Fabian Müller zelebriert Werke alter Meister
14.09.2011 | 12:00 Uhr 2011-09-14T12:00:00+0200
Neuenrade. Die am vergangenen Sonntag stattgefundene „Soireé in der Villa“ wurde den Erwartungen der Musikfreunde vollauf gerecht. Am Steinway-Flügel saß mit Fabian Müller ein junger Mann, der mit seinen Intonationen das Publikum in seinen Bann zog und begeisterte. Es ist die manchmal eigenwillige Interpretation, die Fabian Müller in seine Musik legt. Es ist jene Interpretation, die hochkarätige Pianisten für sich in Anspruch nehmen sollen und dürfen. Aber es ist primär dieses auf sehr hohem Niveau stehende Musikgefühl, das er bei der Aufführung in die Werke alter Meister legt. Fabian Müller spielt nicht nur deren Kompositionen, er zelebriert sie mit seinem beachtlichen musikalischen Können. Einfühlsam, teilweise träumerisch uns spielerisch lässt er seine Hände über die Tasten des Instruments gleiten, der Zuhörer kann sich des Eindrucks nicht verwehren, dass er mit dem Flügel zu einer Einheit wird.
Fabian Müller beeindruckt nicht nur durch virtuoses Spiel. Bei der „Soireé in der Villa“ überraschte er das Publikum durch notenfreie Intonation. Der Vortrag klassischer Kompositionen ohne Noten ist bemerkenswert, verschafft dem Konzertpianisten aber den Vorteil, mit größtmöglicher Konzentration zu spielen. Fabian Müller, Stipendiat der märkischen Kulturkonferenz, ließ mit seinem Können überhaupt keine Zweifel aufkommen. Technisch agiert er perfekt, sein Spiel ist souverän und sauber, beim Allegro lässt er seine Finger blitzschnell über die Tasten gleiten, beim Adagio streichelt er sie - mit seinem Anschlag schafft er die besondere Intonation.
Kontakt zum Publikum
Was Fabian Müller auszeichnet ist seine interpretatorische Vielseitigkeit, die sich auch in seinem sonntäglichen Konzert wieder spiegelte. Mit Mozarts Sonate f-dur KV 332 schafft er spielerisch den Kontakt zu seine Publikum. Die Sätze Allegro, Adagio und Allegro molto wurden von Mozart locker aneinander gereiht. Die von Fabian Müller intonierte Sonate KV 332 ist dafür beispielhaft, schnelle Läufe und ausgeprägte Basspartien begeisterten die Zuhörer. Zu einem Hörgenuss wurden Müllers Aufführungen aus „Années der Pélerinage“ von Franz Liszt. Beeindruckend die Art, der er seine musikalische Reife zeigt, die Harmonien platziert er ebenso gekonnt, wie die außergewöhnlich schwierigen Basspassagen. Mit Beethovens Sonate fis-dur op. 78 endete der erste Konzerteilt, Bartoks „Four Dirges op. 9a“ stand nach der Pause ebenso meisterhaft intoniert wie Beethovens „Sieben Bagatellen op. 33“.
Fazit: Ein auf hohem Musikniveau stehendes Klavierkonzert mit einem außergewöhnlichen Musiktalent, der seine Leistungsgrenze noch nicht erreicht hat. Die „Soireé in der Villa“ ist weiter auf dem Weg, hochkarätige Veranstaltungen im Kreis sach- und fachkundiger Zuhörer zu bieten.
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