Stadt Arnsberg verägert mit eigenen Altkleider-Containern Wohlfahrtsverbände

Altkleidercontainer der Stadt Arnsberg  an der Ecke Alter Soestweg / Neuer Schulweg
Altkleidercontainer der Stadt Arnsberg an der Ecke Alter Soestweg / Neuer Schulweg
Foto: WP Ted Jones
Was wir bereits wissen
Die Stadt Arnsberg verbannt Altkleidercontainer aus dem öffentlichen Straßenraum - weil sie nun eigene Container dort aufstellt. Wohlfahrtsverbände sind verärgert.

Arnsberg.. Die Stadt Arnsberg stellt seit 1. Januar 2015 insgesamt 21 eigene Container zur Sammlung von Altkleidung auf. Zuvor werden alle illegal aufgestellten Altkleidercontainer gewerblicher Sammler entfernt. Dies klingt gut und ist wohl auch im Sinne mancher Bürger, die sich über wild aufgestellte Container beschwert hatten. Generell erlaubt die Stadt Arnsberg auf städtischen Flächen nur die Aufstellung von Altkleidercontainern von Wohlfahrtsverbänden. Doch Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes, Kreisverband Arnsberg, und des Kolpingwerks Bezirksverband Arnsberg befürchten nun Einnahmeverluste durch die Aufstellung städtischer Altkleider-Container.

Einnahmeverluste werden befürchtet

Es sei zwar richtig, dass die Stadt illegal aufgestellte Altkleidercontainer gewerblicher Sammler entferne, doch statt eigene Container aufzustellen, hätte die Stadt die Flächen lieber heimischen Wohlfahrtsverbänden überlassen sollen, sagen übereinstimmend die DRK-Kreisgeschäftsführerin Katharina Busch aus Arnsberg sowie Kolping-Bezirksverbands-Geschäftsführer Johannes Michel aus Müschede.

DRK und Kolpingwerk fühlen sich von der Stadtverwaltung übergangen. „Wir wurden von der Stadt vorher nicht über deren Vorgehen informiert“, sagten sowohl Johannes Michel als auch Katharina Busch. Auch wenn die neue Regelung vom HSK angestoßen worden sei, hätte es der Stadt Arnsberg gut angestanden, die betroffenen Wohlfahrtsverbände vorab über das künftige städtische Handeln in Sachen „Altkleidersammlung an Containern“ zu informieren und dies nicht über eine Pressemitteilung der Stadtverwaltung zu tun. Auf Nachfrage bestätigte auch die Stadt-Pressestelle, dass die Vertreter der betroffenen Wohlfahrtsverbände vorab nicht in einem Gespräch angehört bzw. in einem Schreiben informiert wurden.

DRK-Kreisgeschäftsführerin Busch wundert sich, warum sich die Stadt neue Altkleidercontainer genehmigt, aber dem Roten Kreuz, das zurzeit über sechs Sammelstandorte mit etwa 20 Containern im Arnsberger Stadtgebiet verfüge, keine weiteren vom DRK gewünschten Altkleidercontainerstandorte genehmigt habe. Die Stadt-Pressestelle versuchte gestern die Gemüter zu beschwichtigen. Die Stadt Arnsberg plane beim Altkleider-Aufkommen in den städtischen Containern mit Mengen, die bisher an illegale Sammler gegangen seien. Daher würden die Wohlfahrtverbände nicht weniger Kleidungsstücke als bisher erhalten. „Außerdem wurden bewusst keine Container an Standorten aufgestellt, an denen bereits Container der Wohlfahrtsverbände stehen“, so die Stadt-Pressestelle.

INTERVIEW

Unsere Zeitung sprach mit Johannes Michel aus Müschede, Geschäftsführer des Kolpingwerk-Bezirksverbandes Arnsberg

Was halten Sie von den neuen Altkleider-Sammelcontainern der Stadt Arnsberg?

Die Stadt Arnsberg hat mit dieser Aktion das heimische Kolpingwerk überrascht. Die Stadt hätte mit uns vorher mal sprechen sollen.

Schaden die Kleider-Container der Stadt dem Kolpingwerk?

Es gibt ein gewisses jährliches Altkleidervolumen, das in der Stadt Arnsberg anfällt. Wenn die Stadt hiervon einen Teil für sich beansprucht, ist dieser Teil definitiv weg und Einnahmeverluste wären durchaus möglich. Das passierte uns schon mit den städtischen Papiercontainern Ob - wie von der Stadt behauptet - nur das Volumen der illegal aufgestellten Container an die Stadt fällt, kann erst die Abrechnung unserer Altkleidersammlungen zeigen. Unserem Kolpingwerk ist es aber auch wichtig, dass ein großer Teil der von uns gesammelten Kleidung wiederverwendet wird (zum Beispiel bei Kolping-Projekten). Nur die wirklich unbrauchbare Kleidung kommt in den
Reißwolf. Dieses Volumen wird verkauft.

Was hätte die Stadt besser
tun sollen?

Zunächst einmal vorher mit uns
reden. Wir hätten beraten können, ob zumindest an einzelnen Stellen in der Stadt Sammel-Container
fürs Kolpingwerk aufgestellt werden könnten. Ein Container-Standort muss sorgsam ausgewählt werden, denn manchmal wird daraus auch ein Müllplatz.

HINTERGRUND

Die Stadt Arnsberg baut in Kooperation mit dem HSK eine eigene Sammlung von Alttextilien auf. Die Erlöse werden in die Abfallbeseitigungskosten beim HSK einfließen. Daher kommen die Erlöse dem städtischen Gebührenzahler zugute.

Der HSK und die Stadt Arnsberg möchten mit Wohlfahrtsverbänden nicht konkurrieren, sondern ausschließlich den Markt für die illegalen Sammlungen unattraktiv machen.

Die Altkleidercontainer-Standorte der Stadt Arnsberg

Seit dem 1. Januar 2015 werden an folgenden 20 Containerstandplätzen im Stadtgebiet Arnsberg kommunale Altkleidercontainer aufgestellt:

In Alt-Arnsberg: Ecke Alter Soesterweg/ Neuer Schulweg sowie an der Ecke Obereimer/ Hammerweide sowie in im Bereich Ringstraße/ Ehmsentraße/ Parkplatz und auch an der Wennigloher Straße/ Seltersberg.
In Bruchhausen: Am Hackeland/ Parkplatz Sportplatz;
in Herdringen: Stumpfstraße/ Dorfbach;
in Holzen: Vorm Lüer / Braukweg, Sportplatz;
in Hüsten: Eichendorffstraße;
in Müschede: Norbert-Michel-Straße;
auf Bergheim: Ecke Auf dem Bruch/ Bergheimer Weg;
in Neheim: Im Ohl 41, unter der Autobahnbrücke (hier 2 Container) sowie am Moosfelder Ring / Kiefernweg, Scharnhorststraße, Karlstraße 22/ Brökelmanns Park.
In Niedereimer: Wannestraße/ Wendeplatz Bushaltestelle;
in Oeventrop: In den Oeren/ Am Sportplatz;
in Uentrop an der Dorfstraße,
in Voßwinkel: Haarhofstraße/ Parkstraße, in Wennigloh: Müssenbergerstraße/ Zur Schule.

Eine Übersicht über die Standplätze befindet auch auf der Internetseite www.arnsberg.de/abfall.