Klinikum-Geschäftsführer stellt sich kritischen Fragen

Müschede..  Volker Koch, einer der Geschäftsführer des Klinikums Arnsberg, erläuterte auf dem Neujahrsempfang in Müschede die umfangreichen Umstrukturierungen und Baumaßnahmen an den drei Krankenhäusern. Vor seinem Referat begrüßte der Vorsitzende der CDU Müschede, Christoph Hillebrand, die Vertreter der Vereine des Dorfes und weitere Gäste.

Er begann seinen Jahresrückblick mit einer persönlichen Sichtweise des Jahres 2014. Er, 1988 geboren, habe nie das geteilte Deutschland erlebt. Die Begriffe „kalter Krieg“ „Aufrüstung“ und dergleichen kenne er nur aus den Geschichtsbüchern. Seit Mitte 2014 hätten jedoch Themen wie der Krieg in der Ukraine oder die Massenflucht aus Syrien die Tagesnachrichten bestimmt. Es bleibe nun nur zu hoffen, dass die politischen Bemühungen erfolgreich sein mögen, um die Krisen zu bewältigen. Dann ging Hillebrand auf Ereignisse im Dorf ein.

Petition an Landesregierung

An erster Stelle beschrieb er die Entwicklung der Bürgerinitiative gegen die Erweiterung des Steinbruchs Habbel. Am Montag wurde eine Petition an Vertreter der Landesregierung überreicht, über die im Laufe der nächsten Zeit noch berichtet wird. Die Neubesetzung der Schulleiterstelle der Grundschule war eine erfreuliche Nachricht im letzten Jahr. Die CDU habe sich hier besonders engagiert und freue sich, dass mit Antje Huber eine Rektorin für die Müscheder Schule gefunden worden ist

In der anschließenden PowerPoint-Präsentation zeigte Volker Koch die Planung der nächsten Jahre hinsichtlich der Neustrukturierung der Krankenhäuser auf. Wie schon mehrfach berichtet, gab es zur Zusammenlegung keine Alternative, da kleine Krankenhäuser nicht überleben könnten. Nach der detaillierten Darstellung folgte eine angeregte Diskussion. Dabei wurden Koch auch kritische Fragen gestellt. Einige Teilnehmer berichteten aus eigener Erfahrung von mangelhafter ärztlicher Behandlung. Aber auch unzureichende pflegerische Leistungen durch überfordertes Personal kritisierten die Anwesenden.

Der Geschäftsführer des Klinikums betonte, dass er und seine Kollegen wüssten, dass der Idealzustand noch nicht erreicht sei. Vieles müsse noch zusammenwachsen und sich einspielen. Er bat die Zuhörer, aktiv an Verbesserungen mitzuwirken: „Nur, was uns mitgeteilt wird, kann geändert werden!“ So gebe es ein Beschwerdemanagement, an das man sich wenden könne. Jeder einzelnen Meldung gehe man nach. Er wies allerdings auch darauf hin, dass nicht alles in der Macht der Klinikleitung läge. Zuweisungen von Krankenkassen und Entscheidungen der Landesregierung würden Verwaltung und Ärzte vor schwierige Aufgaben stellen. Gleichwohl ist Koch davon überzeugt, dass das Klinikum Arnsberg ein Erfolgsmodell werden wird.