Streikende Erzieherinnen bekräftigen ihre Forderungen

Mit zahlreichen Plakaten kommen streikende Erzieherinnen, die bei der Stadt Arnsberg beschäftigt sind, in die Neheimer Fußgängerzone.
Mit zahlreichen Plakaten kommen streikende Erzieherinnen, die bei der Stadt Arnsberg beschäftigt sind, in die Neheimer Fußgängerzone.
Foto: WP

Neheim..  Mit 39 streikenden Erzieherinnen haben sich gestern rund 25 Prozent der insgesamt 151 bei der Stadt Arnsberg beschäftigten Erzieherinnen an dem unbefristeten Streik beteiligt, zu dem die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hatte.

Die streikenden Erzieherinnen sowie vier streikende städtische Sozialarbeiter versammelten sich mit Gewerkschaftsvertretern in der Neheimer Fußgängerzone, um bei einer Protestaktion ihrer Forderung nach höheren Gehältern und besseren Arbeitsbedingungen Nachdruck zu verleihen.

Die Kommunen verweist auf ihre mangelnde Finanzausstattung, die eine Erfüllung der Forderungen unmöglich mache. Auf den Protestplakaten der Erzieherinnen war gestern zu lesen: „Wir sorgen für unser Wertvollstes - nicht für unser Geld, sondern für unsere Kinder!“ - „Wer eine Gruppe managt, verdient ein Manager-Gehalt.“ - „Weit vor der Rente sind Körper und Seele am Ende!“

Neben dem niedrigen Gehalt - laut Verdi-Sekretär Dirk Riesner verdient eine voll ausgebildete Erzieherin im 1. Berufsjahr 2366 Euro brutto - wurmt die Erzieherinnen die Arbeitsplatzunsicherheit. „Immer wieder werden mit einer Erzieherin nur befristete Einjahresverträge abgeschlossen. Da immer wieder besondere Sachgründe angeführt werden, entgeht der Arbeitgeber illegalen Kettenverträgen“, beschreibt Riesner ein Vertragssystem, das Erzieherinnen nicht erlaubt, ihr Leben langfristig zu planen.

„Die Stadt hat für jede Kita eine Notgruppe eingerichtet. Bisher mussten keine Eltern, die dringend eine Kinderbetreuung benötigten, abgewiesen werden“, berichtet die Stadt-Pressestelle.

Mit einer frohen Kunde wartet noch Bürgermeister Vogel auf: „Wir werden den Eltern, deren Kinder wegen des Streiks nicht in den städtischen Kindertagesstätten betreut werden können, die anteiligen Beiträge unbürokratisch zurückerstatten. Da es sich um einen Teil ungeplanter Einsparungen handelt, bleibt die Haushaltssanierung davon unberührt. Ich gehe davon aus, dass die Kommunalaufsicht des Landes dies genauso sieht und dies nicht blockiert.“

Auch wenn der Streik der Erzieherinnen manchen Eltern Stress bei der Unterbringung der Kinder bereitet, zeigen ein großer Teil der betroffenen Mütter und Väter, aber auch zahlreiche weitere Bürger Verständnis für die Forderungen der in den Kitas arbeitenden Erzieherinnen. Dies wurde in vielen Gesprächen deutlich, die streikende Erzieherinnen gestern in der Neheimer City führten.

HINTERGRUND

Bürger können sich an Protestmarsch beteiligen

Die Gewerkschaft Verdi ruft alle Bürger zur Teilnahme an einem Protestmarsch auf, um sich solidarisch mit den Forderungen der Erzieherinnen zu zeigen. Die Aktion beginnt am Mittwoch, 20. Mai, um 10 Uhr auf dem Neheimer Bexleyplatz (Oberstadtbrunnen). Von hier erfolgt ein Marsch zum Rathausplatz, wo Gewerkschaftsvertreter über die immer höheren Leistungsansprüche an Erzieherinnen sprechen und daher deutlich höherer Gehälter fordern.