Angehörige des Mordopfers vor Schwurgericht
13.02.2012 | 17:29 Uhr 2012-02-13T17:29:00+0100Neuenrade/Hagen.„Das war ein aufgeschlossener, witziger Mann. Wir haben viel gelacht.“ – Im Prozess gegen Pasquale B. und Mario L, die den Neuenrader Michael P. mit dem Mord an dem Kölner Pizzeriabetreiber Umberto S. beauftragt haben sollen, hörte das Hagener Schwurgericht gestern Angehörige des Mordopfers aus der Domstadt. Sie sind noch immer fassungslos.
Im Jahr 2000 hatte Umberto S. den Sohn seines Cousins nach Deutschland geholt, ihm Arbeit und Familienanschluss geboten. Umso größer der Schock, als den am Nachmittag des 6. Oktober 2006 ein Anruf erreicht hatte: „Nino, lauf, lauf, da ist etwas passiert.“ Vor dem Restaurant des Onkels sah der heute 30-Jährige Polizei und Feuerwehr.
„Ich fragte einen Polizisten. Ich sagte ihm, ich sei der Neffe, arbeite in dem Restaurant und mein Onkel sei da drin. Er sagte: Dein Onkel ist tot. Ich war ganz durcheinander, ich war ganz weg mit meinem Kopf, dass mein Onkel tot war.“ Anschließend habe er seiner Tante sagen müssen, dass ihr Mann tot sei. Und: Am nächsten Tag hätte die Hochzeit einer seiner Cousinen stattfinden sollen: „Mein Onkel hat es nicht geschafft, seine Tochter heiraten zu sehen.“
„Ich kam gut mit ihm zurecht“, erinnerte sich der Lebensgefährte einer anderen Tochter des Ermordeten. Bei Mittagessen an Sonntagen oder im Restaurant habe er Umberto S. regelmäßig gesehen. Geredet hätten sie über Alltägliches, nie über Geschäftliches oder Privates.
Bargeld im Schließfach
Erst im Nachhinein habe er erfahren, dass der Schwiegervater in spe eine Freundin gehabt und die Scheidung von seiner Frau geplant habe. Von Kontakten zu Prostituierten wisse er nichts. Und: Nach dem Mord hätte die Familie von einem Bankschließfach von Umberto S. mit 160 000 Euro Bargeld erfahren. Sicherlich, das bestätigte er auf Nachfrage, habe er sich danach Gedanken gemacht, ob der Tote neben dem Restaurant noch etwas anderes gemacht habe.
Das Verfahren gegen die mutmaßlichen Auftraggeber von Michael P. wird am 27. Februar fortgesetzt.
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