Psychisch Kranker terrorisiert Gerichtsvollzieher
19.02.2010 | 21:47 Uhr 2010-02-19T21:47:00+0100
Neuenrade/Hagen. Ein 57-jähriger Neuenrader steht wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung, Sachbeschädigung und Urkundenfälschung vor dem Hagener Landgericht. Der psychisch Kranke soll sogar einen Gerichtsvollzieher terrorisiert haben.
Insbesondere einem Obergerichtsvollzieher und dessen Familie soll der psychisch kranke Mann aus Neuenrade das Leben zur Hölle gemacht haben. Zwischen Dezember 2007 und August 2009, so die Anklage, hatte der vermutlich nur vermindert Schuldfähige eine Spur der Verwüstung und des Schreckens hinterlassen, Titel missbraucht, Dokumente gefälscht, bitterböse Drohungen formuliert und einen bewaffneten Angriff gestartet.
So soll der heute 57-Jährige, der mit einer Großpackung Taschentücher im Gerichtssaal erschien, auf dem Gelände eines Neuenrader Autohauses Außenspiegel mit einem Hammer zertrümmert und Scheibenwischer abgeknickt haben.
Zwei Zwangsräumungen
Ähnliches war mit dem Transporter eines heimischen Möbelhauses geschehen. Auch soll er vor einem Baumarkt mehrere Blockhütten massiv beschädigt haben. Ferner hatte er mit einem gefälschten Schriftstück versucht, an Schusswaffen und Munition zu gelangen, hatte sich als verdeckter Ermittler ausgegeben.
Diese Vorwürfe wirken im Vergleich zu dem, was er laut Anklage einem Obergerichtsvollzieher und dessen Familie angedroht haben soll, noch harmlos. Zwei Zwangsräumungen waren Auslöser jahrelangen Psychoterrors, der mit Schadensersatzforderungen und Beleidigungen begann.
Ende 2007 erschien der Angeklagte mit einem gefälschten Dokument bei einer Bank, gab sich als Oberstaatsanwalt aus und verlangte die Pfändung der Konten des Obergerichtsvollziehers. Zudem verlangte er, ihm davon 55 000 Euro auszuzahlen. Danach überzog er den Mann und das zuständige Gericht in Altena mit einer Briefflut. In seinen Schreiben an die „Leiche des Obergerichtsvollziehers” kündigte er unter anderem an, dessen toten Körper zu zerlegen.
Schüsse aus Gasrevolver
Ähnliches drohte der Neuenrader auch der Frau seines Opfers an, später machte er mit seinen Drohungen auch nicht vor den Töchtern der Familie halt. Zuletzt lauerte er am 8. August 2009 dem Gerichtsvollzieher in der Bahnhofstraße auf und versuchte mehrere Schüsse aus einem Gasrevolver auf ihn abzugeben. Die Pastronen zündeten nicht. Das Opfer und ein Zeuge konnten den Angreifer überwältigen und entwaffnen. Der Neuenrader wurde in eine psychiatrische Klink eingewiesen.
Beim geschädigten Gerichtsvollzieher hinterließ das Erlebte deutliche Spuren: „Unvorstellbar, was das für ein Leben war letztes Jahr. Diese ganze Sache hat sehr an mir genagt.” Das Verfahren gegen den Neuenrader wird am 2. März fortgesetzt. Ihm droht die zeitlich unbegrenzte Unterbringung in der Psychiatrie.
19:21
jepp, stimmt, Schlaufuchs ! Wirklich schön geschrieben. Einfühlsam. Der arme Kranke. Von diesen armen Kranken gibt es ziemlich viele. Bedenklich wenn diese die halbe Justiz lahmlegen durch ihren Müll den sie in ihren kranken Gehirnen täglich produzieren. Das ist der Preis des Rechtstaates. JEDER darf seine Krankheit ausleben, bis er einen Straftatbestand erfüllt. JEDER hat dann ein Recht auf einen fairen Prozess - ob Gaga oder nicht. Es gibt eine bedenklich hohe Zahl solcher Mitbürger. Gibt es hierüber Statistiken ??
14:52
achwas, der arme Mann hatte bestimmt eine schlimme Kindheit und ist darum heutzutage leicht reizbar. Das meint der doch gar nicht so, er kann halt nicht anders. *Ironie off*
08:36
Sehr einfühlsam geschrieben.
Nennen wir das Ding beim richtigen Namen: Das sind solche Hirnis, die irgenwann dermaßen durchdrehen, dass sie Amok laufen.
Deshalb: Für immer wegschließen!!!