Nur jede 2. Frau nutzt die Vorsorge-Untersuchung
04.02.2012 | 12:41 Uhr 2012-02-04T12:41:00+0100
Arnsberg. Je früher der Brustkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Trotz dieser alten Binsenweisheit nimmt im HSK nur jede zweite Frau zwischen 50 und 70 Jahren an der Brustkrebs-Vorsorge-Untersuchung im Rahmen des Screening-Verfahrens teil.
Wie lässt sich diese mangelnde Bereitschaft zur Vorsorge erklären? Die WAZ-Mediengruppe sprach mit dem Leiter des Westfälischen Brustzentrums am Hüstener Karolinen-Hospital, Chefarzt Dr. Norbert Peters. „Manche Frauen haben Angst, dass etwas entdeckt wird“, nennt Dr. Peters einen häufigen Beweggrund von Frauen, der Vorsorgeuntersuchung fernzubleiben.
Es wird allerdings bei weitem nicht so häufig Brustkrebs entdeckt, wie manche Frauen angesichts der massenhaften Untersuchungen im Screening-Verfahren vermuten. Im HSK nahmen im vergangenen Jahr rund 21 000 Frauen am Screening-Verfahren teil. Bei rund 97 Prozent der untersuchten Frauen endete die Vorsorge-Untersuchung mit dem Ergebnis, dass kein Brustkrebs festgestellt wurde. Nur knapp 3 Prozent der Frauen mussten zu einer weiteren Untersuchung kommen. „Bei diesen 550 Abklärungen ergaben sich im Endeffekt 70 Brustkrebsfälle, von denen wiederum in der Regel 80 Prozent so klinisch behandelt werden können, dass die Frauen überleben. In 20 Prozent der Fälle sterben Frauen“, berichtet Dr. Peters.
Manche Frauen könnten noch leben, wenn der Krebs früher erkannt worden wäre - das heißt: Wenn deutlich mehr Frauen im Alter über 50 Jahren regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung gingen.
Einige Frauen entdecken den Tumor durch eigenes Ertasten auf der Brust. Dr. Peters warnt allerdings davor, sich auf eine Eigendiagnose zu verlassen im Sinne von „Nichts ertastet, dann ist da auch nichts“. Dr. Peters meint: „Kleine Tumore sind insbesondere in einer größeren Brust schwer zu ertasten. Daher ist eine Mammographie (Röntgenbild) das viel sichere und deutlich genauere Untersuchungsverfahren. Außerdem könnten bei einer Mammographie auch Gewebeveränderungen zu erkennen sein, die als Vorstufe einer Krebserkrankung gelten.“ Diese Früherkennung ermöglicht wiederum eine erfolgreiche Krebsbehandlung.
„Bei kleinen, bis zu 1cm großen Tumoren liegen heute die Heilungs-Chancen bei fast 100 Prozent. Die Heilungs-Chancen bzw. die verbleibende Lebenserwartung nehmen allerdings proportional zur Tumorgröße ab“, sagt Dr. Peters. In 80 % der Fälle reiche eine Tumorentfernung durch die erfahrenen Operateure des Brustzentrums, in 20 % der Fälle müsse eine Brust entfernt werden.
Dass Krebspatienten nicht nur einer operativen Behandlung bedürfen, sondern vielfach auch eine seelische Begleitung wünschen, um so die schockierende Diagnose Krebs innerlich zu verkraften, weiß natürlich auch das Brustzentrum in Hüsten. Deshalb arbeiten dort auch Psycho-Onkologinnen, die allen Patientinnen des Brustzentrums, aber auch allen anderen Krebspatienten des Klinikums Arnsberg Beratung anbieten. Über deren Arbeit wird die WAZ-Mediengruppe noch separat berichten.
Hintergrund-Wissen
Rund 21 000 Frauen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren nahmen im vergangenen Jahr im Hochsauerlandkreis an einer Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchung im Rahmen des Screening-Verfahrens teil. Die auf den ersten Blick hoch erscheinende Teilnehmerinnen-Anzahl täuscht allerdings. Nur 47 Prozent aller im Rahmen des Sreening-Verfahrens im HSK angeschriebenen Frauen ließen ihre Brust vorsorglich auf Krebs untersuchen. „Eine Teilnahme-Quote von 47 Prozent ist im Vergleich mit Quoten anderer deutscher Sreening-Zentren nur unterdurchschnittlich“, berichtet Dr. Norbert Peters, Chefarzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Hüstener Karolinen-Hospital und Leiter des dortigen „Brustzentrums“.
Das Screening wird im HSK von Radprax in einem Nachbargebäude der Karoline durchgeführt. Auch ist ein Sreening-Mobil unterwegs.
Im vergangenen Jahr wurden 126 Brustkrebs-Patientinnen im „Westfälischen Brustzentrum“ im Hüstener Karolinen-Hospital behandelt. Im Jahr 2010 waren es 147 Frauen, und im Jahr 2009 wurden 151 Frauen im Brustzentrum versorgt. Den Rückgang der Patientinnenzahl erklärt Chefarzt Dr. Norbert Peters so: „Da im vergangenen Jahr wegen eines Rechtsstreits drei Monate lang kein Brust-Screening durch die Neheimer Radiologie-Praxis Radprax im Nachbargebäude der Karoline stattfand, sank im vergangenen Jahr die Zahl der im Screening untersuchten Frauen bzw. die Zahl der entdeckten Brustkrebsfälle.“
Die hohe Arbeitsqualität wurde dem Hüstener Brustzentrum im November 2011 durch die erneute Zertifizierung durch die Ärztekammer Westfalen-Lippe bestätigt

21:41
Stimmt es mit dem Hintergrund Wissen oder wird da noch einiges verschwiegen ?
Warum diese immer wiederkehrende Reklame in der Presse ? Andere Häuser machen
das nicht. Die Zertifizierung durch die Ärztekammer ist genau so das wie mit dem Bauer
und seinen Kartoffeln.