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Schnade

Schnadegang in Neheim mit historischem Flair

01.09.2010 | 15:00 Uhr
Schnadegang in Neheim mit historischem Flair
Martin Smykalla, Peter Ernst, Rolf Haase, Bernd Obertrifter, Friedhelm Meisterjahn. Foto: Benke

Neheim.Wenn am Samstag, 4. September um 9.30 Uhr am Neheimer Glockenspiel das Horn ertönt, dann zieht es die Schnadegänger wieder hinaus in Wald und Flur, um die Gemeindegrenzen zu kontrollieren.

Auf der Grenze zwischen Neheim und Hüsten (Nähe Waldfriedhof) wird von der Schützenbruderschaft St. Johannes Baptist eine Schnade-Stele gesetzt. Die Edelstahlsäule ist etwa 2,50 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 200 Millimetern.

Mit einem Laser wurde der senkrechte Schriftzug „Fest in Neheim“ eingeschnitten. Steine aus dem heimischen Wald bilden den Fuß edlen Säule. Ein kleines Schild erinnert an die Einweihung der Schnadestele. An diesem Ort werden Schnadegang-Neulinge traditionell „gepohläst“. Zur Historie: In Neheim und anderorts war es üblich, die jüngere Generation die genaue Lage wichtiger Grenz-punkte regelrecht „einzubläuen“. Entweder durch eine Ohrfeige oder durch mehrmaliges unsanftes Aufsetzen des Hinterteils auf den Grenzstein.

Neue Schnade-Stele

Diesmal führt der Schnadegang über das Binnerfeld, Jahnallee, Waldfriedhof, Richtung Herdringen, Freibad-Stausee in Richtung Rodelhaus durch das Taufetal in die Trift und zum Fresekenhof. Eine kurze Getränkepause wird an der „Heinrich-Klasmeyer-Hütte“ oberhalb des Stausees eingelegt. Ab zirka 13 Uhr treffen die Schnadegänge am Fresekenhof ein und die Jubiläumsfeier zum 650-jährigen Geburtstags des ältesten Neheimer Gebäudes kann beginnen. Zur Stärkung gibt es Erbsensuppe aus der Gulaschkanone, Grillspezialitäten und Getränke. Die Sippe „Die Rabenfreyen“ aus dem Mittelalter wird eine Szene aus dem Jahre 1360 vorführen. „Aber bedenkt, in dieser Epoche ging man mit seinen Mitbürgern sehr rustikal um“, weiß der Mönch Illeus (Peter Ernst).

Außerdem erhalten die Sieger des Malwettbewerbes der Neheimer Grundschulen ihre Gewinne. „Als Motiv hatten wir den Fresekenhof gewählt. In der Jury saßen die Bogenkünstler Haimo und Kahos“, so Schützen-Pressensprecher Martin Smykalla. Alle Bilder werden ausgestellt.

Kindern wird ein buntes Unterhaltungsprogramm geboten. Die Hausvereine des Fresekenhofs haben an diesem Tag ihre Räume geöffnet und stehen für Fragen zur Verfügung. Musikalische begleitet wird die Veranstaltung vom Musikverein Wenholthausen und Fanfaren-Korps Neheim-Hüsten.

Achim Benke

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