Schüler auf historischen Pfaden
09.05.2011 | 18:39 Uhr 2011-05-09T18:39:00+0200
Neuenrade.„Wir erarbeiten ein Neuenrade Geschichtsbuch“. Diese Aufgabe haben sich zwölf Schülerinnen und Schüler der Waldorfschule in diesem Schuljahr vorgenommen. Gestern waren die jungen Leute aus den Klassen sieben bis neun bei Stadtarchivar Dr. Rolf Dieter Kohl zu Gast.
Kohl hat den Geschichtskurs von Lehrerin Anja Batard bei vorigen Besuchen mit Lesestoff aus seiner heimatkundlichen Bibliothek versorgt. Michael nimmt sich die Geschichte der Neuenrader Schützengesellschaft vor. Er hat beste Connections zu einem Kompaniechef. Kirsten, Laura, Nathalie und Anja kümmern sich um Neuenrader Mythen und Sagen. Caroline und Paula beleuchten die Geschichte der Stadtbrände. Tyark und Fabian erkunden, welche Kriege seit dem Mittelalter in, um und wegen Neuenrade geführt wurden. Einen nicht kriegerischen aber mühsamen Kampf haben Maya und Nele vor sich. Sie kämpfen sich durch den Originaltext der Stadtgründungsurkunde des Grafen Engelbert aus dem Jahr 1355.
Ein strammes Programm. Lokalpatriotismus steht als Motivationshilfe nicht so zahlreich zur Verfügung. Die meisten Waldorf-Schüler des Geschichtskurses kommen nicht aus Neuenrade. Sie reisen allmorgendlich aus Altena, Plettenberg, Balve, Menden und Nachrodt-Wiblingwerde an.
Da sorgte das Thema dafür, seine „Schulstadt“ besser kennen zu lernen. Zum Beispiel die 900 Jahre alte Gerichtslinde. Und: „Dass es hier einen Geschichtspfad auf dem Wall gibt, hat uns schon überrascht“, so die Schüler gestern einhellig.
Nicht überrascht hat sie, dass im 19. Jahrhundert die Schülerinnen und Schüler bei einem speziellen Lehrer in Neuenrade über Tische und Bänke gegangen sein sollen. „Das machen sie doch heute auch“, so gestern eine Geschichtsschülerin mit coolem Schmunzeln.
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