Schroth-Gurte sichern Ebola-Kranke auf Trage

So sieht die Spezialtrage mit Isoliersystem aus, für die die Neheimer Firma Schroth die Sicherungsgurte entwickelt hat.
So sieht die Spezialtrage mit Isoliersystem aus, für die die Neheimer Firma Schroth die Sicherungsgurte entwickelt hat.
Foto: WP
Der Gurthersteller Schroth hat mit drei anderen Betrieben ein Transportsystem für Ebola-Kranke entwickelt. In Kürze kommen sie erstmals zum Einsatz.

Neheim.. Der Neheimer Gurthersteller Schroth hat gemeinsam mit drei Unternehmen ein neues Transportsystem für Infektionskranke entwickelt, die wegen hoher Ansteckungsgefahr für andere Menschen isoliert transportiert werden müssen. Anfang dieses Jahres sollen die neuen Tragen für den Transport von Ebola-Kranken erstmals eingesetzt werden.

Das norwegische Unternehmen LESS AS als Entwickler von modernen Patiententransporthilfen, die deutsche ProtecTech mit viel Erfahrungen im Bereich Patientenisolierung und Zeltbau und die österreichische Blaschke Wehrtechnik GmbH mit langer Tradition in der Fertigung von ABC-Schutzausrüstungen und die Neheimer Firma Schroth Safety Products GmbH, die moderne Rückhaltesysteme und andere Sicherheitslösungen für hochspezialisierte Anwendungen in Fahrzeugen und Flugzeugen herstellt, haben gemeinsam das neue Patiententransportsystem entwickelt.

Viele Verbesserungen und Ideen zur Sicherheit und Überwachung wurden gesammelt und machten aus einem existenten militärischen Verletztenbergesack eine neuartige und den modernen Anforderungen angepasste Unterdruck-Transporteinheit für infektiöse oder sensitive Patienten. Durch Einbeziehung der Firma Schroth konnte nun auch noch ein neues Patientenfixierungssystem integriert und so das Produkt vervollständigt werden. Schroth hat Erfahrung mit Krankentragen. So befinden sich zum Beispiel in vielen Rettungshubschraubern Schroth-Gurte an Transporttragen.

System mit Unterdruckbelüftung

Firma Schroth beschreibt folgendermaßen die Vorteile der neuen Spezialtrage: „Die neuartige Patiententransporteinheit mit der Bezeichnung VBS 93 NEG erfüllt nun alle Anforderungen an moderne Isoliersysteme, sie ist beständig gegen Chemikalien, Viren und Bakterien, sie ist gasdicht, sie hat eine erprobte Unterdruckbelüftung und Luftfilterung, sie verfügt über das modernste Patientenrückhaltesystem und sie ist leicht zu transportieren und schnell einsatzbereit.“

Die Begurtung im Inneren der VBS 93 NEG diene sowohl der Patientenfixierung in der Transporteinheit als auch der Sicherung der ganzen Einheit auf einer Rettungstrage in einem Rettungswagen oder auch Hubschrauber oder Flugzeug. Das verwendete Schroth-Rückhaltesystem gehöre zu den modernsten und zuverlässigsten seiner Art und erfüllt alle aktuellen Anforderungen für den Krankentransport.

Kein Spezialfahrzeug mehr nötig

Schroth sieht noch einen weiteren Vorteil: „Das Besondere an der VBS 93 NEG ist, dass es nun keine Notwendigkeit mehr gibt, teure und aufwendige Spezialfahrzeuge für den Transport betroffener Patienten einzusetzen, es genügen die üblichen Rettungsfahrzeuge, denn vom Patienten kann dank der Eigenschaften und der Ausstattung der VBS 93 NEG keine Gefahr einer Kontamination mehr ausgehen. Der sichere Transport von Patienten ist damit einfacher, schneller und effektiver geworden und vor allen Dingen überall möglich.“

Schroth-Geschäftsführer Martin Nadol meint abschließend: „Die gemeinsame Bedrohung und die Suche nach Lösungen führt dank der Globalisierung Menschen und Unternehmen in einer Weise zusammen, die Lösungen leichter, schneller und einfacher machen.“ Übrigens;

HINTERGRUND

Ebola ist zurzeit aus dem Fokus der Medien gerückt, doch die Zahlen bleiben alarmierend. Der vor etwas mehr als einem Jahr in Westafrika ausgebrochenen Ebola-Epidemie sind bisher mindestens 7905 Menschen zum Opfer gefallen. Das geht aus einer am Silvesterabend von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichten Statistik hervor. Insgesamt wurden demnach bislang 20 206 Infektionen registriert.

Forscher gehen davon aus, dass das Virus von Flughunden oder Fledermäusen aus dem Tierreich auf Menschen übertragen wurde.

Die weitaus meisten Menschen starben am Ebola-Virus in Guinea, Liberia und Sierra Leone - insgesamt dort bislang offiziell mehr als 7890. Die WHO geht dabei von einer hohen Dunkelziffer bislang nicht erfasster Opfer aus. Einige wenige Ebola-Todesfälle gab es auch außerhalb Afrikas. (Quelle: dpa)

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