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Neue Wege für Schulstandort Neuenrade

06.10.2010 | 18:40 Uhr
Neue Wege für Schulstandort Neuenrade
Hauptschule Niederheide soll Ganztagsbetrieb bekommen

Neuenrade.Bis zum 31. Dezember können von den Schulträgern Anträge zur Teilnahme am „Modellvorhaben Gemeinschaftsschule NRW“ gestellt werden – der Rat der Stadt Neuenrade hat in seiner Sondersitzung am Dienstagabend dafür die ersten Weichen gestellt, dass auch die Hönnestadt bei diesem Vorhaben dabei sein wird.

Am Ende war es ein einstimmiger Beschluss aller Fraktionen, was bei Bürgermeister Klaus Peter Sasse große Erleichterung auslöste. Mit diesem eindeutigen Votum hat die Verwaltung der Stadt eine starke Rückendeckung für die nächsten Schritte.

Anmeldezahlen seit
Jahren rückläufig

Der Bürgermeister ging kurz auf die aktuelle Situation des Schulstandortes Neuenrade ein, stellte die seit Jahren rückläufigen Anmeldezahlen an der Hauptschule (Gertrudenschule) heraus. Mit dem Regierungswechsel in NRW habe man nun die Chance, neue Wege zu gehen, was man frei von ideologischen Standpunkten diskutieren müsse. Sasse: „Und wir müssen jetzt schnell handeln, wir wissen nicht, wie lange für uns dieses Zeitfenster geöffnet ist!“

Im Vorfeld der Ratssitzung, hatte es bereits Informationstreffen der Fraktionsspitzen mit Dr. Ernst Rösner, dem Leiter des Institutes für Schulentwicklungsforschung der Uni Dortmund, gegeben. Er hatte die Gemeinschaftsschule als einzige Chance für Neuenrade gesehen, den Schulstandort zu sichern. Politik und Verwaltung in Neuenrade konnte Dr. Rösner mit seinen Vorschlägen überzeugen.

Für die CDU-Fraktion stellte Alexander Klinke fest: „Ob und wann wir die Genehmigung zur Gemeinschaftsschule bekommen, wissen wir nicht – wir sind als Fraktion aber der Überzeugung, dass wir das richtige tun.“

Peter Müller (SPD) mahnte: „Wenn wir diesen Schritt jetzt nicht machen, haben wir bald ein leeres Schulgebäude da stehen. Der größte Teil unserer Grundschüler wechselt auf weiterführende Schulen der Nachbarstädte.“ Er erinnerte daran, dass man auch daran denken müsse, die Stadt für junge Familien attraktiv zu machen, dazu gehört ein ausreichendes Schulangebot.

Modell weltweit
schon erfolgreich

„Diese Schulform ist weltweit längst die erfolgreichste“, stellte Dietrich Maurer für die Bündnisgrünen fest. Für Ruth Echterhage (FWG) ist die Gemeinschaftsschule zwar nicht unbedingt eine historische, doch zumindest eine „exemplarische Chance“.

Volker Grünberg (CDU), Rektor der Gertrudenschule, stellte fest, dass es sich nicht um eine „Umwandlung“ von der Haupt- zur Gemeinschaftsschule handelt: „Mit der Einrichtung der Gemeinschaftsschule endet die Hauptschule – ich stehe aber voll hinter dieser Entscheidung!“

Die erkrankte FDP-Sprecherin Claudia Kaluza ließ ihre schriftliche Stellungnahme von Amtsleiter Dierk Rademacher vortragen. Unter anderem führte sie aus: „Die Kooperation mit einer Schule, die eine gute Oberstufe bietet, muss gewährleistet sein.“

Vor der Abstimmung eine kleine Pause, hier erteilte man der Grundschul-Leiterin Christa Sacher das Wort. Mit viel Leidenschaft plädierte die erfahrene Pädagogin für das neue Schulmodell: „Die Gemeinschaftsschule ist die erfolgreichste Schulform – die erste Gemeinschaftsschule ist schließlich die Grundschule. Soziales Lernen beginnt im Kindergarten, wird in der Grundschule fortgesetzt – der nächste Schritt ist die Gemeinschaftsschule. Mit meinen Kollegen werde ich mit für diese Schulform stark machen!“

Beifall von den Zuhörern und Politikern für diesen Beitrag – und anschließend der einstimmige Beschluss!

Dieter Linde

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