Modedesignerin kehrt in ihre Heimatstadt Neheim zurück

Simone und Nils Schubmann präsentieren in ihrem Neheimer Ladenlokal Ledergürtel und Ledertaschen nach eigenem Design.
Simone und Nils Schubmann präsentieren in ihrem Neheimer Ladenlokal Ledergürtel und Ledertaschen nach eigenem Design.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Vielfach gibt es die Erfahrung: „Junge Leute machen in der Stadt Arnsberg ihr Abitur, nehmen anschließend irgendwo in Deutschland ein Studium auf, bleiben dort hängen und sind so als Einwohner für die Stadt Arnsberg endgültig verloren.“ Geschichten über Rückkehrer sind nicht häufig zu erzählen. Bei Simone Schubmann (geb. Stuppardt) ist dies anders.

Neheim.. Die 38-jährige Modedesignerin ist in ihren Geburtsort Neheim zurückgekehrt und hat - zusammen mit ihrem Ehemann Nils Schubmann - am Neheimer Markt (neben Uhren-Eiloff) ein Lederwaren-Geschäft eröffnet. Familiäre Gründe waren ausschlaggebend, dass Simone Schubmann heimgekehrt ist. Denn mittlerweile hat sie mit ihrem Mann zwei kleine Kinder (zwei und drei Jahre alte Jungs) und ist mit der kompletten Familie ins Neheimer Binnerfeld gezogen. Die Modedesignerin sieht nun ihre alte Heimat wieder, wo sie geboren und aufgewachsen ist und bis zu ihrem Schulwechsel an ein Mendener Gymnasium lebte. Denn ihre Eltern waren damals berufsbedingt nach Menden gezogen, doch die Familie Stuppardt hat bis heute enge Verbindungen nach Neheim.

„Meine Eltern freuen sich natürlich, uns und die Enkel jetzt häufiger zu sehen“, lächelt Simone Schubmann. Sie hatte zunächst in Wetter an der Ruhr das Handwerk der Damenschneiderin gelernt, bevor sie dann Modedesign in Hamburg studierte.

Mit Internet-Handel erfolgreich

Rein beruflich gesehen wäre es prinzipiell egal gewesen, wo sich die Eheleute Schubmann mit ihrem Lederwaren-Internet-Handel auf Dauer niedergelassen hätten. „Wir haben unser Unternehmen simoneundnils.de im Juli 2010 gegründet, nachdem wir längere Zeit gemeinsam für Esprit in Ratingen bei Düsseldorf gearbeitet haben“, berichtet Nils Schubmann, der bis 2010 bei Esprit als Vertriebsleiter Deutschland tätig war. Seine heutige Frau war dort von 2006 bis 2011 als Modedesignerin beschäftigt und entwickelte zahlreiche Kollektionen (insbesondere Kleider, Röcke und Blusen für den „femininen Businesslook). Heute arbeitet Simone Schubmann für das Schweizer Modeunternehmen Charles Vögele und kommt am Wochenende nach Hause.

Als Nils Schubmann 2010 bei Esprit ausschied, gründete er mit seiner Frau das Lederwaren-Unternehmen. Die Entwürfe für Ledergürtel und Taschen stammen von seiner Frau, produziert werden die Gürtel in einem kleinen Betrieb auf der Schwäbischen Alb und die Taschen in einer kleinen italienischen Manufaktur bei Florenz. Der 41-jährige Nils Schubmann kümmert sich um den Verkauf, der sehr gut läuft. Im Jahr 2014 gingen im Schubmann-Internethandel 12 500 Gürtelbestellungen ein. Vor zwei Jahren wurde das Sortiment um Ledertaschen erweitert.

Schubmann ist ein leidenschaftlicher Verkäufer und mag auch das direkte Gespräch mit dem Kunden an der Ladentheke. Deshalb steht er seit 1. März gern in dem neuen Laden am Neheimer Markt 7. „Im Gespräch mit den Kunden habe ich schon Anregungen für neue Produkte bekommen“, erzählt er begeistert.

Kommentar von Martin Schwarz - Bei Rückkehr muss es einfach passen

Um nach Studium und ersten Berufsjahren wieder in die Heimat zurückzukehren, muss es privat und beruflich einfach passen. Dies macht der Werdegang der Neheimerin Simone Schubmann deutlich. Ihre Heimkehr erfolgte völlig unabhängig von einem städtischen Projekt wie „Generation Zukunft Arnsberg“.


Gleichwohl zeigt der Lebensweg der Modedesignerin: Rückkehr ist möglich. Auch die Modedesignerin Daniela Dittmann (geb. Mock - Tochter des Neheimer Apothekers Dr. Mock) war vor drei Jahren nach Neheim zurückgekommen und eröffnete ein Geschäft an der Oberstraße. Auch hier passte es privat. Politik kann nicht alles steuern.