Plan für Neheimer Leuchtenmuseum begraben

Kirsten Waibel, die Mitte 2011 die Exponate für ein  Neheimer Leuchtenmuseum inventarisierte, zeigt eine der zahlreichen alten Glühlampen, die die Firma Osram dem Museumsverein  übergab
Kirsten Waibel, die Mitte 2011 die Exponate für ein Neheimer Leuchtenmuseum inventarisierte, zeigt eine der zahlreichen alten Glühlampen, die die Firma Osram dem Museumsverein übergab
Foto: WP Ted Jones

Neheim..  Der Kulturbüro-Chef der Stadt Arnsberg, Peter Kleine, der viele Jahre selbst die Idee eines Neheimer Leuchtenmuseums tatkräftig unterstützt hatte, zog jetzt im Bezirksausschuss Neheim die Reißleine. In Anwesenheit von Bertram Brökelmann, des Vorsitzenden des „Vereins zur Förderung des Museums für Licht und Beleuchtung“, erklärte Kleine ohne Widerspruch des Vereinsvorsitzenden: „Über die Idee des Leuchtenmuseums sollte man sich nicht mehr ernsthaft Gedanken machen.“ Vor den ehemals ehrgeizigen Museumsplänen kapitulierte Kleine insbesondere aus Kostengründen.

Abkehr von 20-jährigem Einsatz

Die Abkehr von einer Idee, die der Leuchtenmuseums-Verein bisher schon 20 Jahre verfolgte, fiel Kleine nicht leicht. Aber er sagte: „Wir müssen ehrlich sein. Für ein Leuchtenmuseum gibt es heute und in absehbarer Zeit keine realistische Finanzierung. Der ursprüngliche Gedanke, die heimische Leuchtenindustrie für die Realisierung eines Museums mit ins Boot zu holen, hat sich nicht als tragfähig erwiesen. Die Leuchtenindustrie hat sich heute mit ganz anderen Dingen als mit der Schaffung eines Leuchtenmuseums zu befassen. Die Umstellung auf die neue Lichttechnik LED bindet viel Arbeitskapazität in den Betrieben.“

Kleine sah nur noch die Möglichkeit, im Rahmen von Ausstellungen alte Leuchten öffentlich zugänglich zu machen. Bei Ausstellungen könne der Museumsverein mit dem jetzt im Neheimer Kaiserhaus ansässigen Lichtforum NRW kooperieren.

Kleines Darstellungen widersprach kein Bezirkspolitiker. In der insgesamt über vierstündigen Sitzung des Bezirksausschusses mag vielleicht die Kraft einiger potenzieller Redner nachgelassen haben, um sich zu Wort zu melden.

Peter Kleine allein kann natürlich nicht die Diskussion um ein Leuchtenmuseum beenden. Das weiß er selbst. Aber vielleicht werden durch seine dramatischen Aussagen einige Geschäftsführer aus der heimischen Leuchtenindustrie wachgerüttelt und erkennen doch noch Unterstützungsmöglichkeiten für ein Museum. Es wäre ihre letzte Chance. Es lohnt sich allemal: Denn laut Landschaftsverband Westfalen-Lippe gehört die rund 3000 Exponate starke Neheimer Sammlung von Leuchten, Lampen, Firmenkatalogen etc. europaweit zu den bedeutendsten Sammlungen dieser Art.