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Gefühlvolles Spiel

Boule bringt viel Lebensfreude

14.04.2010 | 21:38 Uhr
Boule bringt viel Lebensfreude

Neuenrade.„Boule ist die schönste Art, einen Nachmittag zu vertrödeln” - das klingt nach Zufriedenheit und Lebenfreude, ist auf jeden Fall auch so gemeint. Der Philosoph Papazian beschreibt das Spiel so: „Boule ist das gefühlvolle Werfen von Eisenkugeln über einen Sandplatz. Vor allem aber: französische Lebenskunst pur. Mitmachen kann jeder!”

Ein ähnliches Spiel nennt man in Italien Boccia, in Deutschland durch Ex-Kanzler Konrad Adenauer bekannt geworden, bei diesem Spiel wurde er in Deutschen Wochenschauen immer wieder gezeigt. Im Bundeskanzleramt, damals noch in Bonn, gab es eine Boccia-Bahn.

Boccia war auch der Ursprung, dass es seit 1995 in Neuenrade einen Verein gibt, der sich dem Boule-Sport verschrieben hat, sie nennen sich „Boulefreunde Neuenrade“.

Es war Anfang der 90er Jahre, da machte der Vorsitzende Udo Pietron-Moch mit seiner Familie Urlaub in Italien, der bekannte Handballer (Trainer beim TuS Neuenrade) schaute beim Boccia zu - und war gleich begeistert. „Nach der Rückkehr haben wir hinter dem Haus auf dem Rasen mit den Kugeln angefangen, dann eben den Verein gegründet, der in den erste Jahren einen enormen Zulauf hatte”, erinnert er sich im WR-Gespräch.

Die Hönnestädter entschieden sich für die französische Variante mit den Kugeln, eben Boule. Die Entwicklung dieses Spiels reicht Jahrhunderte zurück. Schon vor rund 700 Jahren wurde in Frankreich mit Holzkugeln gespielt.

Bouele heißt auf deutsch schlicht und einfach „Kugel”. Im Laufe der Zeit entwickelten sich vor allem in Frankreich verschiedene Kugelspiele. Die populärste Variante ist „Petanque”, das auch in Deutschland gespielt wird.

„Petanque”, so wird überliefert, entstand in der kleinen Hafenstadt La Ciotat, östlich von Marseille. Bei der bewegungsreichen Boul-Variante „Jeu provencal” schaute der gehbehinderte Jules LeNois zu. In einer Spielpause fing er an, Kugeln auf kurzer Distanz, nur drei Metern, zu werfen. Sein Freund Ernest Piotet kam hinzu, weitere Spieler schlossen sich an - die Geburtsstunde des „Petanque”.

Der Rückblick in die Geschichte des Boule-Sports zeigt schon, dass es durchaus wichtig ist, den einen oder anderen französischen Begriff zu beherrschen. Vor allem, wenn man im Spielbetrieb mitmacht, wie seit 2001 die Boule-Freunde Neuenrade.

Die schafften schnell den Aufstieg in die Bezirksliga, wo sie auch heute noch antreten. Ende April beginnt die Saison 2010, für Neuenrade in Essen-Kettwig. Es gibt über den Sommer verteilt vier Großspieltage, bei denen dann alle acht Liga-Teams am Start sind.

Die Boulefreunde Neuenrade hatten in den vergangenen Jahren bis zu 30 aktive Mitglieder, aktuell sind es nur noch knapp die Hälfte. „Neue Mitglieder sind bei uns natürlich stets willkommen, wir treffen uns jeden Donnerstag”, so der Vorsitzende Udo Pietron-Moch. Stolz ist der 54-Jährige, dass man mit dem jungen Sascha Müller (17) ein großes Talent in den eigenen Reihen hat, der weit vorn in der deutschen Rangliste auftaucht, immer wieder in Auswahlteams zum Einsatz kommt.

Ende August planen die Boulefreunde auf der Waldstadion-Anlage übrigens ein großes Turnier, dann werden Spieler von befreundeten Vereinen aus ganz NRW erwartet.

Dieter Linde

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