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Höhere Friedhofsgebühren

Nutzungsgebühr für Baumgrab steigt von 305 auf 580 Euro

20.09.2012 | 20:00 Uhr
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Nutzungsgebühr für Baumgrab steigt von 305 auf 580 Euro
Blick auf den Friedhof NiedereimerFoto: Ted Jones

Arnsberg. Einstimmig beschloss jetzt der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Arnsberg, ab 1. Oktober 2012 die Friedhofsgebühren um durchschnittlich sechs Prozent zu erhöhen. Bei Baumgräbern gibts aber eine Preis-Explosion.

Die Stadt Arnsberg würde im Jahr 2013 von den Bürgern insgesamt 112 000 Euro mehr Gebühren kassieren - vorausgesetzt, es käme zu ähnlichen Bestattungszahlen wie im Jahr 2011.

Ein Blick in die neue Gebührensatzung zeigt auch Preis-Ausreißer: So steigt die Nutzungsrechtsgebühr für eine „Grabstätte für Urnenbeisetzung im Baumgrab“ auf dem Friedhof Rumbecker Holz von 305 auf 580 Euro. Die starke Nachfrage nach Baumgräbern (2010: 134 Baumgräber; 2011; 175; bis 31.8.2012: schon 151) führt nun zu einer Gebühren-Explosion.

Die Stadtverwaltung rechtfertigt den Gebührenanstieg mit Verweis auf das Institut für Kommunale Haushaltswirtschaft. Denn wegen der starken Inanspruchnahme von Baumgrabstätten weise das Institut die Waldfläche für Baumgräber nicht mehr als separates Nebengrabfeld, sondern als Normalgräberfeld aus. Für ein solches Normalgräberfeld seien dann in höherem Umfang als bisher Friedhofs-Infrastrukturkosten wie Parkplatz- und Wegeunterhaltung oder Winterdienst umzulegen.

Angehörige wollen vermehrt vorzeitige Rückgabe von Grabstätten

Dass 580 Euro nicht überzogen seien, begründet die Stadt mit Verweis auf Gebühren in anderen Städten. So koste eine Grabstätte im Friedwald Bad Laasphe 770 Euro, im Ruheforst Hagen 682, 65 Euro.

Bei Erd- und Urnenwahlgrabstätten steigen die Gebührensätze zwar nur moderat, doch gravierender wirken hier die Leistungskürzungen. Während man früher für ein Erd-oder Urnenwahlgrab ein Nutzungsrecht auf 40 Jahre erwarb, wird diese Frist bei Erdwahlgräbern auf 30 Jahre und bei Urnenwahlgräbern auf 20 Jahre verkürzt. Die Stadt begründet dies mit vermehrten Anfragen von Angehörigen nach vorzeitiger Rückgabe von Grabstätten. Bei Todesfällen in jüngerem Lebensalter dürfte dieses Interesse aber nicht bestehen...

Bezirksregierung mahnte kostspielges Friedhofswesen in Arnsbergan

Zum Griff in die Kasse der Bürger sieht sich die Stadt aufgrund des Haushaltssanierungskonzepts gezwungen, weil ansonsten die Stadt ihren Haushalt langfristig nicht ausgleichen kann. Denn die Neuordnung der Friedhofsbewirtschaftung ist ein wichtiger Teil des Haushaltkonsolidierungsprozesses. Hinzu kommt, dass die Bezirksregierung als Genehmigungsbehörde für den Arnsberger Stadt-Etat das kostspielige Friedhofswesen in Arnsberg anmahnte und ein wirtschaftlicheres Handeln forderte.

Um die Dezentralität der Friedhofsstruktur zu erhalten (in den einzelnen Stadtteilen soll es kurze Wege für den Friedhofsbesuch geben), tat sich die Verwaltung bei Reformen bisher sehr schwer. Um das Friedhofswesen wirtschaftlicher zu gestalten, gibt es nun nicht nur Gebührenerhöhungen, sondern auch Kostensenkungsmaßnahmen wie die Übertragung des Betreiberrechts an private Organisationen wie zum Beispiel an den Friedhofsverein Bachum.

Erstmals bietet die Stadt Rasengräber an

Ab 1. Oktober 2012 wird auf den Friedhöfen „Rumbecker Holz“, „Sunderner Straße“ und Oeventrop das Bestattungsangebot um Rasengrabstätten erweitert. Beim Rasengrab handelt es sich um ein Sarggrab mit 30 Jahren Nutzungsrecht. Das Besondere an dem Grab ist, dass es für die Angehörigen des Toten pflegefrei ist, das heißt: die Stadt mäht den Rasen. Außerdem stellt die Stadt eine Steinplatte zur Verfügung mit Name sowie Geburts- und Sterbedatum des Toten. Diese Platte liegt am betreffenden Rasenstück. Blumenschmuck ist nur bei der Beisetzung, aber nicht danach erlaubt. Die Kosten für ein Rasengrab betragen 2350 Euro.

Martin Schwarz

Kommentare
24.09.2012
19:33
Nutzungsgebühr für Baumgrab steigt von 305 auf 580 Euro
von dooplex | #4

Das alles sind die folgen von Vogels Pleite-Politk.

22.09.2012
15:08
Nutzungsgebühr für Baumgrab steigt von 305 auf 580 Euro
von rochus | #3

Selbst nach dem Tode wird noch mit dem System -Angebot und Nachfrage- abgezockt. Die Ausschüsse der Stadt Arnsberg verhalten sich da wirklich fortschrittlich marktwirtschaftlich. Wenn man vom Geld mal absieht sind das doch nur ca. 90,1639 % Erhöhung. Darüber kann man sich doch nicht aufregen, oder??

21.09.2012
10:14
Nutzungsgebühr für Baumgrab steigt von 305 auf 580 Euro
von juti | #2

Na klar! Gestorben wird immer. Da in Deutschland die Urne nicht zuhause im Garten beigesetzt werden darf, ist das eine sichere Einnahmequelle. Davon kann man dann wieder Unnützes bezahlen oder sich am Finanzmarkt verzocken.

21.09.2012
07:48
Nutzungsgebühr für Baumgrab steigt von 305 auf 580 Euro
von derderwegist | #1

Ist doch völlig klar, die wollen doch nur noch mehr Kohle abzocken. Wann fangen die Herren mal an bei sich selbst zu Sparen ?????
Aber dies geht nur bei Schulen, Kita`s, Lehrnschwimmbecken usw., also echt so Krass wie da in Arnsberg habe ich das kaum erleben dürfen. Da ist etwas wo die Toten für "Wenig" Geld ihre letzte Ruhestätte finden, und dann packen wir fast 16 % oben drauf.
Das aber die Kosten teilweise auch wieder an den Kreis fallen - Ich sage nur Hartz 4 Tote -
bedenken die Herren nicht !!!!
ARMES ARNSBERG und DEIN ach so beliebter Bürgersche....

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2012-09-20 20:00
Sterben, Tod, Grab, Grabstätte, Beerdigung, Trauer, Friedhof, Sarg, Urne
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