Moderate Strafe für Schläge und Raub

Neheim..  Als der 22-jährige Neheimer seinen Widersacher, mit dem er vor Wochen einen verbalen Streit gehabt hatte, am Friedhof an der Möhnestraße sah, kam seine Wut wieder hoch und er schlug und trat zusammen mit seinem Begleiter, einen 24-jährigen arbeitslosen Mann, gegen Kopf und Körper, so dass dieser zu Boden ging und dabei sein Handy aus der Jackentasche verlor. Bei dem Versuch, es zu ergreifen, stieß der Angeklagte es weg und trat erneut auf den am Boden Liegenden ein.

Der Schläger nahm das Handy an sich und verschwand mit seinem Kumpel, der bei der Schlägerei und dem Raub mitgewirkt hatte. Diesen jugendlichen Mittäter erwartet ein gesondertes Verfahren in Soest. Er stand zudem noch unter Bewährung. Der Staatsanwalt hatte den 22-jährigen Neheimer vor dem Schöffengericht wegen Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Er gab zu, seinen Widersacher zusammen mit dem Kumpel geschlagen zu haben, getreten worden sei er aber von ihm nicht. „Wir wollten ihn nur schlagen, nicht aber abzocken“, so der Angeklagte, der das geraubte Handy für 80 Euro verkauft hatte.

Freiheitsstrafe gefordert

Wer der Käufer war – das hätte den Staatsanwalt interessiert – wusste der Angeklagte aber angeblich nicht. Der Staatsanwalt beantragte für das brutale Vorgehen, eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten zur Bewährung aus drei Jahre. Strafverschärfend müsse man die vier Vorstrafen werten. Da sein Handeln von einer persönlichen Unreife zeuge, solle er einem Bewährungshelfer unterstellt werden.

Da sich der Angeklagte geständig gezeigt habe, und der angeblich Tritt gegen den Kopf des Opfers zweifelhaft sei, könne man hier von einem minder schweren Fall ausgehen, bei dem ein Strafmaß von elf Monaten reiche, plädierte der Verteidiger. Das Schöffengericht schloss sich dem Antrag der Staatsanwaltschaft an, denn ein minder schwerer Fall sei nicht zu erkennen. „Das war schon ein brutales Vorgehen, den ahnungslosen Geschädigten zu Zweit zu schlagen und zu treten und ihm dann noch sein Handy zu rauben. „Die ausgesprochene Strafe ist daher noch moderat“, so der Vorsitzende Richter, der den Angeklagten einem Bewährungshelfer unterstellte und 150 Sozialstunden verhängte.