Neheimer Caritas stellt sich neu auf

Die Helferinnen der Caritas-Konferenz St. Johannes Baptist Neheim .
Die Helferinnen der Caritas-Konferenz St. Johannes Baptist Neheim .
Foto: WP

Neheim..  Die Caritas-Arbeit in der Neheimer Innenstadt stellt sich organisatorisch neu auf. Aufgrund des hohen Alters, das manche Caritas-Helferinnen aus St. Johannes schon erreicht haben, und wegen fehlender junger Frauen unter den Aktiven geht die seit 122 Jahren bestehende Caritas-Konferenz St. Johannes Baptist künftig nicht mehr einen eigenen Vereinsweg, sondern schließt sich dem Verbund der drei benachbarten Neheimer Caritas-Konferenzen St. Michael, St. Franziskus und St. Elisabeth an.

Der Verein löst sich nicht auf

Gisela Cloer, Vorsitzende der Caritas-Konferenz St. Johannes Baptist, betont: „Unser Verein löst sich nicht auf! Einige unserer Helferinnen werden weiterhin in ihren gewohnten Bezirken tätig sein, auch wenn sie dann dem Organisationsverbund St. Michael / St. Franziskus / St. Elisabeth angehören.“ Die Führung durch den bisherigen St.-Johannes-Caritas-Vorstand wird allerdings nicht mehr erfolgen.

„Nachdem ich angekündigt hatte, nicht mehr als Vorsitzende zu kandidieren, wollten auch andere Vorstandsmitglieder nicht mehr weitermachen“, sagt Gisela Cloer im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Caritas-Konferenz St. Johannes Baptist Neheim hat für Dienstag, 3. Februar, um 9.30 Uhr eine Jahreshauptversammlung im Pfarrheim an der Goethestraße einberufen, um die Pläne umzusetzen. Nach entsprechenden Beschlüssen wird Gisela Cloer die Vereinsakten an Pfarrer Stephan Jung übergeben.

Caritas-Konferenz ist zurzeit knapp 20 Helferinnen stark

Zurzeit ist die Caritas-Konferenz St. Johannes Baptist knapp 20 aktive Helferinnen stark, deren Durchschnittsalter deutlich über 70 Jahre beträgt. Mit 69 Jahren gehört Gisela Cloer zu den jüngsten Aktiven. Dem Caritas-Verein gehören knapp 300 Mitglieder an.

Gisela Cloer übernahm vor zehn Jahren den Vorsitz, zuvor war sie 21 Jahre Kassiererin. Im vergangenen Jahr wurde sie für 30 aktive Jahre in der Caritas geehrt. Gisela Cloer, die viele Bürger auch als Vorsitzender der Arnsberger Tafel kennen, bedauert es sehr, dass der Generationswechsel in der Caritas-Konferenz nicht geschafft wurde. „Es ist sehr schwierig, jüngere Frauen für eine Mitarbeit zu gewinne, da die Frauen schon durch Berufstätigkeit, Haushalt und Familien oftmals voll ausgelastet sind“, erklärt Gisela Cloer.

„Teilweise hat sich Caritas-Arbeit aber auch überlebt“, räumt sie selbstkritisch ein. „Angesichts vieler Freizeitangebote für Senioren haben wir schon lange keine Seniorennachmittage mehr veranstaltet. Teilweise können auch andere soziale Einrichtungen und Organisationen die Hilfsangebote übernehmen, die wir bisher Hilfsbedürftigen gemacht haben.“

HINTERGRUND

Soziales Engagement der Caritas-Helferinnen

Mit kleinen finanziellen Leistungen hat die Caritas-Konferenz schon mancher hilfsbedürftiger Familie aus der Geldklemme geholfen. Ein typischer Fall sind
z. B. noch nicht bezahlte Stromrechnungen oder ein Kostenzuschuss für plötzlich notwendige Ersatzbeschaffungen im Haushalt. Das Geld hierfür stammt aus Caritas-Sammlungen.

Nicht weniger wichtig ist die rein zwischenmenschliche Hilfe. So besuchen Caritas-Helferinnen nicht nur alte Leute, die sich einsam fühlen, sondern auch alleinerziehende Mütter, die für Erledigungen eine Aufsichtsperson für ihre Kinder benötigen.