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Postkarten erinnern an Neuenrader Geschichte

03.08.2010 | 17:58 Uhr
Postkarten erinnern an Neuenrader Geschichte
Edwin Pestl stellt im Rathaus in Neuenrade seine Postkarten-Sammlung über die Hönnestadt aus.

Neuenrade.„Meine älteste Postkarte wurde im vergangenen Jahr hier ausgestellt“, erinnert sich Edwin Pestl zur Eröffnung einer weiteren Ausstellung im Rathaus.

Die rund 65 historischen Postkarten zeigen Motive, die der heutige Spaziergänger der Hönnestadt so nicht mehr auf Film oder Chip bannen kann. Pestl besitzt vermutlich die größte Sammlung an Postkarten aus Neuenrade und der unmittelbaren Umgebung. Die älteste stammt aus dem Jahr 1895. Ganz so alt sind die nun gezeigten Exponate nicht, an die Jahrhundertgrenze kommen sie dennoch nahe heran.

Das Kohlberghaus ist auf vielen Fotos zu sehen, auf anderen sieht man Gebäude am Remmelshagen. Das Kohlberghaus steht bekanntlich noch, doch Pestl nimmt keine Karte in seine Sammlung auf, dessen Geschichte er nicht nachverfolgen kann.

Über die bewegte Geschichte des markanten Gebäudes am Kohlberg kann der Sammler einiges erzählen. Mancher erinnert sich auch noch an die Gaststätte, die einst unweit der Waldorfschule die Neuenrader zum Einkehren einlud.

Neue Getränke mit
Fahnen nachbestellt

„Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Getränkenachbestellungen per Fahnen nach Werdohl herunter signalisiert“, berichtet Pestl. Eine ganz andere Geschichte hat das Gebäude auf dem Buckel, dass das Restaurant „Belvedere“ beherbergt. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts stand es in Essen, ehe es Stein für Stein abgetragen, und nahe des Kohlberges wieder errichtet wurde. Doch nicht nur die abgebildeten Gebäude erzählen ihre Geschichte.

In Pestls Sammlung sind es auch die Karten selber, die im Laufe ihres Lebens spannende Wege gegangen sind und von so manchem Abenteuer berichten. Eine Karte der großen Sammlung trägt den Ausgangsstempel eines Tages im Jahr 1908 morgens um 7 Uhr. Der Eingangsstempel stammt vom gleichen Tag um 19 Uhr.

„Das schafft die Post heutzutage nicht, eine normale Karte in 12 Stunden zum Empfänger zu befördern. Und der Weg nach Arnsberg war zu der Zeit nicht kurz“, erinnert Pestl.

Edwin Pestl ist nicht der einzige Sammler hier in der Gegend. Das vermutet er zumindest, denn wenn er im Internet fündig wurde, steht oft eine spannende Auktion an, bevor das begehrte Stück hoffentlich nach Neuenrade geschickt wird. Die eigentliche Leidenschaft des Postkartensammlers sind Briefmarken.

Erst seit etwa zehn Jahren sammelt er nun auch historische Ansichtskarten – eine Sammlung, die weiterhin permanent wächst.

Mark Sonneborn

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