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1500 Euro Geldbuße

Schwerer Verkehrsunfall: Verfahren gegen Busfahrer eingestellt

20.07.2009 | 18:44 Uhr
Schwerer Verkehrsunfall: Verfahren gegen Busfahrer eingestellt

Neheim. Der 84-jährige Neheimer war noch fit und fuhr sogar noch Rad. Bis zum 12. November 2008, als er bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt wurde und heute an den Rollstuhl gefesselt ist.

Angeklagt, den Verkehrsunfall verursacht und damit eine fahrlässige Körperverletzung begangen zu haben, war von der Staatsanwaltschaft ein 34-jähriger Mann aus Neheim. Er hatte als Busfahrer die Landstraße 745 von Niederense in Richtung Neheim befahren und wollte nach links in die Möhnestraße abbiegen. Links neben ihm befuhr ein älterer Herr in gleicher Richtung den Radweg und wollte über den Einmündungsbereich geradeaus in Richtung Werler Straße weiterfahren.

 Beim Abbiegen des Busses nach links prallte der Radfahrer gegen diesen und wurde noch einige Meter mitgeschleift, ehe der Bus zum Stehen kam. Der Radfahrer erlitt neben einigen Frakturen ein Schädelhirntrauma. Er wurde in ein Dortmunder Krankenhaus verbracht, wo er acht Tage im Koma lag. Er wurde mehrfach operiert und war dem Tod näher als dem Leben. Seine Familie wurde bereits gerufen, um von ihm Abschied zu nehmen. Unerwartet erholte er sich, doch ist er bis heute desorientiert, kann sich nur mit dem Rollstuhl fortbewegen, denn es ist ihm kein einziger Schritt möglich.

 Der Busfahrer gab an, den parallel zu ihm fahren Radler bemerkt zu haben, hatte aber geglaubt, dass er am Ende des dortigen Radweges auf der Mittelinsel der Einmündung stehen bleiben würde, was, so meinte der Angeklagte, seine Pflicht gewesen wäre. Zu spät habe er bemerkt, dass der Radfahrer in gleicher Geschwindigkeit geradeaus weiterfuhr. Sein Bremsen kam dann zu spät. Die Richterin hielt dem Angeklagten vor, er sei nicht defensiv gefahren, was unbedingt erforderlich sei, wenn man einen älteren Menschen im Straßenverkehr bemerkt. Er habe früher bremsen müssen, als er die unverminderte Geschwindigkeit des älteren Herren wahrnahm.

 Der Verteidiger beantragte das Verfahren wegen geringer Schuld seines Mandanten - der Radfahrer trage ebenfalls Schuld an dem Verkehrsunfall - vorläufig gegen Zahlung einer Geldbuße einzustellen. Die Richterin machte klar, dass das Verhalten des Angeklagten keine Voraussetzung dazu sei. „Sie waschen ihre Hände in Unschuld und schieben die Schuld nur auf den Radfahrer, versuchen sich nur zu rechtfertigen. Ich habe noch kein Wort des Bedauerns gehört.”

 Trotzdem, denn der Unrechtsgehalt der Tat sei recht niedrig, so der Staatsanwalt, waren er und der Anwalt der Nebenklage mit der vorläufigen Einstellung einverstanden. Die Richterin entschied: Der Angeklagte zahlt eine Geldbuße von 1500 Euro an die Verkehrswacht Arnsberg.

Von Klaus Lindner

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Kommentare
28.07.2009
09:56
Schwerer Verkehrsunfall: Verfahren gegen Busfahrer eingestellt
von einfach ich | #9

Das ist ein Witz das der Busfahrer mit so einer leichten Strafe davon gekommen ist. Sie meinen oft Götter der Starsse zu sein. Fahrt mal die Eschenstrasse runter und euch kommt ein Bus entgegen. Da habt ihr keine andere Wahl - entweder ihr Fahrt euch die Reifen kaputt - oder er nimmt euch auf die Schüppe. Und das ist kein subjektives empfinden - fahre selbst beruflich bedingt grosse Fahrzeuge. Zu schnell ist zu schnell

27.07.2009
15:48
Schwerer Verkehrsunfall: Verfahren gegen Busfahrer eingestellt
von Verwundert | #8

Wurde dem Busfahrer wenigstens gesagt, dass er - ganz unabhängig von allgemeiner Vorsicht und Rücksichtnahme - definitiv wartepflichtig war? Man sollte doch eigentlich annehmen, dass Berufskraftfahrer die elementaren Verkehrsregeln kennen.

22.07.2009
22:23
Schwerer Verkehrsunfall: Verfahren gegen Busfahrer eingestellt
von Didi Hallervorden | #7

@#5 Wessi

Die Bahnhofstrasse ist mittlerweile in einem recht guten Zustand.

Auch die Busfahrer schaffen es (wie etliche PKW-Fahrer) dort problemlos, auf Tempo 80 zu kommen. Ich erlebe das jeden Tag.

22.07.2009
18:42
Schwerer Verkehrsunfall: Verfahren gegen Busfahrer eingestellt
von Anonym | #6

Naja es gibt aber hier Busfahrer die meinen doch schneller zu fahren als erlaubt ich habe mehrere freundschaften zu busfahrern die immer in ihrer erlaubten geschwindigkeit fahren dann gibts welche die fahren wirklich wie die letzten hänger zb bei verspätungen da habe auch ich selbst schon mit bekommen das sie dann schon über die bahnhof str oder möhnestr oder sogar durch die bruchausenerstr mit 80 km durch rasen

22.07.2009
07:39
Schwerer Verkehrsunfall: Verfahren gegen Busfahrer eingestellt
von Wessi | #5

Wie man mit einem Omnibus mit 80 über die Bahnhofstraße fahren kann, muss man mir bei den Straßenzuständen in Arnsberg erst einmal vormachen. Im Übrigen ist das subjektive Empfinden, wenn einem ein großes Fahrzeug mit 30 Km/h entgegen kommt so, als würde es erheblich schneller sein. Bei welcher Geschwindigkeit der Aufprall mit dem Fahrradfahrer erfolgte, dürfte euch allen sicherlich auch nicht bekannt sein. Von daher vorsichtig mit Verurteilungen und Phrasen!!

21.07.2009
22:44
Schwerer Verkehrsunfall: Verfahren gegen Busfahrer eingestellt
von Gerhard Schröder jun. | #4

Bei dem oben geschilderten Unfallhergang mußte der Busfahrer, welcher lt. eigener Aussage den Radfahrer gesehen hat, zumindest bremsbereit sein (zumal er beim Abbiegen eigentlich eh nur sehr langsam fahren konnte).

Aber wie man so manchen (nicht alle) Busfahrer in Neheim kennt, wollte er in diesem Fall (mit seinem ach so großen Fahrzeug) seine vermeintliche Vorfahrt durchsetzen.

Die Folgen sind schlimm. Allerdings nur für das Opfer, für den Täter (wie fast immer dank der deutschen Justiz) nicht. Er zahlt ein Almosen und die Sache ist erledigt.

21.07.2009
08:43
Schwerer Verkehrsunfall: Verfahren gegen Busfahrer eingestellt
von manni1977 | #3

Ich kann das nur bestätigen mit dem heizen.. ich bin die woche 5tage unterwegs im kreis arnsberg und finde es schade das die Busfahrer so wenig rücksicht nehmen. Und wenn man mal langsamer ist dann werden sie noch frech und machen ein hupkonzert. Ansonsten mekern die ständig wen man sie nicht rauslässt ... aber die meisten fahren einfach los ohne zu schauen.

20.07.2009
21:50
Schwerer Verkehrsunfall: Verfahren gegen Busfahrer eingestellt
von fire | #2

Naja so wie manche Busfahrer hier in der Stadt durch die Gegend heizen. Tempo-30 Zonen kennen die nicht, auf der Bahnhofstraße wird auch mal gerne bis Tempo 80 aufgedreht.

Aber Sie sind ja nie schuld an Unfällen.....

21.01.2009
08:43
Schwerer Verkehrsunfall: Verfahren gegen Busfahrer eingestellt
von manni1977 | #1

Ich kann das nur bestätigen mit dem heizen.. ich bin die woche 5tage unterwegs im kreis arnsberg und finde es schade das die Busfahrer so wenig rücksicht nehmen. Und wenn man mal langsamer ist dann werden sie noch frech und machen ein hupkonzert. Ansonsten mekern die ständig wen man sie nicht rauslässt ... aber die meisten fahren einfach los ohne zu schauen.

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