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Ärger um Sitzbank

Kunstobjekt nur noch Fragment: Stadt will Bank aufbereiten

20.10.2012 | 10:51 Uhr
Kunstobjekt nur noch Fragment: Stadt will Bank aufbereiten
So sieht Krügers nur noch fragmentarisch vorhandene Sitzbank heute aus, die vor vier Jahren nahe dem Wasserspielplatz an der Promenade in Alt-Arnsberg aufgestellt wurde.Foto: Ted Jones

Neheim/Alt-Arnsberg. Vor vier Jahren war die Freude des Neheimer Designers Rolf Krüger noch groß, als er beim Gestaltungswettbewerb „Phantastische Bänke“, den das städtische Kulturbüro beim Kunstsommer 2008 ausgelobt hatte, den 1. Preis gewann.

Krüger hatte eine originelle Sitzbank entworfen, die aus einem Abwasserrohrstück als Unterbau und Holz als Sitzfläche besteht. Beim Bau des Kunstwerks wurde Rolf Krüger vom Arnsberger Schreinermeister Heinrich Beleke und einem Kölner Betonwerk unterstützt.

Krügers Bank wurde dann in Alt-Arnsberg am Fußweg neben dem Wasserspielplatz an der Promenade aufgestellt. Im Laufe der Jahre nahm das im öffentlichen Raum aufgestellte Kunstwerk offenbar aber so großen Schaden, dass mittlerweile von Krügers preisgekrönter Bank nur noch der Unterbau vorhanden ist. Es ist aber nicht nur dieser armselige Anblick, der den Designer enttäuscht. Enttäuscht ist er auch von Bürgermeister Vogel. „Der Bürgermeister hatte mir damals in einem längeren Gespräch Hoffnung gemacht, dass meine Bank ein Prototyp für weitere Bänke im Stadtgebiet, zum Beispiel am Ruhrtalradweg, werden könnte“, erzählt Krüger. „Als ich dann aber mit den Mitarbeitern in der Fachverwaltung sprach, verlief die Aktion im Sande. Es wurde dabei auch auf fehlende finanzielle Mittel verwiesen.“

Als unsere Zeitung Bürgermeister Vogel auf das zu einer Bruchbank verkommene Kunstobjekt ansprach, sagte der Bürgermeister Hilfe zu. „Die Stadt wird die Bank wieder instand setzen“, versprach Vogel. Dies nahm Krüger von unserer Zeitung zwar erfreut zur Kenntnis, zufrieden macht es ihn aber nicht.

Krüger hatte gehofft, dass von seinem über 3000 Euro teuren Prototypen mehrere Exemplare gebaut werden würden. Das 1000 Euro hohe Preisgeld, das er sich mit Schreiner und Betonfirma geteilt hatte, konnte die Prototypkosten nur marginal refinanzieren. Deshalb ist Krüger nun froh, dass seine Sitzbänke nun in Husum (Nordfriesland) zu neuen Ehren kommen (siehe Hintergrund-Wissen)

Hintergrund-Wissen:

Fünf neue Exemplare von Rolf Krügers künstlerisch preisgekrönter Sitzbank sollen im Frühjahr 2013 bei Husum (Nordfriesland) aufgestellt werden. Hier wirken die guten Kontakte zur Kunst-Szene in Husum, die der Neheimer Designer in vielen Jahren aufgebaut hat. Denn Krüger verlebte seine Kindheit und Jugend in Husum und auch heute noch fährt er gern zu seiner Ferienwohnung in Husum. 

Krügers Sitzbänke werden Teil des Husumer Skulpturenpfades „Kunstumschlungen“, der sich vom Husumer Binnenhafen bis zum fünf Kilometer entfernten Nachbarort Schobüll erstreckt. 

Die Aufstellung der Bänke wird durch finanzielle Unterstützung der Ede-Sörensen-Stiftung ermöglicht. Die Stadt Husum sieht in den Bänken auch ein Mittel, den Tourismus zu fördern.

Martin Schwarz



Kommentare
05.11.2012
13:37
Warum fassungslos?
von westsidestory | #3

Warum fassungslos?
Sicherlich hat "dasgibsdochgarnich" den Zeitungsartikel nicht richtig gelesen. Die Summe von 3000,- € bezieht sich auf die Prototypen-Entwicklung der Betonbank, zu der zusätzlich 3 Hocker und 1 Sessel in Beton/Holz hergestellt und präsentiert wurden. Die Kosten hat das dreiköpfige Wettbewerbsteam selbst übernommen. Es handelt sich also nicht um einen Verkaufspreis. Dieser ist auch nicht ermittelt worden, da ein Interesse an dieser Bank in Arnsberg nicht bestand.

04.11.2012
17:00
Fassungslos...
von dasgibsdochgarnich | #2

3.000,- € für eine Bank, bestehend aus einem Abwasserkanalteilstück mit Holzauflage? Und dann drängt noch der "Künstler" die bettelarme Stadt auf den Kauf weiterer "Designerstücke" und reagiert beleidigt, wenn dafür kein Geld da ist und rennt dann noch zur Presse? Ich bin fassungslos....

1 Antwort
Kunstobjekt nur noch Fragment: Stadt will Bank aufbereiten
von westsidestory | #2-1

Guten Tag!
Lesen Sie den Zeitungstext bitte noch einmal durch!
3000,-€ beziehen sich lediglich auf die Kosten für die Prototypen-Entwicklung und nicht auf den Verkaufspreis einer einzelnen Bank. Im übrigen sind für den Wettbewerb zusätzlich 3 Hocker und 1 Sessel in Beton/Holz entstanden.
Vor einer Kritik sollte man entsprechende Hintergrundinformationen einholen. Dass ich beleidigt bin, stimmt nicht, eher ein wenig enttäuscht!

20.10.2012
13:40
Kunstobjekt nur noch Fragment: Stadt will Bank aufbereiten
von keineAhnung11 | #1

Die Sitzfläche der Bank ist von heute auf morgen verschwunden. Sie war nicht verrottet oder beschädigt. Denke, jemand konnte sie für seinen Garten gebrauchen!

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