Neue Bahn-Epoche begann vor 30 Jahren in Hüsten

Das  vor 30 Jahren eingeweihte Stellwerk Neheim-Hüsten am Hüstener Bahnübergang Von-Lilien-Straße
Das vor 30 Jahren eingeweihte Stellwerk Neheim-Hüsten am Hüstener Bahnübergang Von-Lilien-Straße
Foto: WP

Hüsten..  Eisenbahnfreunden unvergesslich ist die Einweihung des neuen Drucktastenstellwerks am Bahnhof Neheim-Hüsten vor 30 Jahren. Die damalige Deutsche Bundesbahn feierte die offizielle Einweihung des Gebäudes mit zwei Tagen der offenen Tür am 22. und 23. September 1984. „Da war mächtig was los am Bahnhof Neheim-Hüsten“, erinnert sich die heute 63-jährige Neheimerin Ingeborg Lauber-Zelt, die damals im Neheimer Modellbahngeschäft Lenze gearbeitet hatte und während der Aktionstage mit einem Modellbahn-Verkaufsstand am Bahnhof vertreten war.

Warum wurde aber damals so viel Aufhebens von einem neuen Stellwerk gemacht? Für die Bahn war es ein historischer Einschnitt. Das neue Drucktastenstellwerk ermöglichte es, dass kein Bahnübergang zwischen Wimbern und Meschede mehr von örtlichen Schrankenwärtern bedient werden musste. Die Schranken wurden seitdem durch den fahrenden Zug selbst betätigt. Hierfür sorgte ein automatischer Schrankenbetrieb per Lok/Schiene-Kontakt. Im neuen Stellwerk wurde der automatische Schrankenbetrieb nur noch überwacht. Dies war aber auch das Arbeitsende für die bisherigen Schrankenwärter an den vielen Bahnübergängen. Die Bundesbahn bot ihren Beschäftigten Ersatzarbeitsplätze an.

Die Schrankenwärter hatten in früheren Jahren viel erlebt. „Mit dem Schrankenwärter haben manche Autofahrer geschimpft, weil sie meinten, dass der Schrankenwärter viel zu früh die Schranke runterließ, bis endlich der Zug kam“, schmunzelt Inge Lauber-Zelt und kann sich an manche „entsprechende Vorkommnisse“ in Neheim und Hüsten erinnern.

Vom Einweihungstag des neuen Stellwerks Neheim-Hüsten brachte Inge Lauber-Zelt unserer Zeitung einige Fotos mit. Die frühere Modellbahnhändlerin schwärmt noch heute von den alten Dampf loks, aber auch von den damals modernen Reisezügen, die am Bahnhof Neheim-Hüsten zu sehen waren.

Mit der Dampflok nach Sundern

Es wurden Dampfzugfahrten mit der Lok 38 772 von Neheim-Hüsten nach Sundern und zurück angeboten. Fahrtdauer hin und zurück: insgesamt eineinhalb Stunden. Zusteigemöglichkeiten bestanden an den Haltepunkten Hüsten-West, Müschede, Reigern, Hachen und Stemel. Bahnfreunde konnten außerdem auf dem Führerstand einer Diesellokomotive (V 221) in Richtung Arnsberg mitfahren.