Leere Baustelle erhitzt die Gemüter

Kein Bauarbeiter ist auf der B7-Brückenbaustelle zu sehen: Bürger befürchten Bauverzögerungen, doch Straßen.NRW beruhigt die Gemüter: „Manchmal ist die Baufirma auch unterhalb der Brücke tätig, ohne dass dies jemand sieht.“
Kein Bauarbeiter ist auf der B7-Brückenbaustelle zu sehen: Bürger befürchten Bauverzögerungen, doch Straßen.NRW beruhigt die Gemüter: „Manchmal ist die Baufirma auch unterhalb der Brücke tätig, ohne dass dies jemand sieht.“
Foto: Jones

Neheim..  Der Neheimer Maler- und Lackierermeister Detlef Sauerland befürchtet Bauverzögerungen auf der B7-Brückenbaustelle im Neheimer Ohl. „An den Werktagen vom 2. bis 8. Juli habe ich auf der Baustelle manchmal keinen oder höchstens zwei oder drei Bauarbeiter gesehen. Wie will die Baufirma bei einer solchen Arbeitsweise ihren Zeitplan einhalten?“, fragt sich Detlef Sauerland und befürchtet, dass die lästige Umleitungsstrecke noch länger bestehen bleibt als ursprünglich geplant.

Detlef Sauerland beschwert sich

Detlef Sauerland hat sich bereits beim Landesbetrieb Straßen.NRW in Meschede beschwert, er fand dort aber kein Verständnis für sein Anliegen. „Straßen.NRW sprach von täglich mehreren Mitarbeitern auf der Baustelle, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Ich weiß doch, was ich sehe“, sagt Detlef Sauerland, als er jetzt unsere Zeitungsredaktion anrief. Der Malermeister ist über Straßen.NRW empört. Er gibt auch die Verärgerung weiterer Bürger wieder, die sich über die leere Baustelle wundern.

Es steht Wort gegen Wort

Sauerlands Beschwerde nahm unsere Zeitung zum Anlass, selbst mit Straßen.NRW zu sprechen. Doch auch nach dieser Auskunft bleibt es dabei: Detlef Sauerlands Wort steht gegen das Wort von Straßen.NRW. Der Pressesprecher von Straßen.NRW in Meschede, Oscar Santos, berichtet: „Es sind immer fünf bis sechs Bauarbeiter auf der Baustelle. Von Autofahrern können sie allerdings nicht immer gesehen werden. In den vergangenen Tagen waren Bauarbeiter auch in einem Hohlkasten unterhalb der Brücke tätig. In diesem Hohlkasten verlaufen unter anderem Entwässerungsleitungen.“

Santos betont, dass sich die Arbeiten auf der B-7-Brücke voll im Zeitplan befinden. Sauerlands Vorwürfe kann er überhaupt nicht verstehen. „An einzelnen Tagen wird sogar bis 22 Uhr auf der Baustelle gearbeitet, gelegentlich werden Arbeiten auch am Samstag ausgeführt“, betont der Sprecher von Straßen.NRW.

Demgegenüber hat Detlef Sauerland die Abwesenheit von Bauarbeitern sogar dokumentiert. Er hat an verschiedenen Tagen Fotos gemacht und die Uhrzeiten notiert.

Foto-Dokumentation

„Die Bilder zeigen die menschenleere Baustelle. Ich habe höchstens zwei oder drei Mitarbeiter mal gesehen, manchmal gar keinen“, so Sauerland. Das Argument von Straßen.NRW, die Mitarbeiter könnten auch - für Außenstehende nicht sichtbar - unter der Brücke arbeiten, kann Sauerland nicht nachvollziehen. Er hat an einzelnen Tagen - wenn er des Weges kam - auch unterhalb der Brücke geguckt und niemand gesehen.

HINTERGRUND

Die jetzt laufende Sanierung der nördlichen Hälfte der B7-Brücke ist laut Straßen.NRW „mit einer Bauzeit von circa fünf Monaten“ veranschlagt. Die Arbeiten begannen am 1. Juni 2015. Ab Frühjahr 2016 soll - auch in fünf Monaten - die südliche Brückenhälfte saniert werden.

Auf beiden Längsseiten der B7-Brücke werden die Brückenkappen, an denen sich das Geländer befindet, erneuert. Außerdem werden die Brückenplatte neu abgedichtet sowie eine neue Fahrbahndecke aufgezogen. Die alte Fahrbahn wurde bereits abgetragen, an der nördliche Brückenkappe laufen die Arbeiten.