Klänge als Quelle der Kraft

Neheim..  Für das aufgrund der Orgel-Renovierung ausgefallene Weihnachtskonzert veranstaltete der Kirchenchor St. Michael am Sonntag ein festliches Chor- und Orchesterkonzert zur österlichen Zeit in der St.-Michael-Kirche. Zu den zahlreichen Besuchern zählte auch Pastor Thomas Zwingmann aus Gütersloh, vor zehn Jahren Vikar in St. Johannes Baptist. Pfarrer Stephan Jung wünschte allen Besuchern gute Andacht sowie Kraftschöpfung aus der Musik und den Gesängen.

Zu den mehr als 130 Mitwirkenden zählten neben dem gastgebenden Kirchenchor das Ensemble „con spirito Arnsberg“ (Leitung: Susanne Keller), der MC Vosswinkel/Höingen (Leitung: Stefan Risse) sowie die Solisten Ulrike Plänker (Sopran), Iris Wiersema (Alt/Mezzosopran), Thomas Iwe (Tenor) und Hanno Kreft (Bass). Die Gesamtleitung lag in den Händen von Andreas Todt.

Anspruchsvolles Programm

Das anspruchsvolle Programm eröffnete der junge Chorleiter an der Orgel mit dem Praeludium C-Dur BWV 547 von Johann Sebastian Bach. Der Kirchenchor St. Michael, immer um ausgewogenen Chorklang und präzise Dynamik bemüht, die vier Solisten und das Ensemble con spirito Arnsberg brachten dann – passend zur Frühjahrszeit – die „Spatzenmesse“ von Wolfgang Amadeus Mozart zu Gehör – die Missa in C-Dur KV 220 (Kyrie - Gloria - Credo - Sanctus - Benedictus - Agnus Dei), wobei leider einige Male die Solisten vom Chor und von den Instrumentalisten übertönt wurden, die aber, besonders beim Agnus Dei, mit starken Passagen glänzten.

Der Männerchor Vosswinkel/Höingen mit seinem temperamentvollen Chorleiter Stefan Risse glänzte gleich zweimal mit drei geistlichen Hymnen und präsentierte damit eine meisterchorwürdige Vorstellung. Zwischendurch zog Andreas Todt an der Orgel einige Male alle Register seines Könnens.

Stark waren das 1949 von Jean Langlais komponierte Stück „Incantation pour un jour saint – Beschwörung für einen heiligen Tag“, das verarbeitete Thema des „Lumen Christi“ der Osternacht und die „Kyrie-eleison-exaudi-nos-Rufe“ der Allerheiligenlitanei.

Glockenreine Sopran-Stimmen

Eine Gala-Vorstellung lieferten die Solisten mit dem geistlichen Lied „Wohlan, alle, die ihr durstig seid“ (aus Elias) von F. M. Bartholdy ab: glockenrein die Stimme der Sopranistin, warm die Alt- und Mezzosopranstimme, einfühlsam Tenor und Bass.

Andreas Todt glänzte dann noch einmal an der Orgel (und Perkussion) mit der Improvisation „Boléro sur un Théme de Charles Rasquet“ von Pierre Chochereau, der 30 Jahre Titularorganist der Pariser Kathedrale Notre Dame war und dort seinen Boléro 1973 improvisierte, unterstützt von einem Schlagzeug, beginnend in der Tiefe mit Ruhe und Bedacht, sich dann steigernd zu einem orchestralen Tutti, bevor das Descrecendo zur Atmosphäre des Anfangs zurückkehrt.

Nachdem alle Mitwirkenden gemeinsam mit der Gemeinde „Ein Haus voll Glorie schauet“ jubilierend ertönen ließen, gab es langen und verdienten Schlussbeifall für einen großartigen, besinnlichen Ohrenschmaus.