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Schutz vor Legionellen

Vermieter sollen Wasser überprüfen lassen

12.10.2012 | 19:12 Uhr
Vermieter  sollen Wasser überprüfen lassen

Arnsberg. Die neue Trinkwasserverordnung ist schon seit dem 1. November 2011 in Kraft – dennoch kennt sie kaum ein Hauseigentümer.

In der Herbstversammlung der Eigentümerschutzgemeinschaft Haus & Grund Neheim-Hüsten (H&G) sorgte Tim Treude, Rechtsanwalt und H&G-Geschäftsführer Landesverband Westfalen, für ein wenig Klarheit in die für Hauseigentümer ziemlich undurchsichtige Gesetzgebung. „Wen betrifft eigentlich diese no-vellierte Trinkwasserverordnung?“, fragte Treude die rund 60 versammelten H&G-Mitglieder im Hüstener Petri-Saal. Antwort: Eigentümer von vermieteten Mehrfamilienhäusern, Eigentumswohnanlagen mit Großanlagen zur Trinkwasser-Erwärmung.

Genauer gesagt sind es Immobilien ab drei Wohneinheiten (mindestens eine vermietet), die eine Warmwasserverteilungsanlage haben, in der Trinkwasser erwärmt wird, die das Fassungsvermögen von mindestens 400 Litern und höher haben. Oder wenn sich zwischen Erwärmer und Entnahmestelle mindestens drei Liter Wasser in der Rohrleitung befinden. Das kommt meistens bei einem Zirkulationssystem vor. Besitzer von solchen Immobilien müssen ihre Trinkwasseranlage auf Legionellen prüfen lassen.

Entscheidend ist dabei, dass sich in den Wohneinheiten Duschen, Badewannen- oder Geschirrbrausen oder ähnliche Einrichtungen befinden. „Bei den Anlagen kommt es zu einer Vernebelung des Trinkwassers. Durch Einatmen von stark mit Legionellen (Bakterien) verseuchtes Trinkwasser könnte man an Legionellose erkranken“, so Treude. Nicht nur Mehrfamilienhausbesitzer sind betroffen, sondern auch Wohnungsbaugenossenschaften, Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime sowie Hotels, Sportstätten oder Fitness-Center.

Viele dieser Einrichtungen und private Hauseigentümer müssen erst mal die technischen Voraussetzungen für die Probeentnahmestellen schaffen, auch geht es darum, welcher Sachverständige bzw. welches Labor die Prüfung vornimmt. Das Prüfergebnis der Erstbeprobung muss dem Gesundheitsamt bis 31. Oktober 2012 vorgelegt werden. Falls sich der Bundesrat am Freitag geeinigt hat, wird die Frist bis zum 31. Dezember 2013 verlängert. Treude rät Hauseigentümern, die Novellierung der Trinkwasserverordnung abzuwarten.

Hintergrund: Ein Arnsberger verbraucht im Schnitt 122 Liter Wasser pro Tag

Im Stadtgebiet Arnsberg werden täglich 18 000 Hausanschlüsse in einem Versorgungsnetz von 430 Kilometern mit Trinkwasser versorgt. Der Durchschnittsverbrauch pro Person liegt bei 122 Litern/Tag. Davon werden bis zu drei Liter zum Trinken oder Kochen benötigt. Der Rest zum Duschen, Baden, Toilette, Putzen, Waschen und Garten.

Mit Stand 31. Dezember 2011 gab es im Arnsberger Stadtgebiet 35244 Wohnungen in 17 052 Gebäuden. Die Gebäude teilen sich auf in 8725 Einfamilienhäuser, 5007 Zweifamilienhäuser und 3320 Mehrfamilienhäuser.

Achim Benke

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2012-10-12 19:12
Neheim-Hüsten