Schornsteinfegerin ein Traumberuf für Lisa (21) aus Neheim

Lisa Schürholz will Schornsteinfegerin werden und ist glücklich mit ihrer Berufswahl.
Lisa Schürholz will Schornsteinfegerin werden und ist glücklich mit ihrer Berufswahl.
Foto: WP Ted Jones
Was wir bereits wissen
Schwarz ist ihre Berufskleidung, denn die 21-jährige Lisa Schürholz aus Neheim wird Schornsteinfegerin. Sie gehört damit zu der wachsenden Minderheit von Frauen in diesem Handwerk, das einst als absolute Männerdomäne galt.

Neheim.. Lisa Schürholz aus Neheim trägt schwarz. Aber sie ist keine Grufti-Frau, die nachts über Friedhöfe streicht und den besonderen Kick sucht. Schwarz ist vielmehr ihre Berufskleidung, denn die 21-jährige wird Schornsteinfegerin. Und gehört damit zu der wachsenden Minderheit von Frauen in diesem Handwerk, das einst als absolute Männerdomäne galt.

Bei der Berufswahl half der Zufall

Dabei war ihr Weg in dieses Metier nicht unbedingt vorgezeichnet. Im Gegenteil. Zunächst, sagt Lisa Schürholz, habe sie einen Ausbildungsplatz gesucht, ohne ihre Neigungen so recht zu kennen. Doch dann half der Zufall: Ein Schornsteinfeger war mit ihrem Vater ins Gespräch gekommen und empfahl: „Schlag deiner Tochter doch das Schornsteinfegen vor.“ Und weil die 21-Jährige ein neugieriger Mensch ist und die Herausforderung liebt, machte sie sich kundig, entdeckte eine Stellenanzeige eines Iserlohner Schornsteinfegers und absolvierte dort ein zweiwöchiges Praktikum.

Ergebnis: „Ich war begeistert.“ Denn dort, in Iserlohn, war sie mit einer 25-jährigen Schornsteinfegermeisterin unterwegs und erhielt einen tiefen Einblick in diesen Beruf. Der Funke war entzündet: Sie meldete sich am zuständigen Cuno-Berufskolleg in Hagen zur Eignungsprüfung an, bestand mit der Bestnote und wird nun seit 2013 im Betrieb von Meister Matthias Conze in Oeventrop zur Schornsteinfegerin ausgebildet. „Und hier bin ich total glücklich,“ schwärmt die 21-Jährige.

Denn sie hat ihren Traumberuf gefunden. „Vorher war ich lange Zeit unsicher. Doch jetzt weiß ich, dass ich mich absolut richtig entschieden habe. Ich gehe sehr gerne arbeiten und würde es immer wieder so machen.“ Kein Wunder, dass Lisa Schürholz schon das nächste Ziel vor Augen hat: die Meisterprüfung. Und die kann schnell näher rücken, hat die Neheimerin doch aufgrund ihrer guten Noten ihre Ausbildungszeit um ein Jahr verkürzen dürfen.

Lisa Schürholz will noch für ein Jahr auf die Walz

Aber nach Ende der Ausbildung im Februar 2016 wird Lisa Schürholz zunächst über ihren großen Wunsch nachdenken: „Ich möchte gerne für ein Jahr auf die Walz. Um zu sehen, wie in anderen Ländern gearbeitet wird und um mich zugleich neuen Herausforderungen zu stellen.“ Doch wie fühlt sich Lisa Schürholz denn so als angehende Schornsteinfegerin? „Sehr gut. Ich bin froh, dass ich gefunden habe, was mir Spaß macht. Dafür kann ich mich glücklich schätzen.“ Es sei zwar manchmal etwas schmutzig und man begegne auf Dächern und Dachböden auch schon mal einer Spinne. „Aber das weiß man ja vorher.“

So sei auch ihre Familie von der Berufswahl begeistert. Nur der Großvater hadere manchmal etwas: „Er hat Angst, dass ich so nicht mehr unter die Haube komme.“ Diese Gefahr dürfte aber sicher nicht bestehen.