Museumsverein sichert sein Überleben

Archivarin Kirstin Waibel zeigt eines der alten Schätzchen aus der Neheimer Leuchtensammlung. Das Foto entstand  bereits vor fünf Jahren, als die Archivarin den umfangreichen Bestand inventarisierte.
Archivarin Kirstin Waibel zeigt eines der alten Schätzchen aus der Neheimer Leuchtensammlung. Das Foto entstand bereits vor fünf Jahren, als die Archivarin den umfangreichen Bestand inventarisierte.
Foto: WP Ted Jones

Neheim..  Der „Verein zur Förderung des Museums für Licht und Beleuchtung“ nimmt wieder Fahrt auf. In den vergangenen zwölf Monaten war es sehr ruhig um den Förderverein geworden, so dass in Neheim schon die Frage kursierte: Gibt’s den Verein überhaupt noch?

Trilux hilft Verein aus der Klemme

In der Jahreshauptversammlung des Vereins konnte jetzt Vorsitzender Jörg Minnerup den zwischenzeitlichen Rückzug aus der Öffentlichkeit so erklären: „Dem Verein drohten erhebliche finanzielle Probleme, da ab August 2016 monatlich ein immer höheres Defizit angehäuft worden wäre, wenn wir nicht in den vergangenen Monaten massiv gegengesteuert hätten.“ Ursache für die Finanzmisere waren die Mietkosten für die Unterbringung der historischen Leuchtensammlung. Diese Ausgaben waren durch Einnahmen (Mitgliedsbeiträge und Spenden) nicht mehr zu decken.

Dem Vorsitzenden Jörg Minnerup, der hauptberuflich bei Trilux als Leiter Strategie Lichttechnik arbeitet, gelang es in Gesprächen mit der Leitung des Hüstener Leuchtenunternehmens, dass Trilux dem Museumsförderverein mietfrei einen Lagerbereich zur Verfügung stellt. Aufgrund dieser Kostenentlastung kann der Verein ab Sommer 2016 wieder schwarze Zahlen budgetieren. „Wir haben die Überlebensfähigkeit des Vereins gesichert und blicken jetzt nach vorn“, so Vorsitzender Minnerup.

Auf künftige Aktionen wies dann Fördervereins-Vorstandsmitglied Peter Kleine hin. So werde im nächsten Monat eine neue Ausstellung mit historischen Leuchten-Exponaten im Neheimer Kaiserhaus eröffnet. Zu diesem Zweck werden 16 Vitrinen mit Objekten bestückt, die zum Teil noch nie öffentlich gezeigt wurden. Die Zeitschiene des präsentierten Lichts reicht von Öllampe und Gaslicht über Bremer-Licht und „Kommissar“-Leuchte bis hin zu Leuchtstofflampen und LED-Leuchtentechnik. Die Ausstellungsstücke erhalten kleine erläuternde Schrifttafeln, aber auch Zusatz-Infos wie z. B. eine historische Landkarte (damalige Globalisierung des Lichts). Im heutigen Internet-Zeitalter gibt es bei gewünschten weiteren Infos auch QR-Codes.

Engagiertes Lichtforum

In diesem Sinne ist die Arbeit des Lichtforum-Geschäftsführers Dennis Köhler von großer Bedeutung, der Fotos und Infos zu einem Teil der insgesamt 5860 Exponate umfassenden Leuchten- und Lichttechniksammlung ins Internet stellte. Dabei griff er auf Fotos/Daten aus Archivierungsarbeiten von Kirstin Waibel zurück. Die Seite ist im Internet zu finden unter: www.lichtforumnrw.de/MLB

Später sollen die Vitrinen zu bestimmten Themen wie z.B. „Licht in Bewegung“ alle etwa sechs Monaten neu bestückt werden.

HINTERGRUND

Neue Impulse für die Aufarbeitung der Historie der heimischen Leuchtenindustrie wird die voraussichtlich im Mai startende Geschichtswerkstatt Möhnestraße setzen. Die Werkstatt, in der interessierte Bürger gern mitarbeiten können, wird vom Hüstener Heimatforscher Reiner Ahlborn geleitet. Nähere Infos zum Projekt folgen noch.