Klinikum Arnsberg hat deutlich mehr Patienten versorgt

Werner Kemper, Sprecher der Geschäftsführung des  Klinikums Arnsberg
Werner Kemper, Sprecher der Geschäftsführung des Klinikums Arnsberg
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Arnsberg..  Neue Versorgungsangebote, Investitionen in die Krankenhaus-Ausstattung, mehr Personal in der Ärzteschaft und im Pflegebereich - mit dieser Strategie gelang es der Geschäftsführung des Klinikums Arnsberg, im Jahr 2014 die Bettenauslastung an den drei Standorten deutlich zu erhöhen. „Stationär wurden 2014 etwa 29 500 Patienten aufgenommen, das waren rund 1000 mehr als 2013“, bilanziert Werner Kemper, Sprecher der Geschäftsführung des Klinikums.

Das Klinikum habe erstmals eine jahresdurchschnittliche Belegung von 82 Prozent erreicht. Im Herbst 2014 erreichte die Bettenauslastung in einigen Abteilungen sogar Spitzenwerte von 95 Prozent, nachdem im Sommer - wie schon in Vorjahren - Betten frei geblieben waren, weil manche Patienten planbare Operationen nicht gerade in der Urlaubszeit vornehmen lassen.

1,7 Mio. Arbeitsstunden

Der Geschäftsführung ist es durchaus bewusst, dass das Personal bei 95 % Bettenauslastung am Limit der Arbeitsbelastung arbeitet. „Wir danken ausdrücklich unseren Mitarbeitern für ihren Einsatz“, betont Kemper und verweist beim Thema Überstunden auf das System der flexiblen Arbeitszeitregelung am Klinikum: „Überstunden können in den etwas ruhigeren Stationszeiten abgebaut werden“. Die Tatsache, dass derzeit etwa 20 000 Überstunden noch zum Abbau anstehen, beunruhigt Kemper nicht. Bei 1,6 bis 1,7 Mio. Arbeitsstunden, die von insgesamt rund 1600 Mitarbeitern des Klinikums jährlich geleistet würden, entspreche die Überstundenzahl nur etwas mehr als 1 % der Gesamtstundenzahl oder umgerechnet: zehn Vollzeit-Stellen. Kemper erinnert daran, dass seit Bestehen des Klinikums in der Ärzteschaft 31 zusätzliche Vollzeit-Kräfte und im Pflegebereich 50 zusätzliche Vollzeit-Kräfte eingestellt worden seien. Pflegedirektor Jörg Beschorner ergänzt: „Bei den 20 000 Überstunden handelt es sich hauptsächlich um alte Überstunden aus 2013, durch Prozess-Optimierungen im Jahr 2014 konnten neue Überstunden oft vermieden werden.“

Auch Klinikum-Geschäftsführer Volker Koch ist zuversichtlich, dass das Problem „Überstunden“ in den Griff zu kriegen ist. Angesichts der umfangreichen baulichen Pläne des Klinikums, wodurch zentrale medizinische Einheiten für einzelne Versorgungsbereiche geschaffen würden, entfielen künftig manche unnötige Wege. Der neue Gebäude-Flügel am Johannes-Hospital soll ab Herbst 2015 gebaut werden.

„Schwarze Null“ wird erreicht

Erfreulich für alle Mitarbeiter ist es, dass der Geschäftsführung wie schon 2013 auch 2014 wieder eine Schwarze Null in der Geschäftsbilanz gelingt. Dies ist nicht selbstverständlich, denn laut Klinikum Arnsberg schreibt „jedes dritte Krankenhaus in Deutschland rote Zahlen“. Auf Nachfrage unserer Zeitung nannte Kemper einen Jahresumsatz von rund 120 Mio. Euro, den das Klinikum Arnsberg im Jahr 2014 erzielt habe. Dies seien etwa zehn Millionen Euro mehr als im Jahr 2013.

Besonders erfreulich entwickelten sich hinsichtlich der Bettenauslastung die Neurochirurgie sowie die neu ausgerichtete Klinik für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Diabetologie, Rheumatologie & Endokrinologie. Auch in der Geburtshilfe gebe es steigende Zahlen: Im Karolinen-Hospital sind in diesem Jahr bereits 1164 Kinder zur Welt gekommen, Ende 2014 werden es wohl 1170 Kinder sein.

Das Klinikum informierte auch über zusätzliche Aufgaben, der sich einzelne Fachabteilungen im nächsten Jahr widmen. Hierüber berichten wir noch.