Lieber mobile Lichtschau statt Leuchtenmuseum im Sauerland

Bereits im Herbst 2011 inventarisierte Kirstin Waibel im Auftrag des „Vereins zur Förderung des Museums für Licht und Beleuchtung“ rund 3000 Exponate der Neheimer Leuchtensammlung, zu der auch diese alte Gasleuchte gehört
Bereits im Herbst 2011 inventarisierte Kirstin Waibel im Auftrag des „Vereins zur Förderung des Museums für Licht und Beleuchtung“ rund 3000 Exponate der Neheimer Leuchtensammlung, zu der auch diese alte Gasleuchte gehört
Foto: WP Ted Jones
Die heimische Leuchten- und Lichtindustrie will ihre Produkte aus Geschichte, Gegenwart und Zukunft wahrscheinlich nicht stationär in einem Gebäude, sondern eher in mobiler, projekt- und themenbezogener Form präsentieren.

Neheim.. Dies erklärte auf Anfrage der Westfalenpost Trilux-Geschäftsführer Johannes Huxol in seiner Eigenschaft als Aufsichtsratsvorsitzender des Lichtforums NRW. Denn das im Neheimer Kaiserhaus ansässige Lichtforum NRW hat unter Einbindung historischer Exponate bereits ein Konzept für eine moderne Licht- und Leuchtenpräsentation erarbeitet, aber dieses Konzept wegen anderer vorrangigerer Lichtforums-Aufgaben (Organisation der Lichtwoche Sauerland und Koordination von Betrieben bei Forschungsvorhaben) noch nicht umgesetzt.

Schatz an Leuchten, Lampen und Dokumenten

„Die Diskussion der vergangenen Tage empfand ich als irreführend. Niemals ging es darum, wertvolle historische Exponate aus der Neheimer Leuchtengeschichte unbeachtet zu lassen oder gar zu entsorgen“, betont Johannes Huxol und verweist auf die europaweite Bedeutung der etwa 3000 Exponate umfassenden Neheimer Sammlung. „Wir freuen uns, dass wir in Neheim über einen echten Schatz an Leuchten, Lampen und Dokumenten verfügen“, sagt Huxol.

Die Aussage des städtischen Kulturbüro-Chefs Peter Kleine, wonach man sich um die Idee eines Neheimer Leuchtenmuseums nicht mehr ernsthaft Gedankenen machen solle, sei falsch verstanden worden. Das Lichtforum NRW habe es von vornherein nicht als Aufgabe angesehen, eine Museum in Form einer stationäre Ausstellung mit ausschließlich historischen Exponaten zu schaffen. „Vielmehr geht es darum, insbesondere Schülern mit einer modernen Licht- und Leuchtenpräsentation - unter Einbindung historischer Exponate - die Faszination Licht nahezubringen und für die damit verbundenen Berufe in der heimischen Leuchtenindustrie zu begeistern“, betont Huxol. Auch diese Aufgabe des maßgeblich von Leuchtenfirmen getragenen Lichtforums NRW sei von Anfang so definiert gewesen.

Industrie unterstützt Vorhaben

Künftig gehe es darum, mit koordinierender Hilfe des Lichtforums in die Schulen zu gehen und dabei nicht nur theoretische Vorträge zu halten, sondern auch durch eine begleitende mobile Ausstellung Licht und Beleuchtung für Schüler erlebbar zu machen. So sei auch daran gedacht, im Ausstellungsbereich Schüler zum Mitmachen zu motivieren. So solle die Ausstellung einen Labor-Charakter erhalten.

Huxol ist zuversichtlich, dass diese Ausstellungskonzeption nicht wegen finanzieller Mittel scheitere, zumal die Kosten auch überschaubar seien. „Die heimische Leuchtenindustrie ist sich ihrer geschichtlich gewachsenen, unternehmerischen Verantwortung bewusst. Sollte es finanzielle Engpässe bei der Projektrealisierung geben, wird die Industrie ihren Beitrag leisten“, so Huxol.