Schotter-Putz im Schneckentempo
21.10.2009 | 22:48 Uhr 2009-10-21T22:48:00+0200Neuenrade. Im Schneckentempo geht es derzeit auf den Schienen zwischen Menden und Neuenrade voran – jedoch sind es nicht die Züge, die langsam rollen, sondern eine Spezialmaschine zur Reinigung des Gleisbettes. Für die Fahrgäste bedeutet das: Warten, auf Ersatzbusse umsteigen und Geduld beweisen.
300 Tonnen ist sie schwer, schafft 150 Meter in der Stunde – höchstens! Denn die Gleisbettreinigungsmaschine leistet Schwerstarbeit. Das imposante Gerät wird auf die Schienen aufgesetzt und hebt gleichzeitig die Gleisanlage an. Unter ohrenbetäubendem Lärm wird die Altbettung, also der Schotter, in das Maschineninnere befördert und durch ein Sieb gefiltert. Übrig bleibt aufgearbeiteter Schotter, der wieder in das Gleisbett eingespeist werden kann. Bauleiter Peter Rosenthal weiß: Hinter dem komplizierten Vorgang verbirgt sich ein einfaches Problem. Denn Routine-Messungen auf der Strecke Menden/Neuenrade haben ergeben: Das veraltete, teils abgesunkene Gleisbett bremst die Züge aus. Das kostet – Zeit und natürlich auch Geld.
Ulli Beele, Pressesprecher des Zwecksverband Ruhr Lippe bestätigt: „Die Streckensanierung ist ein Dauerzustand. Man kann vorn anfangen, wenn man hinten fertig ist.”
Am Montag, pünktlich zum Schulbeginn, soll die Strecke wieder für den Verkehr der Linie RB 54 freigegeben werden. „Es ist ein Hauptaufgabe der Strecke, den Schülerverkehr zu sichern”, so Beele.
Die Baumaßnahmen sind reine Routine – ganz im Gegenteil zu dem Mammutprojekt, das es ab Herbst 2010 zu stemmen gilt. Dann nämlich muss im Zuge der Ausbauarbeiten der Umgehungsstraße K14n auch der Schienenverkehr an die neue Straßenführung angepasst werden. So soll der Verkehr im Schöntal weiterhin unter der Bahnlinie hindurch fließen – jedoch haben sich die Ansprüche geändert: Das Nadelöhr wird zum Knotenpunkt.
Nicht nur Autos, sondern auch Schwertransporte sollen die Unterführung passieren. Eine komplett neue Brücke muss her. Auch in Garbeck ist der Bau einer weiteren Bahnbrücke geplant. „Das ist eine Großbaustelle. Die Brücke in Neuenrade wird eher fertig sein als die Ortsumgehung,” erklärt Thomas Meyer, Mitarbeiter Bauen und Planen im Märkischen Kreis.
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