Leidenschaft bei minus 40 Grad
10.02.2012 | 22:43 Uhr 2012-02-10T22:43:00+0100
Neuenrade.Minus 15 Grad und mehr zeigte diese Woche manch Thermometer vor den Haustüren der Hönnestadt. Einer der kältesten Orte Neuenrades findet sich allerdings unter einem historischen Dach in der Zweiten Straße 20: in der Eismaschine von Francesco Agnello.
„Darin ist es bis zu minus 40 Grad kalt“ berichtet der Sizilianer mit leuchtenden Augen. Und seine Gattin Nora Rosana lacht: „Mein Mann macht mit viel Leidenschaft Eis.“
Obwohl es noch tiefster Winter ist, haben die Agnellos dieser Tage ihre bis Ende Oktober dauernde Eissaison bereits eröffnet. Es ist einiges neu in ihrem „Il Gelato“ und das ist durchaus winterkompatibel. Zum Beispiel die erneuerte Eis- und Getränkekarte. Da stehen jetzt auch 37 verschiedene Tee-Angebote drauf und heißer Apfelstrudel, eine komplette Waffelkarte und anderer Kuchen zum italienischen Kaffee. „Viele haben sich gefreut, dass wir schon wieder geöffnet haben“, berichtet die Inhaberin, „und sie waren auch ein wenig neugierig“.
Tische, Stühle, Bänke, alles neu
Das Eiscafe hat ein neues italienisches Ambiente bekommen: Tische, Bänke, Stühle, alles neu. Mitte November startete die Renovierung. „Eigentlich hätten wir da gerne noch länger offen gehalten“, berichtet Nora Agnello mit Hinweis auf den Frühling im vergangenen Spätherbst. Doch das neue Mobiliar wurde geliefert. Jetzt ist alles aufs Feinste hergerichtet. Und Eisfachmann Francesco Agnello hat die Winterpause genutzt, um sich auf der italienischen Eisfachmesse in Logarone auf den neusten Stand zu bringen. Eine Eissorte hat er anschließend kreiert. Crocchella: „Feigeneis mit Pistazien, Haselnuss und karamellisierten Pinienkernen.“ Die absolute Spezialität des Hauses, mit Geheimrezept, ist die „Crema Veneziana“. „Die gibt es nur bei uns und beim Il Gelato in Lüdenscheid“, berichten die Agnellos. Aus Lüdenscheid sind sie 2005 nach Neuenrade gekommen, eröffneten zu Gertrüdchen in der Hönnestadt ihr neues Eiscafé. „Ganz so einfach war das am Anfang nicht“, erzählen die beiden.
Eisfachmann Francesco war nach zwei Jahren skeptisch, ob das was wird. „Qualität setzt sich durch“, war sich Gattin Nora sicher und behielt Recht . Mittlerweile ist das Paar in Neuenrade heimisch, wohnt gleich über dem Eiscafé und hat mit der Investition ins neue Interieur ein deutliches Bekenntnis zur Hönnestadt abgegeben. Nicht nur in Neuenrade hat sich Francescos Eis-Leidenschaft herumgesprochen. „Unsere Kunden kommen auch aus Balve, Plettenberg und sogar Iserlohn,“ freuen sich die beiden Neu-Neuenrader.
„Qualität setzt sich durch“
Im Moment ist es in ihrem Eiscafé noch etwas ruhiger. Sie hoffen, dass es zu Gertrüdchen wieder so frühlingshaft ist, wie im Vorjahr. Sobald die Temperaturen wärmer sind, werden nicht nur auf der Eiscafé-Terrasse, sondern auch auf dem Brunnenplatz Tische und Stühle aufgestellt.
Apropos Terrasse. Wenn am 18. August in der Zweiten Straße das Seifenkistenrennen der Neuenrader Altstadtgemeinschaft steigt, hat man von dort genau das Ziel vor der Nase. „Einige“, verrät Nora Rosana Agnello von den vergangene n Rennen, „haben sich deshalb einen Tisch reserviert“.
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