Konkretisierte Pläne für Notfallaufnahme am JoHo

Ein Luftbild aus dem Jahr 2008: In der Mitte ist das St.-Johannes-Hospital zu sehen, an dem auf der rechten Seite ein Anbau entstehen soll. Das Klinikum hatte vor einiger Zeit im rechtsseitigen Grünbereich die Villa Wiese (im Foto ist noch das Dach zu erkennen) erworben und abgerissen. Am rechten Bildrand sind angrenzende Häuser der Langen Wende zu sehen
Ein Luftbild aus dem Jahr 2008: In der Mitte ist das St.-Johannes-Hospital zu sehen, an dem auf der rechten Seite ein Anbau entstehen soll. Das Klinikum hatte vor einiger Zeit im rechtsseitigen Grünbereich die Villa Wiese (im Foto ist noch das Dach zu erkennen) erworben und abgerissen. Am rechten Bildrand sind angrenzende Häuser der Langen Wende zu sehen
Foto: WP

Neheim..  Die Planungen für den Erweiterungsbau am Neheimer St.-Johannes-Hospital konkretisieren sich. Das Klinikum Arnsberg will möglichst noch im Herbst dieses Jahres mit den Bauarbeiten für den Krankenhaus-Anbau beginnen. Deshalb wurden mittlerweile die Bauunterlagen bei der Stadt Arnsberg eingereicht.

Ein Bebauungsplan ist aufzustellen

Aufgrund der Komplexität des Bauvorhabens ist es nötig, dass die Stadt Arnsberg einen neuen Bebauungsplan NH 140 „Am Springufer“ aufstellt. Dies wiederum erfordert die Zustimmung der kommunalpolitischen Gremien. Als erster städtischer Ausschuss befasst sich am 9. Februar der Bezirksausschuss Neheim mit den Bauplänen des Klinikums. Die Stadtverwaltung sieht das Bauvorhaben positiv und schlägt in ihrer Sitzungsvorlage den Politikern die grundsätzliche Zustimmung zum Bauvorhaben vor, damit das planungsrechtliche Verfahren beginnen kann.

In dem Anbau, der auf dem frei geräumten Grundstück der früheren Villa Wiese entsteht, soll insbesondere die Zentrale Notfallaufnahme des Klinikums Arnsberg mit Operationsräumen und Intensivmedizin-Zimmern untergebracht werden. Denn das Neheimer Johannes-Hospital dient dem Klinikum Arnsberg künftig als Traumatologisches / Chirurgisches Zentrum mit den Fachdisziplinen Allgemein- und Unfallchirurgie, Orthopädie und Neurochirurgie. Neu in Neheim wird auch das Kardio-Vaskuläre Zentrum für Herz- und Gefäßerkrankungen sein. Vor Ort bleibt die Klinik für Neurochirurgie (inklusive Schlaganfall-Spezialstation).

Die Tatsache, dass künftig vom chirurgischen Notfall (z. B. ein gebrochenes Bein) über den Herzinfarkt bis zum Schlaganfall alle Notfallpatienten zentral nach Neheim gebracht werden, wird das tägliche Aufkommen an Rettungsfahrzeugen vor dem JoHo erhöhen. So ergibt sich für das Bauvorhaben auch eine neue verkehrliche Erschließung (siehe unteren Extra-Artikel). Durch den Immobilienerwerb der drei Gebäude Lange Wende 6, 6a und 8 hatte das Klinikum Arnsberg schon vor einiger Zeit die Voraussetzung geschaffen, dass überhaupt ein großer Anbau errichtet werden kann. Denn ein fremder Hauseigentümer hätte schwerlich eine Baulast auf seinem Grundstück wegen des nahen Neubaus akzeptiert. Das Gebäude Lange Wende 8a, in dem sich die psychiatrische Tagesklinik des JoHo befindet, gehört dem Klinikum Arnsberg schon seit langem.

Nach Informationen unserer Zeitung ist nicht mit einem fünfgeschossigen Anbau zu rechnen, der damit genau so hoch wäre, wie das bestehende JoHo-Gebäude. Es ist eher ein zwei- bis dreigeschossiges Gebäude geplant, das möglicherweise langfristig mal aufgestockt werden könnte.

In die Häuser Lange Wende 6a und 8, die im Stil von 1915 renoviert werden sollen, sollen unten Geschäfte einziehen, die medizinische Geräte anbieten. Im Obergeschoss soll es Wohnungen geben.

Für Neheimer Krankenhaus-Anbau ist der Bau neuer Zufahrten notwendig

Eine neue verkehrliche Erschließung erfordert der geplante JoHo-Anbau, der auf der Freifläche (auf dem früheren Grundstück der Villa Wiese) entstehen soll. Das Klinikum Arnsberg, zu der das Johannes-Hospital gehört, will seine Immobilie Lange Wende 6 (das frühere Haus Binhold) abreißen, um so eine Zu- und Abfahrt für Anlieferungen zu schaffen.

Abriss von Haus Binhold

Darüber hinaus soll dieser neue verkehrliche Anschluss an die Lange Wende als Ausfahrt für Rettungswagen dienen, die künftig in einem neuen Einbahnstraßenverkehr zunächst an der Einmündung Lange Wende / Springufer Richtung Johannes-Hospital fahren und dann nach wenigen Metern rechts abbiegen, um hinter den drei Häusern Lange Wende 6a, 8 und 8a zu den Liegendanfahrten der künftigen Zentralen Notfallaufnahme des Klinikums zu gelangen. Die bisherige, direkt am JoHo-Gebäude herführende Liegendzufahrt entfällt künftig, da dieser Bereich durch den Anbau überbaut wird.

Der abgebildete Plan zeigt den neuen, gelb markierten Anfahrtsweg für Rettungsfahrzeuge, der um die unteren Häuser Lange Wende 6a, 8 und 8a herumführt. Anliefer-Fahrzeuge können auf dem gelb markierten Weg den hinteren Bereich des Krankenhauses erreichen. Rot markiert ist die maximale Baufläche für den Anbau am Johannes-Hospital.