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Verschollener Grabstein von Ehrenbürger Noah Wolff am Ruhrufer entdeckt

26.10.2012 | 18:30 Uhr
Verschollener Grabstein von Ehrenbürger Noah Wolff am Ruhrufer entdeckt
Franz-Josef Schulte, Bernd Held und Dr. Gotthard Scheja (v. l.) zeigen den Grabstein des Ehrenbürgers Noa Wolff, der bei Baggerarbeiten am Ruhrufer gefundenFoto: Martin Schwarz

Neheim.   Fast 70 Jahre nach der Möhnekatastrophe ist der Grabstein des Neheimer Ehrenbürgers Noa Wolff wieder aufgetaucht. Er ist jetzt bei den Bauarbeiten für die Ruhr-Renaturierung im Neheimer Ohl am Ruhrufer wiedergefunden worden.

Fast 70 Jahre nach der Möhnekatastrophe ist der Grabstein des Neheimer Ehrenbürgers Noa Wolff wieder aufgetaucht.

Der Marmor-Obelisk, der am 17. Mai 1943 auf dem Neheimer Judenfriedhof von den Wasserfluten fortgespült wurde, ist jetzt bei den Bauarbeiten für die Ruhr-Renaturierung im Neheimer Ohl am Ruhrufer wiedergefunden worden.

Bernd Held, Baggerfahrer der Baufirma Redeker, sah den Grabstein plötzlich in der Baggerschaufel, als er Erdmasse am Ruhrufer aushub. Die Fundstelle befindet sich genau im Mündungsbereich der Möhne, am Ruhrufer auf der Ohl-Seite. Der Baggerfahrer legte den Stein erst mal zur Seite, dann wurden Stadtverwaltung Arnsberg und Heimatbund Neheim-Hüsten informiert. Auch Neheimer Bürger, die den Grabstein an der Baustraße in den Ruhrwiesen sahen, alarmierten Stadt und Heimatbund.

Heimatbundvorsitzender Franz-Josef Schulte und der Leiter des städtischen Umweltbüros, Dr. Gotthard Scheja, der die Ruhr-Renaturierung begleitet, freuten sich sehr über den Fund. Noch vor Ort informierte Schulte per Handy einen Steinmetz, der den Grabstein abholt und aufarbeitet. „Der Heimatbund will den Obelisk wieder auf dem Neheimer Judenfriedhof aufstellen“, meinte Schulte. Der Judenfriedhof befindet sich unterhalb der Graf-Gottfried-Schule (vormals: Karl-Wagenfeld-Schule) an einem Ufer-Fußweg nahe der Möhnemündung. „Erst vor Kurzem hatten Studenten bei einer Sommerakademie in der Neheimer Altstadt über eine gestalterische Aufwertung des Judenfriedhofs gesprochen. Dieser Fund könnte hierzu ein wesentlicher Beitrag sein“, meinte Schulte im Gespräch mit unserer Zeitung.

Bürgermeister Hans-Josef Vogel erklärte: „Der Grabsteinfund ist stadt- und regionalgeschichtlich eine Sensation. Unsere Stadt hat Noa Wolff viel zu verdanken. Sein Grabstein ist ein ;Denkmal’ für diesen außergewöhnlichen Mann und Ehrenbürger, aber auch jetzt ein Denkmal gegen jeden Krieg und gegen jede Gewalt, für Frieden und Freiheit. Wir werden mit der jüdischen Gemeinde Hagen überlegen, wie wir dies auf dem jüdischen Friedhof oder an einem anderen Platz darstellen können.“

Noa Wolff - Industriepionier und jüdische Persönlichkeit

Noa Wolff (* 1809, † 1907) gehörte zu den Industriepionieren der damaligen Stadt Neheim. Im Jahr 1833 gründete Noa Wolff mit einem Geschäftspartner eine Stecknadel- und Panzenwarenfabrik in Neheim. Der Kompagnon von Noa Wolff stieg später aus dem Unternhemen aus, dafür kam Wollfs Bruder. Die Firma der „Gebrüder Wolff“ produzierte dann Petroleumleuchten und später auch elektrische Geräte.  

Noa Wolff war Mitte des 19. Jahrhunderts Vorsteher der jüdischen Gemeinde Neheim und 1857 Vorsteher des Synagogenbezirks Arnsberg. Im Jahr 1896 wurde Noa Wolff von der damaligen Stadt Neheim zum Ehrenbürger ernannt.

Martin Schwarz



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