Konservativ zur soliden Bilanz
20.02.2010 | 17:00 Uhr 2010-02-20T17:00:00+0100
Hüsten/Sauerland. Vorstandsmitglied Jürgen Dörner von der Volksbank Sauerland brachte es platt aber treffend auf den Punkt: „Wir haben im Gegensatz zu anderen kein Geld versenkt!”.
Konservative Geschäftsstrategien — wie aus den einzelnen Häusern auch vor der letztjährigen Fusion bekannt — habe sich ausgezahlt. „Das hat uns vor Verlusten bewahrt”, so Dörner.
Die Bilanzsumme der Volksbank Sauerland stieg um 66 Millionen um 6,5 Prozent auf 1,08 Milliarden Euro. Der Ertrag dürfte sich auf rund 10 Millionen Euro bewegen. Abzüglich Eigenkapital- und Risikokapitalaufstockung und einem Steuervolumen von rund 3 Millionen Euro (davon 1,3 Mio. Euro Gewerbesteuern) soll ein Gewinn von ca. 2,5 Millionen Euro ausgewiesen werden. Der 226-köpfigen Vertreterversammlung der 33 000 Mitglieder wird eine Dividende von 5 Prozent vorgeschlagen (circa 1 Millionen Euro) sowie eine zusätzliche Rücklagendotierung von 1,5 Mio. Euro vorschlagen.
Das Kreditwachstum betrug bei der Volksbank Sauerland 112 Millionen Euro. Stark nachgefragt waren Finanzierungen für regenerative Energiegewinnungsanlagen (20 Mio.). Privatkunden machten 22 Millionen Euro aus, während auf Gewerbekunden 70 Millionen Euro Neukredite fielen. Das Gesamtkundenkreditvolumen betrug Ende des Jahres 0,9 Milliarden Euro.
„Investitionen wurden von den Unternehmen spürbar zurückgefahren”, berichtet Vertriebsvorstand Reinhard Scheffer. Von einer „Kreditklemme” könne nicht die Rede sein. „Wir hätten aufgrund unseres Eigenkapitals mehr finanzieren können”, so Vorstand Christian Eschbach, „die Nachfrage war jedoch verhalten”. Grundsätzlich stelle sich die Volksbank ihrer Verantwortung für die heimische Wirtschaft: „Wir lassen als regionale Bank unsere langjährigen Kunden in der Krise nicht fallen”, betont Reinhard Scheffer. Alles andere, so Jürgen Dörner, würde der „Philosophie der Nachhaltigkeit” widersprechen.
Verändert hat sich das Einlagengeschäft: In Summe stieg es um 6 Prozent (43 Millionen Euro) auf 789 Millionen, wobei sich langfristige Anlagen rückläufig entwickelten, während die kurzfristigen Anlagen (Sparanlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist) um 38 Prozent zulegten.
Das gute Geschäftsergebnis (Dörner: „Darauf sind wir stolz”) sichere auch die Arbeitsplätze von 280 Mitarbeitern und 16 Auszubildenden an derzeit 29 Standorten. An einer weiteren Ausdehnung der Volksbank Sauerland (z.B. Oeventrop, Thülen, Reiste) werde derzeit nicht gedacht. „Weitere Fusionen sind nicht zu erzwingen”, sagt Christian Eschbach. Das müssten die anderen Banken für sich entscheiden.

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