Musik-Projekt: Senioren blühen mit Kindern auf

Altenheim-Bewohnerin Elisabeth („Lieschen) Schlinkmann (Bildmitte) war nicht mehr zu halten, als Dozent Joachim Kampschulte und die Kinder musikalisch marschierten
Altenheim-Bewohnerin Elisabeth („Lieschen) Schlinkmann (Bildmitte) war nicht mehr zu halten, als Dozent Joachim Kampschulte und die Kinder musikalisch marschierten
Foto: WP Ted Jones

Hüsten..  Kleine Kinder öffnen die Herzen älterer Menschen, zaubern ihnen ein Lächeln ins Gesicht und machen sie auch mobil. Wie erstaunlich schnell das gehen kann, bewiesen gestern acht Jungen und Mädchen aus dem Herdringer Kindergarten, die mit Senioren aus dem Hüstener Altenheim Klosterchen sangen und musizierten. Regie führte der Neheimer Diplom-Musikpädagoge Joachim Kampschulte, dem es auf spielerische Art und Weise hervorragend gelang, junge und alte Menschen kommunikativ in Verbindung zu bringen.

„Die Menschen haben ein Bedürfnis nach Verbindung. Die Musik ist ein hervorragendes Mittel, diese Verbindung zwischen Jung und Alt herzustellen“, erklärt Joachim Kampschulte das Grundprinzip des Projekts „Unter 7 Über 70“, das vom in Augsburg ansässigen „Europäischen Institut für Musik und Generation“ (eumug) entwickelt wurde. Kampschulte, der hauptberuflich als Musikpädagoge für die Musikschule Lennetal arbeitet , leitete gestern als eumug-Dozent ein Fortbildungsseminar, in dem sich im Haus Klostereichen Erzieherinnen aus Kindergärten und Pflegekräfte aus Altenheimen anschaulich über das Projekt „Unter 7 Über 70“ informieren konnten.

Viele Seminarteilnehmer waren sichtlich begeistert, wie schnell Kinder und Senioren beim gemeinsamen Singen und Musizieren in Interaktion traten. Seminarleiter Joachim Kampschulte musste weder die Kinder noch die Senioren lange zum Mitmachen bitten. Alle Akteure zeigten sich aufgeschlossen. Die 69-jährige Elisabeth („Lieschen“) Schlinkmann bat Joachim Kampschulte sogar von sich aus, gemeinsam mit den Kindern musikalisch im Kreis zu marschieren. Daran hatte wiederum viel Freude Lieschens gleichnamige Mutter, die 89-jährige Elisabeth Schlinkmann, die ebenfalls im Haus Klostereichen wohnt.

Senioren machen alles mit

Die beiden „Schlinkmänner“ machten wie die anderen Senioren alles Gewünschte mit den Kindern mit: Sie schaukelten gemeinsam mit den Armen, sangen bekannte Lieder aus der eigenen Kindheit mit, klatschten gemeinsam in die Hände, brachten kleine Glöckchen zum Klingen oder beantworteten im Zwiegespräch mit den Kindern Fragen, die Kampschulte erst den Kindern gestellt hatte. So fragten die Kinder dann auch die Senioren: „Wie heißt dein Opa?“ Bei heute 90-Jährigen reichte die Erinnerung dann schon weit ins 19. Jahrhundert zurück ...

Der Besuch von Herdringer Kindergarten-Kindern ist übrigens wahrlich kein Einzelfall im Haus Klostereichen. Regelmäßig besucht eine Vorschulgruppe die Senioren. Diese Besuche hatten andere Themen wie zum Beispiel die Meditation über eine Kerze.

HINTERGRUND

Das Projekt „Unter 7 Über 70“ wird bereits in vielen deutschen Städten umgesetzt

Zu einer Erfolgsstory hat sich das generationsübergreifende Projekt „Unter 7 Über 70“ entwickelt. Musikpädagoge Joachim Kampschulte, der zu diesem Projekt schon manche Seminare für Multiplikatoren (Erzieherinnen im Kindergarten und Altenpflegerinnen) gehalten hat, weiß, dass das Konzept schon in vielen deutschen Städten umgesetzt wird.

„Das Projekt hat schon vielen Senioren und Kindern Freude bereitet“, erzählt der 52-jährige Neheimer.