Neues Lebensgefühl in Hüsten entstanden

Mit einem Luftbild des Modell-Quartiers „Hüstener Innenstadt“ ziehen (von links) Gerd Schulte, Bettina Dräger-Möller und Wilfried Gothe eine Abschlussbilanz für das Projekt „Kooperation Im Quartier“ (KiQ).
Mit einem Luftbild des Modell-Quartiers „Hüstener Innenstadt“ ziehen (von links) Gerd Schulte, Bettina Dräger-Möller und Wilfried Gothe eine Abschlussbilanz für das Projekt „Kooperation Im Quartier“ (KiQ).
Foto: WP

Hüsten..  Die Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund Neheim-Hüsten und die Stadt Arnsberg zogen jetzt eine erfolgreiche Bilanz des dreieinhalbjährigen Projekts „Kooperation im Quartier“ (KiQ) in Hüsten. „Wir haben in Hüsten einiges bewegen können“, resümierte Gerd Schulte, Vorsitzender von Haus & Grund Neheim-Hüsten. Er erinnerte an zahlreiche Aktionen und Beratungsangebote, die sich an die 380 privaten Hauseigentümer im Quartier „Hüstener Innenstadt“ richteten. Das KiQ-Team initiierte 15 Hausrenovierungen und leistete insofern einen flankierenden Beitrag zur städtischen Wohnumfeld-Verbesserung (Neugestaltung der Heinrich-Lübke-Straße und des Hüstener Markts). Zu dem sich in der Bevölkerung verfestigenden Eindruck „Hüsten blüht auf!“ trug KiQ maßgeblich bei.

Psychologische Komponente

Bettina Dräger-Möller, die seitens der Stadt Arnsberg KiQ begleitete, weist auf eine wichtige psychologische Komponente des Projekts hin: „Aus Eigentümerbefragungen zum Start des Projekts erfuhren wir, dass viele Hüstener nicht in dem ausgeprägten Bewusstsein lebten, in einem wirklich guten Wohnquartier zu leben. Es wurde damals zum Beispiel über Verkehrslärm und anderes gestöhnt. Heute stellen wir in einer erneuten Eigentümerbefragung fest, dass viele Hüstener ihren Wohnstandort schätzen. Dieses neue Lebensgefühl soll auch weiterhin gepflegt werden.“

Das Projekt ist zwar am 31. Mai 2015 offiziell zu Ende gegangen, aber KiQ-Initiativen wie die beiden Bürgerstammtische für Anwohner der Markt- bzw. Kampstraße existieren weiter. „Wir haben die Menschen miteinander ins Gespräch gebracht, und daraus sind auch viele Ideen entstanden“, betont der Geschäftsführer von Haus & Grund Neheim-Hüsten, Wilfried Gothe.

Vereinschef Schulte erinnerte daran, dass das Projekt KiQ mit 80 000 Euro an Bundesmitteln gefördert wurde, die mittlerweile auch verausgabt wurden. Mit den Fördermitteln des Bundes konnten allerdings keine privaten Bau-Investitionen subventioniert werden. Mit KiQ-Mitteln war lediglich eine Art „Planungszuschuss“ im Vorfeld von privaten Investitionen möglich. Damit KiQ in Hüsten überhaupt realisiert werden konnte (über 60 Städte hatten sich bundesweit um die 14 Teilnahmeplätze am Modellprojekt beworben), hatten die Stadt Arnsberg sowie Haus & Grund Neheim-Hüsten eine Eigenleistung zu erbringen. Hier führten die Stadt sowie Haus&Grund Arbeitsstunden durch eigenes Personal an, die mit 54 000 Euro beziffert wurden.

Es war aber auch nicht alles rosarot. Bettina Dräger-Möller berichtet: „Die Teilnehmerzahl an den Beratungsangeboten blieb hinter unseren Erwartungen zurück. Wir lernten, dass es wenig Sinn macht, privaten Hauseigentümern Beratungen für erst mittelfristig anstehende Renovierungen anzubieten. Die meisten privaten Eigentümer entscheiden vielmehr kurzfristig und anlassbezogen, wenn z. B. die Heizung defekt ist.“

HINTERGRUND

Projekt-Abschluss mit Wikinger-Schach

Das Projekt „Kooperation im Quartier“ (KiQ) wird am Donnerstag, 18. Juni, ab 17 Uhr auf dem Parkplatz der Volksbank Sauerland am Drostenfeld mit einem Wikinger-Schach-Turnier spielerisch abgeschlossen. Es ist auch für das leibliche Wohl gesorgt. Die Aktion läuft in Kooperation mit Volksbank und WP.

Nachbarschaften und Straßenzüge können Teams mit mindestens drei, maximal zehn Spielern bilden. Aus einer Nachbarschaft können mehrere Teams gebildet werden. Mannschaften können bis 15. Juni bei Helmut Schulte (Volksbank), 02932 / 951-1270, info@vb-sauerland.de, angemeldet werden.