 W mal 24 h = 14.400 Wh = 14,4 kWh pro Tag mit Dauerwind. Ist es so?
10:08
Herr Land, kann es sein, dass Sie den Unterschied zwischen Leistung und Verbrauch (= Arbeit) nicht kennen? Eine Waschmaschine hat eine Leistungsaufnahme von 2000 W (Watt), ein 40°-Programm verbraucht 0,6 kWh (Kilowattstunden), das sind 600 Wh (Wattstunden).
Ferner: Ein Windrad erzeugt auch nachts Strom, wenn Wind weht. Vermutlich meinen Sie auch hier, dass es 600 Wh pro Tag erzeugt, nicht 600 W.
Erst informieren, dann schreiben!
Beste Grüße, Dr. Arnim Baitz