Streit um größeren Steinbruch: Ebel bietet BI Gespräch an

Steinbruch Habbel in Müschede
Steinbruch Habbel in Müschede
Foto: WP

Müschede..  Die Steinbruchbetriebe Ebel haben am 15. Dezember 2014 eine Erweiterung des Steinbruchs Habbel für eine Abbauphase IV beantragt und stoßen damit auf starken Protest im benachbarten Müschede, wo viele Bürger eine unzumutbare Belastung durch Feinstaub, Lärm und Erschütterungen befürchten. Unsere Zeitung sprach mit Josef Reichenbruch, Sprecher der Bürgerinitiative „Kontra Habbel IV“, sowie mit Burkhard Ebel, Geschäftsführer der Steinbruchbetriebe Heinrich Ebel.

„HSK fehlt Personal für Kontrollen“

Während Burkhard Ebel darauf verweist, dass unabhängige Gutachten die rechtliche Zulässigkeit der beantragten Steinbruch-Erweiterung untermauern, werden diese Werte von Seiten der Bürgerinitiative als unzureichend erachtet. „Wir fordern regelmäßige, konsequente und unangekündigte behördliche Kontrollen hinsichtlich Staub, Lärm und Erschütterungen“, sagt Reichenbruch. Nach Auskunft des zuständigen Sachbearbeiters des HSK gegenüber der BI sei der HSK wegen Personalmangels und fehlender Messgeräte hierzu nicht bzw. allenfalls nur sehr eingeschränkt in der Lage.

Völlig inakzeptabel sind für die BI die vom HSK weiterhin genehmigten Steinbruch-Betriebszeiten von werktäglich 0.00 bis 24 Uhr (rund um die Uhr). Die BI fordert eingeschränkte Betriebszeiten unter Beachtung der Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr. Zum Forderungskatalog der Bürgerinitiative gehört auch die „Einholung eines hydrogeologischen Gutachtens für den Steinbruchbetrieb im Hinblick auf die Gefährdung der Trinkwasserversorgung“. Reichenbruch moniert, dass die vor Kurzem genehmigte erweiterte Abbautiefe um 35 Meter dazu führe, dass die künftige Abteufung wesentlich tiefer liege als die Müssenbergquelle, aus der Müschede mit Trinkwasser versorgt werde.

Eine Gefährdung der Müscheder Trinkwasserversorgung sieht Steinbruch-Chef Burkhard Ebel nicht und sagt: „Das Steinbruch-Areal gehört nicht zum Einspeisungsraum der Quelle.“ Unabhängige Gutachten würden die rechtliche Zulässigkeit des Genehmigungsantrags bestätigen. Dem Erweiterungsantrag vom 15.12. 2014 sei eine sechsjährige Vorbereitung vorangegangen, in der die nötigen Unterlagen erstellt worden seien.

Öffentliches Beteiligungsverfahren

Von den umfangreichen Informationen, die die Unterlagen enthielten, könne sich bald in einem öffentlichen Beteiligungsverfahren jeder interessierte Bürger selbst ein Bild machen. Den Gegnern von Habbel IV machte Burkhard Ebel ein Gesprächsangebot: „Die Geschäftsleitung unseres Steinbruchs ist gern bereit, mit den vier Sprechern der Bürgerinitiative eine intensive Diskussion zu führen, wobei allerdings unabhängige Gesprächsmoderatoren zugegen sein sollten, damit Gesprächsergebnisse, die von beiden Seiten getragen werden können, erzielt werden können. Als neutrale Moderatoren könnte ich mir zum Beispiel Ratsmitglieder, die außerhalb von Müschede wohnen, vorstellen. Andere neutrale Moderatoren wären aber auch denkbar.“

Bürger reichen Petition gegen tieferen Gesteinsabbau ein

Die Bürgerinitiative gegen die geplante Erweiterung des Steinbruchs Habbel protestiert auch gegen die bereits vom HSK genehmigte erweiterte Abteuftiefe, womit im Steinbruch Habbel 35 Meter tiefer als bisher Gestein abgebaut werden darf. Die BI moniert hier eine fehlende Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) im Genehmigungsverfahren. Die Belastung durch Feinstaub, Lärm und Erschütterungen hätte in einer Umweltverträglichkeitsprüfung erläutert werden müssen. Speziell befürchten Anwohner eine Gefährdung der Trinkwasserversorgung wegen räumlicher Nähe zur Müssenbergquelle.

Die Bürgerinitiative zweifelt daher die Rechtmäßigkeit der bereits genehmigten erweiterten Abbautiefe an und hat deshalb eine Petition an den Petitionsausschuss des Landtags übergeben. Dies geschah bei einem Termin des Ausschusses in Hagen. Demgegenüber sieht Steinbruchbetreiber Burkhard Ebel alle rechtlichen Auflagen als erfüllt. Es seien z. B. unabhängige Gutachten hinsichtlich Trinkwasserschutzes und Feinstaub-Emissionen gemacht worden, deren Ergebnisse dem Vorhaben nicht entgegengestanden hätten.