Zero schließt: Inventar hat für Fans Kult-Status

Herbert Bartetzko zeigt Fässer, die   im  Zero Stehtische  waren
Herbert Bartetzko zeigt Fässer, die im Zero Stehtische waren
Foto: WP Ted Jones

Arnsberg..  Mit einer Techno-Party unter dem Motto „Candyland“ endet am heutigen Samstag, 14. Februar, die 32-jährige Geschichte des Clubs „Zero“ im Niedereimerfeld. Die Party- und Konzertstätte genoss generationsübergreifend „Kult-Status“. Zum Ausklang legen heute ab 22 Uhr mehrere DJs Techno-Musik auf. Dann schließt das Zero endgültig (wir berichteten).

Entscheidend geprägt wurde die Clubgeschichte von Herbert Bar-tetzko, der 1983 mit Walter Türk das „Zero“ im früheren Lokal „Cream“ an der Bruchhausener Straße gegründet hatte und später im Neubau im Niedereimerfeld allein betrieb. So schillernd wie das kulturelle Engagement des gelernten Sozialarbeiters Herbert Bartetzko war auch der Ruf des „Zero“. Club und Clubbetreiber bildeten eine Symbiose, von der viele Party- und Konzertfreunde bei Auftritten von Bands ganz unterschiedlicher Musikstile profitierten.

Die lange Strecke von 32 Club-Jahren weckt bei vielen Zero-Gästen nostalgische Gefühle. Bei vielen Fans genießt das Zero Kult-Status. So verwundert es nicht, dass Herbert Bartetzko schon oft gefragt wurde, was mit dem Inventar des Zero passiert. Daniela Brieden, die einen 900 Mitglieder starken Zero-Fanclub betreut, sicherte sich bereits das Zero-Schild am Club-Eingang.

Demnächst Zero als Produktname

„Das andere Schild auf dem Zero-Dach bleibt aber dort, wo es ist“, schmunzelt Herbert Bartetzko. „Denn der Internet-Handel, der das Zero-Gebäude demnächst als Lagerstätte nutzt, will eine Produktlinie im Elektrotechnik-Bereich nach ,Zero’ benennen.“ Bartetzko hatte das mehr als 3000 qm große Party-Lokal an eine benachbarte Unternehmerfamilie verkauft.

Trödelmarkt geplant

Für die hochwertige technische Ausstattung des Zero hat Herbert Bartetzko bereits Käufer gefunden. Licht-, Ton- und Videotechnik, aber auch Gastro-Inventar wie Kühlschränke etc. werden demnächst woanders genutzt. Aber dann bleiben ja immer noch viele kleinere Sachen übrig, nach dennen Fans bereits heute gern die Finger ausstrecken würden. So gibt es im Zero zum Beispiel insgesamt über 20 Stehtische der besonderen Art. Es handelt sich um frühere Ölfässer, die alle sorgsam gereinigt wurden und dann zum Abstellen von Gläsern eine metallene Ronde auf dem Deckel erhielten. Für diese Fässer und auch viele weitere Sachen aus dem Zero-Inventar will Herbert Bar-tetzko in etwa zwei bis drei Monaten einen Flohmarkt veranstalten.

Ab Rosenmontag wird das Zero ausgeräumt. Wenn all diese Arbeiten erledigt sind, freut sich der 61-Jährige, dann ehemalige Clubbetreiber auf einen Urlaub im Frühjahr in Ägypten. Als leidenschaftlicher Vogelkundler möchte er riesige Scharen von Vögeln durch sein Fernglas beobachten.

Daheim wird er sicher nicht die meiste Zeit auf der Couch verbringen. Bartetzko, der in einem sehr ländlichen Bereich von Sundern wohnt, plant schon wieder etwas Besonderes - etwas, was es im Sauerland und weit darüber hinaus nicht gibt. Mehr soll noch nicht verraten werden. Man wird aber demnächst wieder von ihm hören.