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Stadtplanung

Sternhelle-Ost kommt in drei Schritten

15.09.2012 | 08:00 Uhr
Sternhelle-Ost kommt in drei Schritten
Foto: EICHHORST, Oskar

Herdringen.   Der Bebauungsplan Sternhelle-Ost in Herdringen wird in der Ratssitzung eine breite Mehrheit finden und muss nicht noch einmal neu ins Verfahren. Danach hatte es im Planungsausschuss zunächst nicht ausgesehen, denn die CDU als Befürworter stand alleine gegen SPD, FDP und Grüne. Am Ende einigten sich die beiden großen Parteien allerdings auf eine dreistufige Entwicklung des Baugebiets, das insgesamt über 100 Häuslebauern Platz bietet, ihre Träume zu verwirklichen. An diesen Häuslebauern liegt es jetzt auch, wie schnell die zweite und dritte Stufe verwirklicht werden können.

Vor der Einigung stand eine durchaus lebhafte Diskussion, in die der Ausschussvorsitzende Werner Frin mäßigend eingriff, „bevor wir hier handgreiflich werden“. Für Erregung sorgte vor allem die Formulierung von CDU-Sprecher Werner Lattrich, hier werde „ganz am Ende eines langen Prozesses eine Geschichte dramatisch hochgezettelt“. Lattrich sagte, dass die CDU den Bebauungsplan Sternhelle-Ost seit 2005 unverändert positiv begleite.

Er sei überzeugt, dass der Bedarf da sei und man das Gebiet in die Bebauung bekommen werde. Er frage sich allerdings, wo es denn noch Verlass in der Politik gebe, wenn es noch beim Flächennutzungsplanverfahren keinerlei Kritik der anderen Parteien gegeben habe.

„In der Fraktion der Grünen hat in den letzten drei Jahren ein Umdenken stattgefunden,“ antwortete Thomas Schulte-Ladage, der ein so großes Vorhaben im Außenbereich weiter ablehnte.

„Patchwork“ befürchtet

Horst Kloppsteck führte den galoppierenden Einwohnerrückgang als Grund dafür an, dass seine FDP-Fraktion das Baugebiet nur bis zu einer maximalen Größe von 50 Grundstücken unterstützen werde.

Generelle Unterstützung des Baugebiets für Herdringen, aber eine Halbierung der Grundstückszahl war auch die Position der SPD, deren Fraktionschef Ralf Bittner die „sehr enge Planung“ kritisierte. Alle drei Parteien einte die Sorge, dass im Baugebiet wegen zu geringer Nachfrage auf Jahre ein „Patchwork“ aus bebauten und unbebauten Grundstücken entstehen könnte. Und dann, so Thomas Schulte-Ladage, werde es auch nichts mit der Kostenneutralität für die Stadtkasse, weil die Stadtwerke auf großen Teilen der Erschließungskosten von rund einer halben Million Euro sitzen bleiben würden.

Beliebter Wohnstandort

Stadtplaner Thomas Vielhaber dagegen nannte das Baugebiet „attraktiv, von der Größenordnung sinnvoll und regional wichtig“. Herdringen sei nach Neheim der beliebteste Wohnstandort im Stadtgebiet und hier gebe es kaum noch Grundstücke. Wer hier keinen Bauplatz mehr finde, werde nicht automatisch in einem anderen Arnsberger Stadtteil bauen, sondern sich auch in den Nachbarkommunen umschauen. Vielhaber bat die Politiker zudem eindringlich darum, nicht nach sieben Jahren Planung und großen Vorleistungen des Investors wie auch des benachbarten Steinbruchs „das Faß nochmal neu aufzumachen“ und erneut in die Offenlegung des Planes zu gehen. Im Dialog des Stadtplaners mit dem SPD-Fraktionschef entwickelte sich daraufhin die Alternative eines neuen, dreiteiligen Stufenplans, dem CDU und SPD gleichermaßen zustimmten. Im städtebaulichen Vertrag mit dem Investor soll jetzt festgelegt werden, dass zunächst die mittleren drei von insgesamt fünf Terassen entwickelt werden.

80 Prozent festgelegt

Sobald hier 80 Prozent der Flächen verkauft sind, darf auch die oberste Straße in den Verkauf gehen. Die unterste Straße folgt schließlich, wenn auch ganz oben 80 Prozent verkauft sind. Im ersten Bauabschnitt könnten demnach maximal 66 von insgesamt 104 Grundstücken angeboten werden, was allerdings nur Orientierungswerte sind. Der Bebauungsplan legt keine Grundstücksbreiten fest und Bauherren können durchaus das anderthalb- oder zweifache der Standard-Grundstücksgröße erwerben.

Oskar Eichhorst


Kommentare
16.09.2012
11:37
Sternhelle-Ost kommt in drei Schritten
von WSHE | #1

Die Äußerung von Herrn Lattrich („ganz am Ende eines langen Prozesses eine Geschichte dramatisch hochgezettelt“) ist schon heftig. Auf der Fläche sind zu Beginn des Prozesses im Jahre 2005 60 Plätze ausgewiesen worden; heute sind es 104 Plätze auf der selben Fläche. In sieben Jahren fast eine Verdoppelung vorstellen und dann im Galopp den Prozess mit der Bemerkung beenden, eine Geschichte dramatisch hochzuzetteln. Klasse Bemerkung! Er soll sich das Baugebiet in Holzen mal ansehen. Dort hat er sicherlich auch den Bedarf festgestellt und sieht nun was aus seinem Bedarf geworden ist. So kann man auch Politik betreiben. Glaubwürdigkeit sieht anders aus.

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