Lebensgefährtin bedroht: „Ich mach’ dich kalt“

Hüsten..  Ob der 35-jährige Arbeitsuchende aus Hüsten, der von der Staatsanwaltschaft vor dem Amtsgericht wegen mehrerer Delikte angeklagt ist, bestraft wird, steht nach dem ersten Verhandlungstag noch nicht fest. Fest steht jedoch, dass ein zu dem Verfahren ordnungsgemäß geladener Zeuge bereits jetzt schon „bestraft“ ist. Er war dem Gericht unentschuldigt ferngeblieben. Ihm wurde auf Antrag des Staatsanwaltes per Beschluss des Gerichtes ein Ordnungsgeld in Höhe von 150 Euro auferlegt. Will oder kann er nicht zahlen, darf er ersatzweise auch drei Tage Ordnungshaft antreten.

Mit Fahrzeug abgedrängt

Zur Wahrheitsfindung ist die Anhörung von Zeugen vor dem Gericht zwingend nötig. Diese sind gesetzlich verpflichtet, der Ladung zu folgen und wahrheitsgemäß auszusagen. In dem hier vorliegenden Fall kann auf den Zeugen nicht verzichtet werden, weil zwischen den Anklagevorwürfen des Staatsanwaltes und den Angaben des Angeklagten erhebliche Diskrepanzen vorliegen.

Letzterer soll Mitte 2014 seine frühere Lebensgefährtin gewürgt, mit den Worten Nutte und Schlampe beleidigt, sie mit der Begehung eines Verbrechens bedroht haben: „Ich mach dich kalt, schneide dir die Kehle durch.“ Außerdem habe er sie mit einem Pkw verfolgt, sei angeblich sehr dicht aufgefahren und soll versucht haben, sie von der Fahrbahn abzudrängen.

Angeklagter bestreitet Vorwürfe

Der Angeklagte streitet alle Vorwürfe ab. Seine Äußerung bestand lediglich darin, überhaupt nichts gemacht zu haben. „Ich habe mit der Frau schon lange nichts mehr zu tun.“ Die Richterin wunderte sich über diese Aussage und hielt ihm vor, unlängst bei einer Zivilkammer des Amtsgerichtes einen Vergleich geschlossen zu haben, Bedrohungen gegenüber seiner früheren Lebensgefährtin zu unterlassen und bei ihr nicht mehr anzurufen.

Da die Angelegenheit ohne den Zeugen nicht zu klären war, musste die Verhandlung vertagt werden. Der Verteidiger des Angeklagten beantragte, dem nicht erschienen Zeugen die Kosten, die durch sein Fehlen entstehen, aufzuerlegen.